Robert Kratky

Ö3-Star

Neustart für Robert Kratky

Großes Interview: Robert Kratky über Glaube, seine neue TV-Show – und Freundin Uli.

Er hört es zwar nicht gerne. Dennoch: Ab Freitag erleben seine Fans einen neuen Robert Kratky (38). Der Ö3-Wecker-Star startet seine Zweitkarriere als Late-Night-Talker. Zehn Mal wird Kratky in seiner Show KRATKY zehn Wochen lang am Freitag um 23.25 Uhr (ORF eins) 30 Minuten mit einem Prominenten über das Leben plaudern.

Statt Ö3-Comedy wird es intensive Gespräche geben. Statt „Guten Morgen“ begrüßt er seine Gäste mit „Guten Abend“. Statt Jeans und T-Shirt trägt Kratky figurbetonte Anzüge. Statt Lachern möchte Kratky berührende Momente schaffen. Sein erster Gast: der bekannt schwierige Schauspieler Ben Becker.

Alles neu bei Kratky
Um die 180-Grad-Verwandlung zu meistern, hat Kratky 12 Kilo abgenommen, ein Coaching für Körpersprache absolviert …

… und damit wirklich alles in Balance ist – brachte Kratky auch seine Liebesprobleme mit seiner Freundin Uli wieder ins Lot. Ende August hatten sich der Ö3-Morgenmann und seine Langzeitfreundin Ulrike Auerböck (29) getrennt. Sie wollte als Model Karriere in London machen, er moderierte in Wien den Wecker. Da blieb wenig Zeit für Zweisamkeit. Also beschloss man, getrennte Wege zu gehen. Kratky litt wie ein Hund, gab nicht auf. Bei einem romantischen Wochenende in der Südsteiermark konnte man alle Differenzen aus dem Weg räumen.

Happy End
Kratky selbst spricht zwar gerne über die Liebe, aber nicht über sein Liebesleben. „Dazu gibt es keinen Kommentar, bis ich sterbe“, so Ö3-Star mit einem Lächeln.

Braucht er auch nicht. Das macht seine neue, alte Flamme Uli. „Er hat sich sehr bemüht. Ja, es gibt ein Happy End“, verriet sie ÖSTERREICH.

Auch Familienzuwachs soll bei den beiden ein Thema sein. Früher ein absolutes No-Go für Kratky, macht er jetzt einen Schwenk: „Es ist für mich vorstellbar.“
 

Ö3-Star Robert Kratky im Interview:

Ab Freitag 23.25 Uhr (ORF 1) ist Ö3-Wecker Robert Kratky auch TV-Star. Das Interview.

ÖSTERREICH: Herr Kratky, Sie haben schon mehrere Berührungen mit dem TV gehabt. Hoffen Sie, dass die neue Late-Night-Show Ihr TV-Durchbruch wird?
Kratky: Ich versuche nicht den großen Durchbruch. Bis auf ganz wenige Ausnahmen habe ich auch jede Möglichkeit abgelehnt, ins Fernsehen zu gehen. Und das ganz bewusst. Für das Fernsehen würde ich nie den Ö3-Wecker aufgeben.

ÖSTERREICH: Warum machen Sie dann das neue Talkformat?
Kratky:  Ich möchte nur eine schöne halbe Stunde Fernsehen machen. Im Radio habe ich höchstens fünf Minuten Zeit, um ein Gespräch mit jemandem zu führen, das ist dann natürlich nicht sehr intensiv. TV-Shows mit Feuerwerk, Band und zehn nackten Tänzerinnen, die auf Elefanten einreiten – das ist ja ganz cool. Das glitzert, glänzt und fasziniert. Aber was ich wirklich vermisse im Fernsehen, sind lange, intensive Gespräche. Meine Sehnsucht stille ich, indem ich es einfach einmal versuche.

ÖSTERREICH: Werden wir einen neuen Robert Kratky kennenlernen?
Kratky: Ich hinterlasse im Ö3-Wecker wohl einen falschen Eindruck. In der Früh fühle ich mich im Studio so wohl, da lässt man schon manchmal den Kerl raushängen. Im echten Leben ist das schon seltener der Fall. Beim Ansehen des Piloten ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich eh ein ganz Lieber bin (lacht). Auch relativ nahe am Wasser gebaut, wenn ich dem richtigen Menschen gegenübersitze.

ÖSTERREICH: Was war der erste Gedanke als Sie den Piloten sahen?
Kratky: Dass es nur ganz wenige Kameraeinstellungen gibt, bei denen ich mich fesch fühle (lacht).

ÖSTERREICH: Das klingt nach Minderwertigkeitskomplexen ...
Kratky: Natürlich habe ich die. Aber zeigen Sie mir jemanden, der keine hat. Jeder Mensch, der in die Medien geht, hat auf irgendeine Weise etwas zu kompensieren. Ich bin da keine Ausnahme.

ÖSTERREICH: Was kompensieren Sie?
Kratky: Ich war in der Schule nicht besonders gut. Ich komme aus herzlichen, aber bescheidenen Verhältnissen. Und ich musste viele Jahre hart um Anerkennung kämpfen. Mittlerweile geht es mir aber nur noch um ein erfolgreiches Produkt und ein gutes Verhältnis zu meinen Kollegen. Lange Zeit ging es mir aber vor allem darum, Anerkennung zu finden. Aber wer ist nicht gerne erfolgreich?

ÖSTERREICH: Gibt es einen Gast, vor dem Sie sich fürchten? Mit Ben Becker haben Sie es sich zu Anfang schon mal nicht leicht gemacht …
Kratky: Der macht mir die wenigsten Sorgen. Ich bin ein riesiger Fan. Wenn er mich aus irgendeinem Grund nicht mag oder ich ihn auf dem falschen Fuß erwische, was soll passieren? Wir werden uns schon nicht prügeln (lacht).

ÖSTERREICH: Womit wollen Sie die Leute kurz vor Mitternacht fesseln?
Kratky: Mit Emotionen, die bei diesen Gesprächen entstehen. Wie das passieren wird, weiß ich noch nicht. Es wird jedes Mal aufs Neue ein Experiment sein. Vielleicht komme ich einmal mit einem männlichen Gast zufällig auf das Thema Liebe und wir sprechen dann eine halbe Stunde darüber, wie es ist, wenn aus den härtesten Männer kleine Jungs werden, wenn sie einer Frau begegnen, die ihr Herz berührt.

ÖSTERREICH: Interessant, dass Robert Kratky mit seinen Gästen über die Liebe sprechen möchte und es selbst meidet.
Kratky: Ich rede gerne über die Liebe, nur eben nicht über mein Liebesleben. Aber reden wir lieber über die Finanzkrise, das ist auch ein interessantes Thema.

ÖSTERREICH: Machen Sie sich Sorgen um Ihr Geld?
Kratky: Ich mache mir täglich mehr Sorgen, als sich alle vorstellen können. Die Hälfte meines Berufslebens hatte ich kein Geld. Heute habe ich noch immer Existenzängste. Mein Papa hatte eine Firma, die weg war, als er starb. Wir waren nicht arm, im Sinne von Sozialfall, aber wir mussten sparen. Damit ist es in meinen ersten Berufsjahren weitergegangen. Mir ging es damals teilweise wirklich schlecht. Ich kenne diese Situation sehr gut, dass man nicht weiß, wie man seine Rechnungen bezahlen soll, obwohl man so viel arbeitet. Und noch heute habe ich Angst, wenn der Bankomat langsam arbeitet, dass die Karte eingezogen wird.

ÖSTERREICH: Sind Sie eigentlich sparsam?
kratky: Schwer zu sagen. Der ehemalige Direktor meiner Hausbank ist heute mein Berater in finanziellen Angelegenheiten. Irgendwann hat er begonnen, auf einem Konto, auf das ich selbst keinen Zugriff habe, Geld für mich zu sammeln.

ÖSTERREICH: Wofür geben Sie gerne Geld aus?
Kratky: Ich habe so einen Tick. Immer wenn ich am Rückflug nach Wien bin, habe ich Angst, dass der Flieger vielleicht abstürzt. Mein letzter Gedanke wäre sicher: „Hätte ich doch nur das bessere Hotel genommen.“ Deswegen leiste ich mir immer ein schönes Hotel. Ich möchte gerne viel erleben, denn das Leben kann kurz sein. Mit jedem Jahr meines Lebens komme ich dem Ziel näher, dass ich einmal in den Rückspiegel blicken und sagen kann: „Ich hatte eine tolle Zeit.“

ÖSTERREICH: Was fehlt Ihnen dazu noch?
Kratky: Ein kleines Haus im Grünen.

ÖSTERREICH: Mit Familie?
Kratky: Die Antwort ist prinzipiell Nein. Aber die Dinge können sich ändern. Früher wollte ich keine Kinder, weil ich Angst hatte, dass ich sie mit meinem Job nicht erhalten könnte. Heute stehe ich dem Thema schon offener gegenüber. Wenn man einen Job hat, der sehr viel Freiheiten bietet, so wie meiner, hat man Angst, das Kind in sich zu verlieren. Mittlerweile habe ich mehr die Sorge, dass ich mit 50 Jahren alleine da sitze, ohne Familie. Ich kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken und sonst nichts. Zu Weihnachten wird man dann von Freunden eingeladen, die eine Familie haben. Das will ich nicht.

ÖSTERREICH: Kommt Robert Kratky gut bei Frauen an?
Kratky: Frauen, die Fotos von mir sehen, die 10–15 Jahre her sind, sagen alle: „Gott, du musst dem Schicksal danken! Du wirst besser im Alter.“ Das ist nicht prinzipiell ein Kompliment, es heißt nur, es wird besser. Aber ich klopfe auf Holz, damit es so bleibt.

ÖSTERREICH: Sie klopfen auf Holz – sind Sie abergläubisch?
Kratky: Es gibt keinen Rauchfangkehrer, dem ich nicht, wenn ich Zeit habe, die Hand schüttle oder zumindest den Knopf halte. Ich klopf auf Holz und ich klopf nicht irgendwo hin, es muss schon Holz sein. Also ja, ich bin total abergläubisch …

ÖSTERREICH: Gibt es auch einen Glückbringer?
Kratky: Ich trage ein Kreuz als Halskette. Es ist für mich mehr als ein Glückbringer. Wenn ich sie ablege, macht mich das nervös.

ÖSTERREICH: Das heißt Robert Kratky glaubt an Gott?
Kratky: Ja, ich bin sehr gläubig.

ÖSTERREICH: Nun, der letzte Versuch: Bestätigen Sie, dass Sie mit Ihrer Freundin Uli ein Liebescomeback feiern?
Kratky: Zum meinem Liebesleben gebe ich keinen Kommentar ab. Und das bleibt so, bis ich sterbe. (lacht)