Der 30-Jährige ist bereits seit 2022 auf der Flucht vor den österreichischen Behörden.
Stmk/Slowenien. Ermittlern des Stadtpolizeikommandos Graz ist in enger internationaler Zusammenarbeit ein schwerer Schlag gegen den organisierten Drogenhandel gelungen. Ein seit vier Jahren flüchtiger Grazer (30) wurde in Slowenien festgenommen. Er steht im Verdacht, rund 170 Kilogramm harter Drogen in die Steiermark geliefert zu haben.
Bereits seit dem Jahr 2022 befand sich der 30-Jährige auf der Flucht vor der österreichischen Justiz. Nach mehreren Festnahmen in Graz entzog er sich dem weiteren Zugriff, indem er sich zunächst rund zwei Jahre in Kroatien und zuletzt überwiegend in Slowenien verbarg. Dort agierte der Tatverdächtige unter Nutzung gefälschter slowakischer Urkunden und mietete zuletzt ein Einfamilienhaus in der Nähe von Ljubljana an.
Drogenhandel im großen Stil
Vom Ausland aus soll der Grazer einen großangelegten Suchtgifthandel orchestriert haben. Über ein Netzwerk slowenischer Kurierfahrer wurde die Grazer Suchtgiftszene kontinuierlich mit großen Mengen an vorwiegend harten Drogen beliefert. Den Zugang zu internationalen Drogenkartellen erhielt der Tatverdächtige mutmaßlich über einen bereits verurteilten Komplizen (nicht rechtskräftig 20 Jahre Haft). Gemeinsam sollen sie bis zuletzt den internationalen Handel betrieben haben.
Festnahme durch Sondereinsatzkräfte
Am 23. Jänner 2026 klickten schließlich die Handschellen. In enger Kooperation zwischen dem Kriminalreferat des SPK Graz sowie der slowenischen Polizei wurde der mittels EU-Haftbefehl gesuchte Grazer lokalisiert und in Slowenien festgenommen. Nur einen Tag zuvor war es den Ermittlern in Graz gelungen, seinen Hauptkurierfahrer unmittelbar nach einer Lieferung auf frischer Tat festzunehmen.
Dem 30-Jährigen wird zur Last gelegt, seit 2022 mehr als 170 Kilogramm Suchtmittel verkauft zu haben. Die bisher nachgewiesenen Mengen umfassen unter anderem: 16,5 kg Heroin und 20,5 kg Kokain, 47 kg Amphetamin und 2,3 kg Methamphetamin, rund 85 kg Cannabisprodukte sowie mehrere Kilogramm Ketamin und tausende Stück XTC.
Im Zuge der Festnahme in Slowenien stellten die Beamten zudem ein umfangreiches Lager mit mehreren Kilogramm diverser synthetischer Drogen, Heroin und Kokain sicher.
Die Operation „Haribo“ – benannt nach dem Pseudonym eines Subdealers auf einem Messengerdienst – führte auch zu großen Ermittlungserfolgen in der gesamten Steiermark. In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt und den Suchtmittelgruppen Leibnitz und Weiz/Gleisdorf konnten insgesamt 25 Subdealer ausgeforscht und festgenommen werden. Der Großteil von ihnen wurde bereits zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
Der Hauptverdächtige wurde am 9. Februar 2026 nach Österreich ausgeliefert und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert, wo er sich derzeit in Untersuchungshaft befindet.