EINE Methode gilt für viele als DIE Wunderwaffe zum Abnehmen, doch laut aktueller Studienlage könnte der Effekt deutlich überschätzt werden.
Intervallfasten gilt seit Jahren als DER Geheimtipp zum Abnehmen. Auf TikTok, Instagram und in Podcasts wird die Methode oft fast schon wie eine Wunderwaffe gefeiert. Doch wenn man sich die Studienlage dazu ansieht, dann wird klar: Der Hype könnte deutlich größer sein als der tatsächliche Effekt.
Was genau ist Intervallfasten eigentlich?
Beim Intervallfasten - auch intermittierendes Fasten genannt - geht es darum, über bestimmte Zeiträume bewusst nichts zu essen. Die Idee dahinter: Unser Körper bekommt heute praktisch ständig Nahrung. Durch gezielte Essenspausen soll der Stoffwechsel entlastet und gleichzeitig die Kalorienaufnahme reduziert werden. Besonders beliebt ist die sogenannte 16:8-Methode: 16 Stunden fasten, 8 Stunden essen.
Zum Beispiel:
- letzte Mahlzeit um 18 Uhr
- erste Mahlzeit wieder um 10 Uhr
Die Schlafenszeit zählt dabei bereits zur Fastenphase.
Die große Überraschung der Studien
Und jetzt kommt der Punkt, der viele überraschen dürfte: Intervallfasten funktioniert offenbar nicht besser als klassische Diäten. Eine aktuelle Übersichtsarbeit von der britischen Organisation Cochrane analysierte zahlreiche Studien mit übergewichtigen Teilnehmer:innen. Die eine Gruppe fastete intermittierend, die andere reduzierte einfach dauerhaft Kalorien. Das Ergebnis: Beide Gruppen nahmen ähnlich viel ab. Die Teilnehmenden verloren innerhalb eines Jahres etwa 1 bis 11 Prozent ihres Körpergewichts - unabhängig davon, welche Methode sie nutzten.
Warum der Hype trotzdem so groß ist
Der Grund, warum Intervallfasten trotzdem so beliebt bleibt: Viele empfinden die Methode im Alltag als einfacher. Anstatt ständig Kalorien zu zählen, gibt es klare Zeitfenster fürs Essen. Für manche funktioniert das mental besser als klassische Diäten. Das macht die Methode aber eben nicht automatisch effektiver.
Die wichtigste Erkenntnis: Expert:innen sind sich deshalb mittlerweile ziemlich einig, dass die beste Diät meistens die ist, die langfristig durchhaltbar ist. Denn egal ob Intervallfasten, Kaloriendefizit oder 5:2: Am Ende entscheidet vor allem die Konsequenz über den Erfolg.