Thierry Antinori wird doch nicht AUA-Chef

Knalleffekt

Thierry Antinori wird doch nicht AUA-Chef

Der designierte AUA-Chef springt drei Tage vor Dienstbeginn ab.

Knalleffekt bei der Lufthansa-Tochter AUA: Wenige Tage vor seinem geplanten Amtsantritt als neuer AUA-Chef verlässt Thierry Antinori (49) den deutschen Lufthansa-Konzern und kommt nicht nach Wien, um für die weitere Sanierung der Austrian Airlines zu sorgen.

Zukunftspläne außerhalb des Lufthansa-Konzerns
"Auf Grund seiner beruflichen Zukunftspläne außerhalb des Lufthansa-Konzerns" stehe er nicht mehr für das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Austrian Airlines zur Verfügung - darüber hat Antinori den AUA-Aufsichtsrat informiert, teilte die Lufthansa am Dienstag mit.

Erst im Dezember des Vorjahres zum AUA-Chef designiert
Antinori war in einer AR-Sitzung vom 1. Dezember 2010 mit Wirkung vom 1. April zum neuen AUA-Chef bestellt worden. Nun werden bis zu einer definitiven Nachfolgeregelung an der Spitze der AUA die Geschäfte von den beiden bisherigen Vorständen Peter Malanik und Andreas Bierwirth geführt.

Dürre Stellungnahmen von AUA und Lufthansa
Eine Sprecherin der deutschen Lufthansa sagte am Dienstag auf Anfrage der APA, derzeit gebe es über die Aussendung hinaus keine weitere Erklärung. Bis Donnerstag, 31. März, bleibe Antinori noch Lufthansa-Passagevorstand, dann verlasse er den Konzern.    Auch in Wien hielt man sich bedeckt. Ein AUA-Sprecher verwies lediglich auf die Lufthansa-Aussendung.

Hektische Suche nach Nachfolger

Wer statt Antinori an die Spitze der nach Deutschland notverkauften österreichischen Airline rückt, ist somit noch unklar. Der AUA-Aufsichtsrat hat die bisherigen Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth "gebeten, bis zu einer Regelung der Nachfolge bei der Besetzung des Vorstandsvorsitzenden die Geschäfte von Austrian Airlines auf Basis der bisherigen Geschäftsverteilung weiterzuführen", heißt es in der Lufthansa-Mitteilung.

Manager mit 25 Jahren Erfahrung in der Luftfahrt

Der französischstämmige Antinori hätte die AUA aus den roten Zahlen fliegen sollen. Das war seit Anfang Dezember fixiert. Der Manager verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Luftfahrt, seit rund zehn Jahren ist er Passagevorstand. Auch Österreich kennt 49-Jährige bereits, saß er doch in den 1990er Jahren für die Lufthansa im Aufsichtsrat der Lauda Air.