Spesen-Vorwürfe

ORF beurlaubt 200-Millionen-Euro-Mann

Spesen-Vorwürfe gegen Werbechef Böhm - ORF zittert jetzt um Werbe-Millionen

Nächster Knalleffekt im ORF: Der Geschäftsführer der ORF-Werbevermarktungstochter ORF Enterprise, Oliver Böhm, ist vom Unternehmen völlig überraschend beurlaubt worden.

Vorwürfe gegen ORF-Enterprise-Geschäftsführer  

Hintergrund ist eine Untersuchung durch interne und externe Fachleute, die aufgrund von Vorwürfen eingeleitet wurde. „Nachdem rund um Ostern Vorwürfe gegen ORF-Enterprise-Geschäftsführer Oliver Böhm aufgekommen sind, wurde er unverzüglich beurlaubt und eine Compliance-Untersuchung durch interne und externe Experten eingeleitet“, heißt es von Seiten des ORF in einer Stellungnahme gegenüber „Horizont“. „Sobald Ergebnisse dieser Untersuchung vorliegen, wird der ORF über die nächsten Schritte entscheiden und darüber auch informieren. Wir bitten um Verständnis, dass wir zum Schutz aller Beteiligten vorab über keine Details, sondern erst über Ergebnisse dieser Untersuchung informieren werden.“

Böhm selber dürfte bisher nicht über die Vorwürfe informiert worden sein. Bei den Vorwürfen soll es sich um „kleinere Verstöße gegen die Compliance“ handeln, wie Spesenabrechnungen und Tickets für Konzerte.

Super-GAU für den krisengebeutelten ORF 

Die Beurlaubung Böhms ist ein Super-GAU für den krisengebeutelten ORF: Der Enterprise-Geschäftsführer verantwortet das komplette ORF-Werbevolumen in Höhe von 224 Millionen Euro (2025). „Der Großteil der ORF-Werbeerlöse hängt direkt an seiner Person, ohne ihn droht dem Werbeverkauf ein Desaster“, so ein ORF-Insider zu oe24. Mit Böhms Beurlaubung wackelt jetzt ein Viertel (!) des kompletten ORF-Budgets - zusätzlich zur Werbung erhält der ORF noch 750 Millionen Euro Haushaltsabgabe.

Fassungslos über die Beurlaubung 

Die Beurlaubung des Werbechefs kommt für den ORF zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Der Song Contest steht im Mai vor der Tür und bereits im Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Ein beträchtlicher Teil der ORF-Werbeiennahmen hängt unmittelbar an diesen beiden Großevents. Im ORF-Stiftungsrat zeigt man sich fassungslos über die Beurlaubung. Die Kritik an der interimistischen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher wird indessen immer lauter: „Das ist nur noch Management by Chaos. Das Vorgehen ist nicht mehr nachvollziehbar. Damit droht dem ORF heuer ein Millionen-Verlust“, so ein hochrangiger Stiftungsrat.

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