In einer bemerkenswert unverblümten Abrechnung erteilt die Leinwandikone Kim Novak der Besetzung ihres Lebensfilms durch Sydney Sweeney eine ebenso scharfe wie ästhetisch begründete Absage.
In der Traumfabrik braut sich ein Generationenkonflikt der cineastischen Extraklasse zusammen. Kim Novak, die 93-jährige Leinwandlegende und unvergessene Muse aus Hitchcocks „Vertigo“, zeigt sich überaus konsterniert über das geplante Filmprojekt „Scandalous“. Im Zentrum der Kritik steht dabei ausgerechnet Hollywoods aktueller Liebling Sydney Sweeney (28), die in die Rolle der Novak schlüpfen soll. Die Ikone der Goldenen Ära findet für diese Besetzungswahl im Gespräch mit der britischen „Times“ unmissverständliche Worte.
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Ein optischer und inhaltlicher „Fehlgriff“
Für Kim Novak ist die Verpflichtung Sweeneys ein Sakrileg an ihrer eigenen Lebensgeschichte. Die Kritik der Altmeisterin zielt dabei einerseits auf die physische Präsenz der jungen Kollegin ab, die ihr schlicht zu plakativ erscheint. Über Sweeney äußerte sie spitz, diese steche „oberhalb der Taille einfach zu sehr heraus“.
Doch das Unbehagen sitzt tiefer als die bloße Anatomie. Novak befürchtet eine Reduktion ihrer Biografie auf rein oberflächliche Reize. Da Sweeney durch freizügige Rollen und ihre eigene Dessous-Linie ein betont laszives Image pflegt, sieht Novak die Essenz ihrer damaligen Beziehung zu Sammy Davis Jr. (†64) gefährdet: „Wir hatten vor allem unglaublich viel gemeinsam. (...) Natürlich würde es als sexuelle Beziehung gezeigt werden – Sydney Sweeney wirkt ständig sexy. Sie ist die völlig falsche Wahl, um mich zu spielen.“
Kim Novak wehrt sich gegen die geplante Besetzung ihres Biopics
Zwischen Seelenverwandtschaft und „Skandal“
Bereits im vergangenen Jahr fand Novak deutliche Worte für das Projekt, dessen Titel „Scandalous“ ihr bereits ein Dorn im Auge war. Wo das Studio einen Skandal wittert, sieht die heute 93-Jährige eine tiefe emotionale Verbindung, die weit über das Körperliche hinausging. „Ich denke nicht, dass die Beziehung skandalös war. (…) Wir hatten so viel gemeinsam, auch das Bedürfnis, für das akzeptiert zu werden, was wir sind und was wir tun – und nicht nur dafür, wie wir aussehen.“
In einer Ära, in der die Verbindung zwischen einer weißen Leinwandgöttin und einem schwarzen Entertainer wie Sammy Davis Jr. die Grundfesten des rassistisch geprägten Hollywood-Establishments erschütterte, ging es Novak um gegenseitige Akzeptanz – ein Aspekt, den sie durch die aktuelle Besetzung ins Triviale abgleiten sieht.
Produktion unter kritischer Beobachtung
Trotz des rüden Urteils der Namensgeberin laufen die Vorbereitungen für das Biopic unter der Regie von Colman Domingo weiter. Während David Jonsson (32) den Part von Sammy Davis Jr. übernehmen wird, bleibt abzuwarten, wie die Produktion auf den öffentlichen Widerstand der „Vertigo“-Ikone reagiert. Eines ist jedoch sicher: Kim Novaks „Veto“ hat dem Film bereits vor dem ersten Klappenschlag eine Aufmerksamkeit beschert, die kaum ein PR-Agent hätte planen können.