Andreas Urteil

Seltene Ausstellung

21er Haus zeigt Andreas Urteil

Museumsschau mit Arbeiten des 1963 gestorbenen Wotruba-Schülers.

Andreas Urteil (1933-1963) gehörte zwar zu den bedeutenden Bildhauern Österreichs nach dem Krieg, seine letzte Museumsschau liegt aber schon ein Vierteljahrhundert zurück. Das 21er Haus präsentiert nun über 30 Arbeiten des Wotruba-Schülers – darunter Skulpturen und Zeichnungen – in der Ausstellung "Andreas Urteil. Zeit und Form". "Es scheint, als habe er mit seinen dynamischen Formgebungen einen Weg gefunden, die klassische Skulptur aufzubrechen, ohne sie aber zu zerstören", würdigt Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco laut Unterlagen die Leistung des Künstlers.

Von Renaissance und Antike  

Dessen Frühwerk war noch sehr von Renaissance und Antike beeinflusst, was nicht zuletzt auf die Italienaufenthalte zwischen 1954 und 1961 zurückging. Allerdings stand schon damals der Umgang mit Bewegungsabläufen und Dynamik im Fokus. Urteil entwickelte ab Mitte der 1950er zunehmend abstrakt wirkende, plastische Formen, die dennoch aus der detaillierten Betrachtung des menschlichen Körpers entspringen. Seine Figuren wurden zu Sinnbildern des Organischen.

Expressive Malerei wichtige Quelle der Inspiration
Dabei war auch die expressive Malerei eine wichtige Inspirationsquelle. "Er löste sich durch das schier rastlose Zeichnen vom Abbild und erprobte daran sein informelles Formvokabular, das er dann in der Plastik umsetzte", so Kurator Harald Krejci. Der frühe Tod des Künstlers 1963 - im Alter von nur 30 Jahren -, setzte dieser künstlerischen Entwicklung allerdings ein jähes Ende. Sechs Monate nach Urteils Tod widmete ihm Werner Hofmann im damaligen 20er Haus eine Personale. Nun zieht das 21er Haus gleich.

Info
"Andreas Urteil. Zeit und Form" von 6. November 2013 bis 27. April 2014 im Wotruba Raum, 21er Haus, Arsenalstraße 1, 1030 Wien. Mittwoch und Donnerstag 11 bis 21 Uhr, Freitag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr. Katalog "Andreas Urteil (1933-63) – Zeit und Form" herausgegeben von Agnes Husslein-Arco und Harald Krejci, 22 Euro