„Don Giovanni“ in famoser Besetzung – nächste Vorstellung am Sonntag.
In der neu besetzten Aufführungsserie von Mozarts Jahrtausendwerk Don Giovanni an der Staatsoper besticht vor allem die Sängerbesetzung. Die drastische Inszenierung von Jean-Louis Martinoty ist seit der Premiere nicht besser geworden, der Dirigent Louis Langrée bemüht sich um eine korrekte Umsetzung der genialen Partitur, aber schon die Ouvertüre gerät zu schwerfällig und zu laut, und die Solisten wählen oft ihr eigenes Tempo.
Bässe
Großartig sind die beiden Protagonisten: Dem eleganten russischen Bass Ildar Abdrazakov liegt der erotomanische Titelheld zwar ein wenig zu hoch, trotzdem kann er als ruchloser Verführer überzeugen. Ihm zur Seite brilliert der uruguayische Bassbariton Erwin Schrott mit ungepflegten langen Haaren als unverschämter Diener Leporello. Das perfekte Zusammenspiel der beiden Bässe ist eine Klasse für sich.
Als Don Ottavio debütiert Toby Spence, ein wunderbar lyrischer Tenor, der vor vier Jahren im Theater an der Wien als Tom Rakewell in Strawinskys The Rake’s Progress unter Harnoncourt für Furore gesorgt hat. Nächste Vorstellung: Sonntag.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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