Renzi will Italiens Energieeffizienz steigern

Italiens Premier Matteo Renzi will der Wirtschaft auch mit einer effizienteren Energiepolitik auf die Beine helfen. Renzi arbeitet an einem Plan, mit dem die Stromrechnung von Kleinunternehmen um 10 Prozent reduziert werden soll, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Freitag.

Vergünstigungen bei den Strompreisen, von denen die Staatsbahnen sowie der Vatikan und der Kleinstaat San Marino profitieren, sollen gestrichen werden. Damit erhofft sich die Regierung erhebliche Einsparungen.

Renzi bemüht sich bis 2020 um die Umsetzung eines Plans, mit dem Italien die CO2-Emissionen reduzieren und verstärkt auf erneuerbare Energien setzen soll. Ein Dekret zur Stärkung der Stromeffizienz in der Verwaltung, im privaten und öffentlichen Bauwesen und in der Industrie wurde dieser Tage verabschiedet. 800 Mio. Euro stellt die Regierung Renzi bis 2020 zur Verfügung. Das Land müsse weniger und besser Energie verbrauchen, sagte Industrieministerin Federica Guidi.

Italiens Zentralregierung will den Regionen die Verantwortung für die Energie- und Infrastrukturpolitik entziehen. Lokal-und Regionalbehörden haben zuletzt öfter Widerstand gegen große Infrastrukturpläne der Zentralregierung geleistet. Die Regionen klagen über einen Neozentralismus der Regierung in Rom und wehren sich gegen die Pläne des Kabinetts. Sie wollen bei der Energiepolitik weiter das Sagen haben. So wehren sich mehrere Gemeinden in Süditalien gegen Pläne, die Bohrungen für die Nutzung der Ölfelder in der Region Basilikata auszudehnen.