Heimische Werbewirtschaft startet "hoffnungsvoll"

Superwahljahr

Heimische Werbewirtschaft startet "hoffnungsvoll"

Werbeklimaindex für viertes Quartal 2012 deutlich gestiegen.

Die heimische Werbewirtschaft blickt dem aktuellen Superwahljahr "hoffnungsvoll" entgegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Werbeklimaindex des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation, die heute, Mittwoch, vorgestellt wurden, hervor. Einerseits sah die tatsächliche Geschäftsentwicklung für das vergangene Jahr positiver aus als angenommen, andererseits werden im Zuge von diversen Landtagswahlen und den Nationalratswahlen im Herbst etliche Aufträge auf die Werber zukommen. Der Index selbst stieg im vierten Quartal 2012 von 18 auf 24,5 Punkte, Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbands, rechnet insgesamt mit einer Stabilisierung der Werbekonjunktur.

Die Branche hatte bei der ersten Indexerstellung 2010 deutlich mit Krisenthemen zu tun, wie die Obfrau der APA im Gespräch erklärte. "Die Folge war, dass wir uns als Branche neu aufgestellt haben", was auch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Innovation und Technik geführt habe. "Dieses Wissen können wir nun voll an unsere Kunden weitergeben, ebenso wie wir diese Dynamik an die Wirtschaft weitergeben können." Mehr als ein Drittel innerhalb der Branche rechne mit einer Steigerung der Nachfrageentwicklung. Der Klimaindex selbst, der ausgehend von einer Null-Grenze entweder positiv oder negativ in Punkten gemessen wird, zeigt sich mit der aktuellen Ausprägung mit einer deutlichen Aufwärtsbewegung im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren.

Weiters geht der Fachverband davon aus, dass alleine für die Nationalratswahl im Herbst ein Werbevolumen von rund 30 Mio. Euro aufgewendet werden wird. Zum Vergleich: bei der Nationalratswahl 2006 waren es noch 40 Mio. Euro, 2008 rund 35 Mio. Euro. Die im Parteiengesetz festgeschriebene Obergrenze von sieben Mio. Euro für Wahlwerbung pro Partei wird nach Ansicht des Fachverbandes nicht von allen Parlamentsparteien ausgeschöpft werden. Sery-Froschauer zufolge habe das mit einem "sensibleren Umgang" mit dem Wahlbudget in Folge von Korruptionsfällen und Transparenzgesetz zu tun, sowie den kostengünstigen Möglichkeiten des Online-Bereichs.

Im Zuge der Erhebung des Werbeklimas wurden die Werbeunternehmen auch zur Bedeutung der Wahlwerbung befragt: 50 Prozent sehen diese als wichtiges Geschäftsfeld für die österreichische Kommunikationsbranche. "Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen Unternehmensgrößen und Bundesländern", so Sery-Froschauer. Als wesentlich für das eigene Geschäft wird Wahlwerbung von 14 Prozent der Befragten betrachtet.

Diesbezüglich ergeben sich sehr wohl Unterschiede nach Größe der Agenturen, ist der Anteil von Wahlwerbung doch im Portfolio von Unternehmen mit sechs oder mehr Mitarbeitern verhältnismäßig am größten. "Zur Umsetzung komplexer Wahlkampfstrategien sind offensichtlich ausreichend Humanpower und organisatorische Strukturen im Werbeunternehmen erwünscht", analysiert Sery-Froschauer. Besondere Bedeutung für die Wahlkampagnen werden laut Andreas Allerstorfer, Sprecher der Berufsgruppe Außenwerbung, auch "Internet, soziale Medien und moderne Kommunikationslösungen" einnehmen, obgleich er dem klassischen Plakat und Print nach wie vor die dominierende Funktion zuspricht.