Die Bank ist im Besitz von Julius Meinl V.

600 MEL-Kleinanleger

Vergleich mit weiteren MEL-Opfern in Sicht

Meinl Bank will Sache beilegen. 3,2 Mio. Euro sollen fließen.

Die Meinl Bank will sich mit weiteren 600 Kleinanlegern, die mit Papieren der ehemaligen Meinl European Land (MEL, heute Atrium) Geld verloren haben, vergleichen. Diesmal gilt das Angebot für Mandanten des Anwalts Günter Niebauer. Wer das Angebot annimmt, bekommt ein Drittel des Kursverlustes ausgeglichen, muss dafür aber all seine Ansprüche an die Meinl Bank abtreten. Insgesamt sollen rund 3,2 Mio. Euro fließen. Die Meinl Bank will sich dann das Geld von unabhängigen Finanzdienstleistern holen. "Wenn Fehlberatung stattgefunden hat, wird man diese Ansprüche geltend machen", so ein Bank-Sprecher.

Insgesamt 18 Mio. Euro
Das Geldhaus will für Anlegervergleiche somit mehr als 18 Mio. Euro springen lassen. Am 3. August hatte das Institut entsprechende Einigungen mit der Arbeiterkammer (AK) und einer Grazer Anwaltskanzlei bekanntgegeben, die 5.000 bzw. rund 500 Kleinanleger betreffen. Dem Vernehmen nach pocht die Meinl Bank darauf, dass sich auch die MEL-Nachfolgefirma Atrium an den Vergleichszahlungen beteiligt. Erste Gespräche sollen schon stattgefunden haben.

Atrium hat vergangene Woche mit einer Milliardenklage gegen Julius Meinl V. und frühere MEL-Manager für Aufsehen gesorgt. Mit der in London eingebrachten Schadenersatzklage will Atrium an das Privatvermögen von Julius Meinl. Dem Banker und Multimillionär wird vorgeworfen, "Anstifter" der umstrittenen Zertifikatsrückkäufe bei der MEL im Sommer 2007 gewesen zu sein, infolgedessen es zum dramatischen Kurscrash kam. Die Bank hat die Vorwürfe als "absurd" zurückgewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung. Atrium indes befindet sich selbst unter Druck. Vor rund vier Wochen hat nämlich die Wiener Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die Jersey-Gesellschaft eröffnet.