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Alarm

Panik vor der Euro-Krise

Joschka Fischer warnt: "Europa steht am Abgrund".

Die Krise ist mit voller Wucht zurück – und die mühsam errungenen europäischen Rettungsprogramme können eine Panik an den Finanzmärkten nicht mehr verhindern, wenn mit Spanien die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone strauchelt. Mit drastischen Worten fordert jetzt der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne) eine Kehrtwende in der Europapolitik.

Börsen gehen runter, Banken drosseln Kredite
„Das europäische Haus steht in Flammen“, so Fischer in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung. Europa lösche aber „lieber weiter mit Kerosin statt mit Wasser“. Noch nie hatte ein früherer deutscher Außenminister die Politik der nächsten Regierung so zornig und drastisch kritisiert (siehe Kasten rechts).

Der von Kanzlerin Merkel erzwungene Sparkurs beschleunige so den Brand, meint Fischer. Seine Abrechnung mit Merkel: Europa stehe heute am Abgrund – und Deutschland müsse sich in die Bresche werfen. Wenn nicht Deutschland und Frankreich den Mut zu einer Fiskal-Union der Euro-Gruppe aufbringen, dann ist Schluss mit dem Euro. Das werde „eine Weltwirtschaftskrise auslösen, wie sie die heute lebenden Generationen noch nicht erlebt haben“, so Fischer. Ohne Euro werde Europa von der politischen Weltbühne verschwinden.

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An den Börsen ist die Panik vor einer Mega-Krise bereits groß. Der deutsche Leitindex DAX verlor in den letzten Wochen mehr als 16 %; gestern sackte er zeitweise sogar unter 6.000 Punkte – erstmals seit Jänner. Neben den Euro-Problemen drücken Sorgen um die Weltkonjunktur die Kurse. Und: Auch Banken drosseln bereits Kredite.

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