Frankfurter Börse

Eurostoxx-50 -1,3 %

Europas Leitbörsen eröffnen klar tiefer

Schuld an dem Minus sind laut Analysten schwache Vorgaben aus den USA.

Die Leitbörsen in Europa haben am Freitag im frühen Handel in der Verlustzone tendiert. Der Euro-Stoxx-50 verringerte sich bis 10.10 Uhr um 28,16 Einheiten oder 1,30 Prozent auf 2.135,24 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte bei 5.340,20 Einheiten, das entspricht einem Minus von 68,26 Einheiten oder 1,26 Prozent. In London fiel der FT-SE-100 um 20,6 Einheiten oder 0,39 Prozent auf 5.319,75 Zähler.

Belastend wirkten zum Wochenschluss schwache Vorgaben aus Übersee. Die Wall Street hatte am Vorabend nach einer Rede von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke vor Ökonomen in Minnesota tiefer geschlossen. Zwar bekräftigte die Zentralbank ihre Bereitschaft, angesichts der schwächelnden US-Konjunktur stützend einzugreifen - die Anleger vermissten aber konkrete Pläne. Als Belastungsfaktoren für die US-Indizes wurden am Markt auch die schwachen US-Arbeitsmarktdaten sowie die Enttäuschung über den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) und deren gedämpfte Wachstumsprognose genannt.

Das nachbörslich von US-Präsident Obama vor dem Kongress vorgestellte Konjunkturprogramm wurde zunächst zwar positiv aufgenommen, mittlerweile steht der Future auf den Dow Jones aber wieder um gut ein Prozent tiefer. Obamas Pläne seien in den Tagen zuvor am Markt bereits vorweg genommen worden, hieß es von Expertenseite. Obama will mit einem rund 450 Mrd. Dollar schweren Programm der lahmenden US-Konjunktur unter die Arme greifen.

Auch die Börsen in Fernost gingen am Freitag überwiegend mit Kursverlusten aus dem Handel. Am Markt sprach man auch von einsetzender Zurückhaltung vor dem beginnenden G7-Gipfel. Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industriestaaten beraten heute in Marseille über Maßnahmen gegen die sich weltweit abschwächende Konjunktur.

Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Einzelwerten gewannen Bayer an der Spitze des Auswahlindex um 3,90 Prozent auf 40,49 Euro dazu. Die Aktie profitierte von einer überraschenden Zulassungsempfehlung der US-Gesundheitsbehörde FDA für das Medikament Xarelto. Mit neun zu zwei Stimmen hätten die Mitglieder im Ausschuss der Gesundheitsbehörde für die Zulassung des Medikaments zum Schutz vor Schlaganfällen bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen votiert, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Vorabend mit. Ein Händler bezeichnete das Ergebnis als überraschend, zumal es vor einigen Tagen noch kritische Stimmen aus der FDA gegeben habe.

Verkaufsdruck gab es unterdessen im Bankensektor zu beobachten. Mit Societe Generale (minus 4,05 Prozent auf 18,72 Euro) und Credit Agricole (minus 3,35 Prozent auf 5,66 Euro) fanden sich gleich zwei Bankenwerte am unteren Ende des Euro-Stoxx-50. BNP Paribas und UniCredit rangierten mit einem Minus von 2,36 Prozent auf 31,48 Euro bzw. 2,50 Prozent auf 0,82 Euro ebenfalls klar in der Verlustzone.

Auch Autowerte mussten europaweit abgeben. Renault ermäßigten sich um 3,20 Prozent auf 24,96 Euro, BMW notierten um 1,86 Prozent auf 52,31 Euro leichter. Auch Volkswagen-Vorzüge (minus 1,81 Prozent auf 105,95 Euro) und Porsche (minus 8,79 Prozent auf 40,10 Euro) tendierten mit Verlusten, nachdem die beiden Autobauer am Vorabend mitgeteilt hatten, dass die geplante Fusion aufgrund rechtlicher Hürden nicht mehr in diesem Jahr zustande kommen werde.