Polizei-Heli stürzt in See: 4 Tote

Tirol

Polizei-Heli stürzt in See: 4 Tote

Zeuge alarmiert Rettung: "Hörte lauten Knall"

"Auf einmal zog der Hubschrauber tief herein und war ständig im Sinken. Plötzlich krachte er in den Achensee, ich hörte nur einen lauten Knall."

Es ist Mittwoch, kurz nach 10 Uhr: Georg Pittl (44) fischt am Achensee, als er die Katastrophe miterlebt. Er sieht, wie der Polizeihubschrauber Eurocopter 135 des Innenministeriums zwischen Gaisalm und Achenkirch abstürzt. "Ich dachte nur, hoffentlich schaffen es die Insassen", sagt Pittl. Er ist es, der um 10.11 Uhr die Polizei per Handy alarmiert.

Video: Das Interview mit dem Augenzeugen

Minuten später treffen die ersten Einsatzkräfte ein. Feuerwehr, Wasserrettung und Polizei schicken ein Großaufgebot. Das Bundesheer lässt eine Alouette einfliegen. Das Gebiet wird rigoros abgesperrt, fast 50 Taucher suchen nach den vier Vermissten, es werden Unterwasserkameras und Sonargeräte eingesetzt.

Leiche treibt auf See
Aber: An der Oberfläche des Sees (bis zu 133 Meter tief) treibt nur noch ein Stück rot-weiß-rotes Heck, der See ist bitterkalt (3 Grad). Überlebenschance: gleich null. Dann sehen die Retter eine Leiche auf der Wasser-Oberfläche treiben. Flugbegleiter Stephan L. (38) aus Tirol, begeisterter Alpinist, Bergführer.

Am Nachmittag ist es dann Gewissheit: Keiner der vier Insassen hat überlebt. Unter den Opfern: Elite-Pilot und Familienvater Markus P. (41, 2.500 Flugstunden). "Einer unserer besten Piloten", sagt Norbert Zobl, Stv. Polizeikommandant von Tirol.

Ebenfalls tot: der Tiroler Grenzpolizist Herbert F. (53) und ein Polizist (43) aus der Schweiz.

Diashow: Hubschrauber in Tiroler Achensee gestürzt

Hubschrauber in Tiroler Achensee gestürzt

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    Wrack in 100 Metern Tiefe
    Während die Leiche des Flugbegleiters 15 Minuten nach dem Unfall geborgen wird, sollen die anderen drei Opfer mit der Helikopter-Zelle untergegangen sein.

    Einsatzleiter Christian Bürger: "Es ist schwierig, weil sich das Wrack 80 Meter tief befindet." Donnerstag früh konnte das Wrack dann in über 100 Meter Tiefe geortet werden. Ob sich die übrigen Insassen noch im Helikopter befinden ist unklar.

    Der Eurocopter 135, das Flaggschiff der Flugpolizei, startete um 9.15 Uhr in Innsbruck zu einem routinemäßigen Erkundungsflug an der Grenze zu Deutschland. Warum er abstürzte, bleibt rätselhaft. Zeugen hörten keine Geräusche eines kaputten Motors, der Heli trudelte nicht. Er fiel einfach ins Wasser. Rudolf Gollia vom Innenministerium: "Wir wissen noch nicht, warum."

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