Bestechung: Schlaff steht vor Anklage

Multimilliardär

Bestechung: Schlaff steht vor Anklage

Israelische Polizei vermutet Korruptions-Skandal um Milliardär Schlaff.

Seit 2003 ermitteln israelische Fahnder gegen den milliardenschweren österreichischen Osthändler Martin Schlaff wegen Bestechung hochrangiger Politiker. Nun ist die Beweislage laut Zeitung "Haaretz“ stichhaltig genug. Entscheidender Faktor dürfte eine Zeugenaussage des ehemaligen FPÖ-Vizekanzlers Norbert Steger zu Überweisungen von Schlaff sein. Ziel der Bestechungen waren Bewilligungen im Vorfeld der Casino-Eröffnung in Jericho. Ebenso hochkarätig wie die involvierten Politiker, Ex-Regierungschef Sharon und seine Söhne, Außenminister Lieberman und Ex-Ministerpräsident Olmert, war die Summe: mindestens 4,5 Mio. Dollar.

Korruptions-Sumpf
Ein israelischer Ermittler wird mit der Feststellung zitiert, dass die Überweisung von Millionen Dollar an die Sharon-Söhne die schlimmste Korruptionsaffäre sei, die das Betrugsdezernat der Polizei jemals untersucht habe. "Das war eine besonders komplizierte Prüfung, weil es Versuche gab, die Quelle der Gelder zu vertuschen, indem sie durch verschiedene Länder in der Welt geschleust wurden.“

Verschleppungstaktik
Österreich kommt mit der Anklagevorbereitung unter Druck. Jahrelang hätten die österreichischen Behörden den israelischen Beamten Zugang zu Schlaff verweigert, um ihn zu verhören, zitiert "Haaretz“ einen israelischen Ermittler. Die Österreicher hätten den israelischen Polizisten beschieden, kein ausreichendes Beweismaterial zu haben. Doch die israelische Polizei argwöhnte laut "Haaretz“, dass hinter dieser Verweigerung eher die guten Kontakte Schaffs zu Spitzenpolitikern in Österreich standen. Die israelische Bitte um Rechtsbeistand Österreichs habe "eine ungewöhnlich lange Bearbeitungszeit beansprucht“.

Der Anwalt Schlaffs in Israel erklärte, nicht Stellung zu nehmen. Die Vorwürfe seien nicht neu und mehrfach in den Medien abgehandelt worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.