Anlegervertrauen in Konjunkturentwicklung gesunken

Wegen der Zypern-Krise beurteilen professionelle Anleger die Konjunkturaussichten für die Eurozone so schlecht wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Der Sentix-Index fiel im April um 6,7 auf minus 17,3 Punkte.

Dabei wurden sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate negativer bewertet, teilte die Investmentberatung Sentix am Montag zu ihrer Umfrage unter knapp 1.000 Investoren mit. Der zweite Rückgang in Folge drückte das Barometer auf den tiefsten Stand seit November 2012.

Habe zunächst das Wahlchaos in Italien für Verunsicherung gesorgt, sei diese angesichts des Hickhacks um die Rettung Zyperns vor der Staatspleite noch verstärkt worden. "Zudem sendet die globale Konjunktur derzeit lediglich durchwachsene Signale", sagte Sentix-Experte Sebastian Wanke. "Für Euroland ist auch auf den ungewöhnlich langen Winter hinzuweisen, der die Frühjahrsbelebung bis zuletzt hinausgezögert haben dürfte." Auch das Sentix-Barometer für die deutsche Konjunktur trübte sich ein. "Vor allem die Erwartungen sinken spürbar."

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht davon aus, dass die Eurozone wohl erst in der zweiten Jahreshälfte aus der Rezession finden wird. "Die schwache wirtschaftliche Entwicklung hat auch zu Beginn des Jahres angehalten", sagte ihr Präsident Mario Draghi. "Und eine schrittweise Erholung wird für die zweite Jahreshälfte vorhergesagt."

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