Nichtigkeitsbeschwerde für Helmut Elsner geplant

Justiz unter Druck

Elsner: Dienstag winkt die Freiheit

Am Dienstag entscheidet die Justiz über den 13. Enthaftungsantrag von Helmut Elsner. Erstmals gute Chancen für den Ex-Bawag-Chef.

Dienstag ist für Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner D-Day. Kommt der 74-Jährige zwei Tage vor dem Weihnachtsfest frei oder muss er den Heiligen Abend bereits zum dritten Mal hinter Gittern in der Justizanstalt Josefstadt verbringen?

Pünktlich um 10 Uhr will Richter Christian Böhm die Verhandlung über den 13. Enthaftungsantrag eröffnen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Ob Elsner bei der Verhandlung anwesend sein wird, ist noch nicht sicher. Das wird sein behandelnder Arzt entscheiden. 12-mal wurde eine Freilassung auf Kaution wegen Fluchtgefahr bereits abgelehnt.

Justiz unter Druck: Flucht wegen Krankheit unmöglich

Doch die Begründung für die Fortsetzung der U-Haft wird für die Justiz immer schwerer haltbar. Denn der 74-jährige Elsner ist schwer krank. Eine Flucht würde sein Leben gefährden. Ein Herzinfarkt, Herzstillstand oder ein Schlaganfall sei jederzeit möglich. Das bestätigen ein neues Gutachten des Sachverständigen Prof. Max Pichler aus Salzburg und auch Elsners behandelnder Arzt in der U-Haft, Primarius Klaus Kaiser-Mühlecker.

Im ÖSTERREICH-Interview vor 2 Wochen erklärte der Primar der Justizanstalt: "Eine Flucht bedeutet hohen Stress. Helmut Elsner würde damit sein Leben gefährden. Außerdem braucht er eine sehr engmaschige medizinische Versorgung. Die Blutgerinnung, die Blutwerte und auch der Herzrhythmus müssen ständig kontrolliert werden. Das findet er nur in Mitteleuropa.“

Jetzt hofft Ruth Elsner, dass sie nach drei Jahren U-Haft wieder ihren Mann in die Arme schließen kann. Für Ruth Elsner wäre das das schönste Weihnachtsgeschenk: "Mein Mann hat zwei Wünsche: Er möchte eine Schüssel Salat und eine Rindssuppe essen. Ich würde ihm diesen Wunsch gerne erfüllen.“