Bleibt Grassers Weste wieder weiß?

Finanz prüft ehemalige Grasser-Firma Valora

Neues in der Affäre rund um unversteuerte Buwog-Provisionen: Jetzt nimmt die Finanz eine PR-Firma unter die Lupe.

Bei der von Ex-Finanzminister Grasser und Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger einst mitbetriebene PR-Firma Valora Solutions wird laut "Falter" nun geprüft, ob Gelder aus dem Buwog-Deal über Umwege an Karlheinz Grasser ausbezahlt worden sein könnten.

Meischberger und der ebenfalls an Valora beteiligte PR-Berater Hochegger erstatteten kürzlich Selbstanzeige, weil sie mehr als neun Mio. Euro Provision rund um den Buwog-Deal nicht versteuert hatten.

Im Gespräch mit dem "Falter" bestreitet Meischberger erneut jegliche Zahlungen an Grasser: "Es wurde kein Cent an ihn bezahlt". Die Firma sei vor allem deshalb gegründet worden, um Auftritte und Reden Grassers zu vermarkten. Auch Grasser wies alle Vorwürfe rund um die Buwog-Provisionen zurück.

Grasser hatte vergangene Woche im Gespräch mit der APA angekündigt, seine Bürogemeinschaft mit Meischberger aufzulösen. Meischberger und Hochegger wurden unterdessen bereits von der Finanz einvernommen, berichtet das "WirtschaftsBlatt".

Dem Vernehmen nach sollte Meischberger "Informationen" über den Buwog-Deal beschaffen, Hochegger seine guten Drähte zu Immofinanz-Boss Karl Petrikovics nutzen, die Informationen an die Immofinanz liefern und das Honorar eintreiben, schreibt die Zeitung. Angeblich soll es dafür sogar einen Vertrag zwischen Hocheggers Firma "Valora Unternehmensberatung" und der Immofinanz - über diese Erfolgsprämie in Höhe von 1 % - gegeben haben.

Die Valora soll die Strategie der Mitbieter im Fall Buwog durchleuchtet und für die Immofinanz eine Bieterstrategie entwickelt und sie beraten haben. Und im Hintergrund habe es den Verteilungsschlüssel zwischen Hochegger und Meischberger gegeben: 80 % für Meischberger (7,69 Mio. Euro) und 20 % für Hochegger (1,922 Mio. Euro).