Nächster WM-Skandal

Vor Gipfel: Todesstoß für Infantino?

Gianni Infantino hält bei einer Konferenz einen offiziellen Ball der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023.
© APA/AFP/FABRICE COFFRINI
Eine Enthüllung der New York Times sorgt beim FIFA-Boss für Alarmstufe Rot.
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Der Ton im Machtkampf an der Weltfußball-Spitze wird rauer. Vor dem richtungsweisenden Treffen der 55 UEFA-Mitgliedsverbände in Berlin am Donnerstag hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf gegenüber deutschen Medien die Rote Karte für FIFA-Boss Gianni Infantino gefordert: "Wir müssen ihn vom Platz stellen", so Neuendorf. Infantino sei "nicht mehr tragbar" und habe "jegliches Vertrauen verspielt".

Die deutliche Absage des DFB fällt in eine Phase, in der neue Enthüllungen die Führung des Weltverbands belasten.

Kongo-Goalie ohne Spielberechtigung bei WM

Anlass für die anhaltende Kritik sind unter anderem Berichte der New York Times, wonach die FIFA-Rechtsabteilung im Fall des kongolesischen Nationaltorhüters Lionel Mpasi weggeschaut haben soll:

Keine Spielberechtigung: Mpasi lief in der WM-Qualifikation ohne ordnungsgemäßen Verbandswechsel auf. In seiner Jugend spielt er für Frankreichs Jugend-Auswahlen.

Trotz Einsprüchen unbestraft: Obwohl juristisch intern bekannt, wiegelte die FIFA Einsprüche der Konkurrenz aus formalen Fristgründen ab, um den Turnierablauf der WM 2026 nicht zu gefährden. Mpasi stand so bei der Endrunde im Tor der DR Kongo. Die Afrikaner scheiterten erst im Sechzehntelfinale gegen England. Mpasi spielte wie in allen vier Partien 90 Minuten durch (5 Gegentore) und erhielt nach der knappen 1:2-Pleite gegen die Three Lions ein Extra-Lob für seine Weltklasse-Leistung.

Ein kolumbianischer Fußballspieler reagiert schockiert vor dem Tor während eines WM-Spiels.
Congo-Goalie Mbasi (r.) spielte eine bärenstarke WM-Endrunde. © IMAGO/EPA

Für die europäische Opposition um UEFA-Chef Aleksander Čeferin dienen die Vorkommnisse als Hebel. Signal aus Berlin: Der DFB kündigte an, im März 2027 keinesfalls für eine vierte Amtszeit Infantinos zu stimmen. Frist läuft ab: Bis zum 18. November muss die Opposition offiziell einen Herausforderer nominieren, um beim FIFA-Kongress im März 2027 in Rabat anzutreten.

Das UEFA-Treffen in Berlin bildet den Auftakt zur entscheidenden Phase im Kampf um die Führung des Weltfußballs.

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