So schamlos wird Leonie verhöhnt

Wien

So schamlos wird Leonie verhöhnt

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Eine 13-Jährige wurde von ihnen unter Drogen gesetzt, betäubt und vergewaltigt – bis der Teenie starb. Die Aussagen der Angeklagten schocken.

Wien. Der bisher schlimmste Satz fiel vom Ältesten, Zubai, der nach England geflohen war und der Leonies Martyrium mit dem Handy gefilmt hatte: „Es ist halt passiert.“ Von der 13-Jährigen habe er nicht gewusst, wie jung sie sei, man habe sie ihm überlassen mit den Worten „Sie ist ein Mädchen, das für Geld alles macht“. Alle sexuellen Handlungen mit ihm wären freiwillig passiert. Als es ihr wegen der bis zu sieben Ecstasy-Tabletten (die man ihr heimlich ins Getränk mischte) immer schlechter ging, flößte er Leonie Zitronensaft ein. Danach will er sie gefragt haben, ob sie die Rettung benötige: „Sie bedankte sich und sagte Nein“, flunkerte Zubau alias der Boxer (23) schamlos. Nächste unfassbare Aussage: Gefilmt habe er nur, um einen Beweis gegen die anderen zu haben. Die wären nämlich die wahren Täter.

Geständnis angekündigt – dann alles abgestritten

„Nur gekuschelt“. Auch bei der Befragung des ­zweiten Angeklagten wurde so manchem übel – auch dem Anwalt des 20-jährigen Pizzakochs Haji, der ein Geständnis seines Mandanten angekündigt hatte, das dieser dann mehr als relativierte. Der Verteidiger ließ sich den ersten Verhandlungstag von einem Kollegen vertreten, nachdem sein Klient nicht nur die Vergewaltigung, sondern jeden sexuellen Kontakt (trotz DNA-Beweis) abstritt: „Ich gebe zu, dass Leonie bei mir übernachtete und wir ein bisschen gekuschelt haben. Danach legte ich mich mit Kopfhörern auf die Couch, schlief ein und bekam von allem nichts mehr mit.“

Nach Energydrink plötzlich eingeschlafen

„Ebenfalls betäubt“. Starke Nerven brauchte man auch für diese Ausführungen von Haji: „Hätte ich gewusst, dass die anderen Drogen bei sich haben, hätte ich sie nicht in die Wohnung gelassen. Ich habe ihr nichts getan. Wenn sie am Leben wäre, könnte sie das bestätigen.“

Für blankes Entsetzen nicht nur bei den Hinterbliebenen sorgte der Jüngste der Bande, Ramesh, der sich als 16-Jähriger ausgab, obwohl er 19 ist, und behauptet, Leonies Freund gewesen zu sein, obwohl er weder ihre Lieblingsfarbe, ihr Lieblingsessen oder irgendetwas (nicht einmal ihr richtiges Alter) wusste. Er gibt „einvernehmlichen Sex“ zu, will aber dann ebenfalls betäubt worden sein. „Wir bekamen einen Energydrink, und dann bin ich eingeschlafen.“ Der Staatsanwalt zerlegte diese Aussage: „Zur frag­lichen Zeit waren Sie durchgehend mit dem Handy auf sozialen Netzwerken unterwegs.“ Nächste Woche geht der Prozess mit mindestens drei Verhandlungstagen weiter.

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