Eiszeit

Netrebko vs. Ushakova: Showdown der Diven am 68. Opernball

Wenn am 12. Februar die Tore der Wiener Staatsoper aufschwingen, verwandelt sich das Haus am Ring einmal mehr in eine glanzvolle Arena, in der die feine Klinge der Hochkultur auf das stumpfe Schwert der medialen Provokation trifft. 

Wenn am 12. Februar die Tore des Hauses am Ring aufschwingen, dann begegnen einander nicht bloß Frack und Robe, sondern – weit pikanter – die sakrale Hochkultur und die unverblümte Provokation. Die diesjährige Gästeliste präsentiert sich als das fiebrige Delirium eines exzentrischen Regisseurs: Ein eklektisches Potpourri, das haltlos zwischen dem gleißenden Licht Hollywoods und den tiefen Abgründen des Reality-TV oszilliert. 

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Inmitten dieses bunten Treibens fungieren Sharon Stone und Fran Drescher als dringend benötigtes ästhetisches Korrektiv. Sie bringen jene Dosis internationalen Glanzes in das Rund, die den Ball vor dem Abgleiten ins Triviale bewahrt. Gemeinsam bilden sie den glamourösen Gegenpol zu jenem Skandalpotenzial, das traditionell eher aus dem Osten und den eigenen Reihen befeuert wird.

„Fächer-Diplomatie“

Denn wo die Scheinwerfer am hellsten strahlen, wirft die Opern-Diva Anna Netrebko meist die schärfsten Schatten. Die Annalen des Balls werden noch immer durch jene Episode vor zwei Jahren veredelt, als ein Logennachbar genüsslich zu Protokoll gab, wie die Diva ihre Abneigung gegen die geschätzte Kollegin Garanča derart physisch artikulierte, dass man um die Integrität ihrer Verdauung bangen musste.

 


 

Ein kunstvoll geschwungener Fächer diente damals als Schutzschild gegen eine Gesangskunst, die sie offenbar als „brechreizerregend“ empfand. Es sind exakt diese pantomimischen Glanzleistungen hinter vorgehaltener Seide, die den Ball erst wahrhaft zur „Bühne der Eitelkeiten“ adeln.

Netrebko ist im Anflug auf Wien. 

Netrebko ist im Anflug auf Wien. 

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Das Duell der Primadonnen

Heuer steht die Opernwelt erneut vor einem potenziellen Vulkanausbruch der Emotionen: Netrebko trifft auf ihre vermeintliche Erzrivalin Natalia Ushakova. Ob es tatsächlich zum direkten Schlagabtausch zwischen den Logen kommt, bleibt die große Preisfrage des Abends. Eines steht jedoch fest: Sollten die Blicke tatsächlich aufeinandertreffen, dürfte die Temperatur im Saal auch ohne Heizungsunterstützung sprunghaft ansteigen.

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