Tierschützer warnen
Tauben-Alarm in Wien: Darum droht jetzt Vermehrung
Am Samstag, 25. Juli, ist in Wien wieder ein großer Massenabflug geplant. Der deutsche Brieftaubenverband Kreis Mainfranken-Rhön möchte an diesem Tag laut VGT tausende Brieftauben aussetzen. Die Tiere sollen anschließend eine Strecke von über 500 Kilometern bis nach Bayern zurücklegen. Die Tierschützer warnen jedoch, dass 50 bis 75 Prozent der Vögel auf dem Weg sterben oder die lokalen Stadttaubenpopulationen vergrößern werden. Als Ursachen für die hohen Verluste gelten unter anderem Greifvögel, Unwetter, Schwäche oder auch die Verwirrung durch Radareinrichtungen und Handynetze. Damit die Tauben überhaupt zurückfliegen, werden sie enormem Stress ausgesetzt, indem man sie von ihren Partnern oder Kindern trennt, erklärt der VGT in einer Aussendung.
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Gefahr für Wiener Stadttauben
Das geplante Vorhaben birgt laut den Tierschützerinnen und Tierschützer erhebliche Risiken für die Bundeshauptstadt. Viele der gestrandeten Brieftauben schließen sich den bestehenden Stadttaubenpopulationen an. Dies führt zu einer Vermehrung der Tauben in den betreffenden Gebieten. Die ausgesetzten Brieftauben sind in der freien Wildbahn oft nicht überlebensfähig und völlig orientierungslos. Sie wissen nicht, woher sie Nahrung beziehen sollen, weshalb sie komplett auf die Hilfe von Menschen angewiesen sind, die sie füttern.
Kritik an widersprüchlichen Behörden
Der Verein Gegen Tierfabriken kritisiert zudem das Verhalten der zuständigen Behörden, die das Hobby der Brieftaubenzucht unwidersprochen akzeptieren. Während das Aussetzen als Sport geduldet wird, werden Personen in anderen Städten wie Salzburg oft streng bestraft, wenn sie "verhungernde Tauben" füttern. VGT-Obmann Martin Balluch setzt sich aktiv für eine verfolgte Tierschützerin ein und erklärt: "Es ist mir unbegreiflich, warum der Umgang mit Tauben durch die Behörden derart widersprüchlich ist. Man toleriert, dass Hobbyzüchter:innen ihre Haustiere durch Aussetzen quälen und dadurch die Stadttaubenpopulation vermehren, während gleichzeitig das Füttern der hilflos ausgesetzten Haustiere zum Kapitalverbrechen erklärt wird. Das Aussetzen von gezüchteten Tieren zur Belustigung von Menschen, ob für die Jagd (Fasane) oder für den Brieftauben“sport", muss beendet werden! Und selbstredend muss man die ausgesetzten Haustiere als anständiger Mensch versorgen dürfen. Wie verrückt: die Stadtregierungen versuchen die Taubenpopulationen zu reduzieren, dulden aber deren Vermehrung durch Hobbyzüchter:innen. Lassen wir bitte diesen Schildbürgerstreich in Zukunft!“
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