Kältegefühl

Überraschende Gründe: Warum manche ständig frieren und andere nie

Draußen sinken die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt, doch während die einen das Haus nicht ohne einen dicken Zwiebellook verlassen, scheint die Kälte andere überhaupt nicht zu beeindrucken. Warum manche ständig frieren und andere scheinbar nie, hat überraschende Gründe. 

Minusgrade, klirrende Kälte, gefrorene Nasenspitzen: Während draußen der Winter gnadenlos zuschlägt, zittern die einen schon beim Blick aus dem Fenster, dick eingemummelt wie ein Michelin-Männchen, die anderen spazieren hingegen locker in dünner Jacke durch den Frost. Kälte ist offenbar nicht für alle gleich kalt! Wie kann das sein? Frieren wir nicht alle bei derselben Kälte? Die Antwort lautet: Nein und die Gründe dafür sind überraschender, als viele denken.

Muskeln machen warm 

Ob wir frieren oder nicht, hängt längst nicht nur vom Thermometer ab. Unser Kälteempfinden ist hochindividuell und wird von einer ganzen Reihe körperlicher Faktoren beeinflusst: von Muskeln über Hormone bis hin zu Alter und Gesundheit. Zwei Menschen können nebeneinanderstehen und völlig unterschiedlich empfinden.

Überraschende Gründe: Warum manche ständig frieren und andere nie
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Ein entscheidender Faktor ist die Muskelmasse. Muskeln produzieren permanent Wärme – selbst im Ruhezustand. Wer also gut trainiert ist oder von Natur aus mehr Muskelmasse hat, besitzt sozusagen eine eingebaute Heizung. Menschen mit wenig Muskeln oder wenig Unterhautfett verlieren dagegen schneller Wärme und beginnen früher zu frieren. Auch Fett spielt eine Rolle: Ein Fettpolster wirkt isolierend. Das erklärt, warum kräftigere Menschen bei Kälte oft einen kleinen Vorteil haben, zumindest was das Frieren angeht.

Krankheit könnte dahinterstecken

Manchmal stecken hinter ständigem Frösteln auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel oder grippale Infekte mit Fieber. Diese können das Kälteempfinden verstärken. Friert man vor allem an Händen oder Füßen, können auch Durchblutungsstörungen dahinterstecken, etwa bei Diabetes oder Arteriosklerose. Wer ungewöhnlich stark oder dauerhaft friert, sollte das medizinisch abklären lassen.

Frauen frieren schneller als Männer

Frauen reagieren auf Kälte oft empfindlicher und das aus biologischen Gründen. Männer verfügen im Durchschnitt über rund 25 Prozent mehr Muskelmasse als Frauen, was ihnen einen klaren Wärmemotor-Vorteil verschafft. Verantwortlich dafür ist vor allem das Hormon Testosteron.

Frauen hingegen haben eine etwa 15 Prozent dünnere Haut, was die Isolation reduziert. Hinzu kommen hormonelle Schwankungen: Östrogen kann die Blutgefäße verengen, wodurch weniger Wärme in Hände und Füße gelangt. Deshalb frieren viele Frauen in bestimmten Phasen ihres Zyklus deutlich schneller als in anderen.

Alter, Blutdruck und Bewegung: Weitere Einflussfaktoren

Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere Menschen haben meist weniger Muskelmasse, dünnere Haut und einen geringeren Grundumsatz – sie produzieren also weniger Wärme. Ein niedriger Blutdruck kann ebenfalls dazu führen, dass man Kälte intensiver wahrnimmt. Die gute Nachricht: Bewegung hilft fast immer. Schon leichte Aktivität kurbelt die Muskelarbeit an und setzt zusätzliche Wärme frei. Wer langfristig Muskeln aufbaut, profitiert sogar im Ruhezustand von einem höheren Grundumsatz.

Kälte mit Kälte bekämpfen

Überraschende Gründe: Warum manche ständig frieren und andere nie
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Klingt paradox, ist aber effektiv. Wer sich regelmäßig kalten Temperaturen aussetzt, sei es durch kalte Duschen oder sogar ein Eisbad, trainiert seinen Körper, besser mit der Kälte umzugehen. Auf lange Sicht stärkt diese Gewohnheit das Immunsystem, fördert einen erholsameren Schlaf und steigert die Widerstandskraft. Durch die regelmäßige Konfrontation mit der Kälte bildet der Körper mehr Unterhautfettgewebe, was die Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen verringert.

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