"Undercover Boss"

G4S Betriebsrat wehrt sich gegen ORF

Matthias Wechner
© G4S
Nach Streichung der Folge aus dem ORF-Programm legt G4S offenen Brief vor.
OE24 auf Google bevorzugen

Am 13. November hat der ORF mitgeteilt, dass er die für nächsten Mittwoch (20. November) geplante Folge von "Undercover Boss" mit dem Österreich-Vorstand der privaten Security-Firma G4S, Matthias Wechner (Bild), aus dem Programm nimmt. Nachdem die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen den Konzern ermittelt hat und nun ein Abschlussbericht zu den Vorwürfen wegen Fehlverrechnung vorliegen hat, sah sich der ORF dazu veranlasst die Episode mit dem Chef des Überwachungsdienstes zu streichen. Das schmeckt dem Betriebsrat des Konzerns überhaupt nicht. Dementsprechend setzt er sich nun mit einem offenen Brief zur Wehr.

Sicherheitsfirma erfuhr Streichung aus den Medien
Nachdem der ORF die Folge mit ihrem Vorstand aus dem Programm gestrichen hatte, zeigte sich das Unternehmen von der Vorgehensweise der TV-Anstalt enttäuscht. In einem offenen Brief schildert der Sicherheitsdienst seine Sicht der Dinge. "Als Zentralbetriebsrat von G4S Österreich vertreten wir die Interessen der 3.000 in ganz Österreich beschäftigten Mitarbeiter. Wir mussten gestern den Medien entnehmen, dass der ORF die mit dem G4S-Geschäftsführer und einigen Mitarbeiter produzierte Sendung "Undercover-Boss" aus dem Programm gestrichen wurde und können die Gründe für dieses Vorgehen nicht nachvollziehen", steht darin geschrieben.

Mitarbeiter nicht mehr beschäftigt

Auch was die Recherchen des ORF anbelangt, klärt die Firm auf. "Der ORF führt Vorwürfe gegen das Unternehmen aus dem Jahr 2007 an. Wir halten fest, dass die betroffenen Mitarbeiter heute gar nicht mehr bei G4S beschäftigt sind und der Vorstand, Dr. Matthias Wechner, zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bei G4S aktiv war. Weiters wird die Causa seit über 3 Jahren von den Behörden aufgearbeitet und das nicht im Verborgenen, vielmehr wurde und wird darüber ausführlich medial berichtet. Ferner möchte der Zentralbetriebsrat feststellen, dass es sich bei dem vom ORF angesprochenen "Abschlussbericht" der "Staatsanwaltschaft" nicht um einen Abschlussbericht handelt, sondern um einen von mehreren Zwischenberichten. Dieser Zwischenbericht stammt auch nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern von den ermittelnden Behörden", stellt G4S im Schreiben richtig.

Konzern enttäuscht
Der Sicherheitsdienst wird wohl mit dem Entschluss des ORFs leben müssen, nachvollziehen kann diese Entscheidung allerdings niemand. Vielmehr zeigt sich der Betriebsrat und die Mitarbeiter gekränkt darüber, dass Österreich nun nichts über ihren Arbeitsplatz erfahren wird. "Hätte der ORF die Ausstrahlung der Sendung nicht verhindert, hätte man unsere Alarmanlagenmonteure, Revierstreifenfahrer, Parkraumüberwacher und Flughafen-Securitys bei ihrer Arbeit gesehen und bemerkt, dass hier verlässliche und anständige Menschen ihr Bestes geben. Innerhalb des Unternehmens war die Teilnahme an der Sendung "Undercover Boss" ein großes und positives Thema - viele haben sich sehr auf die Sendung gefreut und hätten dies als Anerkennung ihrer täglichen Arbeit gesehen. Dass der ORF sich nun ohne detaillierte Prüfung zu einer kurzfristigen Programmänderung entschlossen hat, lässt uns als Personalvertretung und die Mitarbeiter von G4S enttäuscht und an der Objektivität des ORF zweifelnd zurück", heißt es im offenen Brief abschließend.

Rückmeldung vom ORF noch ausständig
Der ORF hat sich zu dem Schreiben noch nicht zu Wort gemeldet. Ob die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt noch ein Statement zu der Causa abgeben wird, ist nicht bekannt.

Die TV-Highlights des Jahres 2013


1 / 71

Juergen Maurer ist "Kommisar Rex'" neues Herrl

Dienstantritt für Juergen Maurer in Meran! Am Samstag, dem 21. Dezember 2013, um 20.15 Uhr in ORF 2 bekommt Österreichs Kultkommissar auf vier Beinen ein neues Zuhause und einen neuen Partner an die Seite gestellt. Im neuen ORF/RAI-Fernsehkrimi "Kommissar Rex - Eiszeit" geht es für den Vierbeiner nach Südtirol. Dort soll er der neue Partner von Kommissar Andreas Mitterer alias Juergen Maurer ("Das Wunder von Kärnten") werden.

© ORF/Beta Film

Sascha Hehn wird "Traumschiff"-Kapitän

Wenn "Das Traumschiff" unterwegas ist, "weiß das Publikum weiß seit 32 Jahren: Es geht immer alles gut aus, es gibt ein Happy End, es wird ein tolles Land gezeigt", sagt der Produzent der ZDF-Serie, Wolfgang Rademann (78). "Es gibt immer eine dramatische Geschichte, eine heitere Geschichte und eine Love Story." Zum Jahreswechsel übernimmt jedoch ein neuer Kapitän. Nach 14 Jahren gibt Kapitän Jakob Paulsen alias Schauspieler Siegfried Rauch das Ruder aus der Hand - und übergibt es an einen ehemaligen Steward. 30 Jahre nachdem Sascha Hehn (59) als Steward Victor zum ersten Mal an Deck stand, kehrt er auf das Schiff zurück - befördert zum Kapitän. Die letzte Reise für Kapitän Rauch führt ihn am Zweiten Weihnachtstag im ZDF nach Malaysia. Doch Rettung naht schon fünf Tage später in Form eines alten Bekannten: Ex-Steward Victor, der in den 1980er Jahren den Frauen reihenweise den Kopf verdrehte, hat seine "Traumschiff"-Abstinenz gut genutzt, ist Kapitän geworden und übernimmt in der Neujahrs-Folge zum ersten Mal das Steuer, wenn der Kreuzfahrt-Dampfer Kurs auf Australien nimmt.

© ZDF

Zweite Staffel "House of Cards" ab Februar auf Sky

Francis Underwood geht weiter seinen Weg: Ab 14. Februar bringt der Bezahlsender Sky die zweite Staffel der US-Erfolgsserie "House of Cards", womit man Kevin Spacey in der Rolle des Politikers wieder begleiten darf. Alle 13 Episoden sind ab diesem Tag und somit parallel zum US-Start via Sky Go abrufbar, einen Tag später dann auch via Sky Anytime, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.

© BBC

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden