Der mexikanische Tenor Rolando Villazón sang Belcanto-Lieder im Konzerthaus.
Seit Caruso sind die Opernfreunde und die, welche an ihnen verdienen, auf der Suche nach der weltbeglückenden Tenorstimme. 2005 wurde wieder ein neuer tenoraler Superstar entdeckt: Der Mexikaner Rolando Villazón, schwarzgelockt und mit glutvollen Augen, dazu noch ein Komödiant mit Mister-Bean-artigen Slapsticknummern; hätte er keine Stimme, könnte er als Clown Karriere machen. Sein klangschönes, erregendes Timbre ließ ihn als Gott erscheinen.
Villazón begab sich in die Hände jener Marketender der Musen, die nur an einer Sorte von Noten interessiert sind, und 2007 musste er sich zurückziehen. Seither klingt die herrliche Amoroso-Stimme verschattet und ohne Leuchtkraft in der Höhe. Nach einem traurigen Liebestrank gastierte Villazón mit Belcanto-Liedern im Konzerthaus. Der Troubadour stemmte die Töne und würgte sie heraus, niemals klang die Stimme leicht und frei. Die Fans überhäuften ihn mit Blumen und Puppen; Villazón bedankte sich mit lustigen Clown-Nummern.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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