Umstritten

Wann fliegt Graf?

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Verfassungsbruch: FP-Nationalratspräsident Martin Graf will Südtirol wieder zu Österreich holen. Nun wollen (fast) alle, dass er geht.

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FPÖ-Nationalratspräsident Martin Graf sorgt wieder einmal für internationale Schlagzeilen. Nachdem er im Juni den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzikant, als „Ziehvater des linksextremen Terrorismus“ diffamiert hatte, sorgt er sich nun um Südtirol. In einem Presse-Interview fordert er eine Volksabstimmung über den „Anschluss“ Südtirols an Österreich. Eine weitere gezielte Provokation des „alten Herrn“ der extrem rechten Burschenschaft Olympia, deren Mitglieder sich selbst im Jahr 2009 noch als Deutsche fühlen.

Vier Parteien für Grafs sofortigen Rücktritt
Dass Italien not amused auf die „Ewiggestrigkeit“ des blauen Präsidenten reagiert, ist klar. Aber auch im Inland reicht es den Politiker-Kollegen. ÖVP-Außenminister Michael Spindelegger, der ständig am internationalen Parkett Grafs Scherben aufkehren muss, erklärt im ÖSTERREICH-Gespräch: „Wer glaubt mit Konzepten von gestern, Probleme von morgen lösen zu können, ist am falschen Dampfer. Ich habe bereits vor Monaten den Rücktritt Grafs gefordert, wegen seiner mangelnden Abgrenzung zum faschistischen Gedankengut. Meine Position dazu bleibt unverändert.“

Die ÖVP, die bislang Grafs Abwahl blockiert hatte, scheint nun die Geduld verloren zu haben. VP-Seniorenchef Andreas Khol hält Graf für rücktrittsreif. Dem Tiroler VP-Landeshauptmann Günther Platter geht „Graf einfach nur noch auf die Nerven“.

Das sieht SPÖ-Klubchef Josef Cap ähnlich: „Wir waren immer dafür, Grafs Abwahl zu ermöglichen. Ich lade die ÖVP ein, jetzt der dafür nötigen Gesetzesänderung zuzustimmen.“

Der ehemalige SPÖ-Außenminister und Chefverhandler in Sachen Südtirol-Autonomie, Peter Jankowitsch, sagt im ÖSTERREICH-Gespräch: „Diese Aussagen Grafs sind völlig unzeitgemäß und reißen nur alte Gräben auf. Das hilft dem Ansehen Österreichs sicher nicht.“

Wann Graf abgewählt werden könnte
Die Rücktrittsforderungen stoßen bei Graf allerdings erneut auf taube Ohren. Im ÖSTERREICH-Gespräch sagt der Blaue: „Ich denke nicht an Rücktritt.“

Da Graf aber nicht nur ein einfacher FP-Politiker, sondern als Nationalratspräsident einer der ranghöchsten Politrepräsentanten des Landes ist, will zumindest die Opposition seinen Rücktritt mittels Abwahl ermöglichen. Die Twinni-Koalition aus Orange und Grün fordert die Koalition auf, die dafür nötige Gesetzesänderung „endlich durchzuführen“. Es liegt jetzt am Parlament, ob sich Graf weitere Provokationen leisten kann.

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