Europas Börsen vor EZB-Entscheidung uneinheitlich

Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) tendierten die europäischen Leitbörsen am Donnerstag uneinheitlich. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.00 Uhr mit einem moderaten Minus von 0,27 Prozent bei 3.210,22 Einheiten.

Trotz der jüngsten Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi, wonach die Notenbank "alle verfügbaren Mittel" gegen die Konjunkturschwäche und die Deflationsgefahr im Euroraum einsetzen wolle, rechnen die meisten Beobachter vorerst noch nicht mit weiteren Maßnahmen. Zuletzt ist immer wieder ein Programm zum massenhaften Aufkauf von Kreditverbriefungen ("Asset Backed Securities") diskutiert worden.

Auch ein umfassendes Anleihenkaufprogramm - wie es etwa in den USA oder in Japan eingesetzt wird - ist noch nicht vom Tisch. Nach Ansicht der Analysten der Helaba dürfte ein solches allerdings erst anstehen, wenn sich die im Frühsommer angekündigten zielgerichteten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte und das mögliche ABS-Kaufprogramm als wirkungslos herausstellen sollten.

Neben der EZB-Entscheidung stehen zudem die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der britischen Notenbank auf der Agenda. Hier erwarten Marktbeobachter keine Veränderungen. Im Späthandel werden außerdem einige US-Konjunkturdaten veröffentlicht.

Bei den Einzeltiteln rutschten die Papiere von Bilfinger an der Frankfurter Börse um 9,9 Prozent auf 53,63 Euro ab. Bereits zum dritten Mal seit Ende Juni hat der Bau- und Dienstleistungskonzern eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

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