Bei den Salzburger Festspielen spitzt sich der Konflikt weiter zu. Nach der Beurlaubung von Markus Hinterhäuser wächst der Druck auf die Verantwortlichen – prominente und gut betuchte Unterstützer melden sich jetzt deutlich zu Wort.
Hinter den Kulissen der Salzburger Festspiele eskaliert der Streit weiter. Am Mittwoch wurde Intendant Markus Hinterhäuser wegen "Auffassungsunterschieden und Differenzen2 mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Nun geraten Kuratorium und Förderverein zunehmend unter Druck, wie die deutsche "Bild"-Zeitung berichtet.
Anita und Erwin Müller
Zu den Unterstützern zählen unter anderem das Ehepaar Anita und Erwin Müller, Babette Albrecht, Marianne Wille, Beate Merk und Claudia Gugger-Bessinger. Sie stellen sich öffentlich hinter Hinterhäuser und kritisieren die Entscheidung deutlich.
Deutliche Kritik formuliert
Anita Müller und Claudia Gugger-Bessinger
In einem Solidaritätsbrief, der vorliegt, äußert sich Anita Müller (Müller Drogeriekette) klar: "Der Umgang mit Markus Hinterhäuser, die Art und Weise, die Gründe der Absetzung aus seinem Amt sowie die unsäglichen, einhergehenden Demütigungen seiner Person sind für uns, die nachfolgend aufgeführten Unterstützer dieses Schreibens, absolut inakzeptabel und lassen jede Form des Anstandes und Benehmens schmerzlich vermissen. So geht man mit Menschen nicht um, egal, welche Gründe auch immer zur Trennung geführt haben."
Finanzielle Konsequenzen angekündigt
Müller kündigt zudem Konsequenzen an: "Ich, Anita Müller, habe mich daher entschlossen, mein Förderengagement bei den Salzburger Festspielen ab 2027 zu kündigen." Inwieweit der Brief Auswirkungen hat, bleibt offen, man kann aber laut Insidern vom Verlust einer Millionen-Zuwendung ausgehen.
Vorwürfe gegen Hinterhäuser
Bereits zuvor waren Vorwürfe gegen Hinterhäuser öffentlich geworden. Mitarbeiter werfen ihm laut Bericht autoritäres Verhalten vor. Eine ehemalige Angestellte sagte, seine Verbalattacken hätten sich "gewalttätig angefühlt". Zudem habe im Festspielhaus "Angst" geherrscht. Sie sprach von "nur einem Täter und sehr viele Opfer" und warnte vor einer "Täter-Opfer-Umkehr".
Hinterhäuser selbst erklärte dazu: "Ich bin ein impulsiver Mensch. Das bestreite ich gar nicht." Gleichzeitig betonte er: "Es ist nicht so, dass ich wie ein Berserker durch das Festspielhaus gelaufen bin.“"