WAC furios

0:4 - Erfolgslauf der Austria gestoppt

Austria verliert zuhause, Ried schießt Admira ab.

Die Wiener Austria hat sich auf dem Weg zum anvisierten Titelgewinn einen herben Ausrutscher geleistet. Nach 18 Runden ohne Niederlage musste sich der Tabellenführer am Samstag dem WAC vor heimischer Kulisse deutlich mit 0:4 (0:2) geschlagen geben. Der Aufsteiger aus Kärnten bliebt nach dem Duell der erfolgreichsten Frühjahresteams heuer unbesiegt und pirscht sich weiter an die Top-Vier heran.

Die Austria hält nach der höchsten Saisonniederlage weiter bei 13 Zählern Vorsprung auf Salzburg. Der Meister ist zum Abschluss der 28. Runde aber erst Sonntag zu Hause gegen Sturm Graz im Einsatz. Den viertplatzierten Steirern liegt der WAC ebenso wie dem Dritten Rapid bereits im Nacken. Aktuell trennt die Wolfsberger nur noch ein Zähler vom Duo. In den neun Spielen im Jahr 2013 hat die Mannschaft von Nenad Bjelica bereits 21 Punkte gesammelt.

Austria nach 18 Runden wieder bezwungen
Der Spanier Jacobo traf für die Gäste bereits in der 2. Minute und sorgte in der 63. Minute mit seinem siebenten Saisontor auch für die Entscheidung. Das 2:0 hatte Manuel Kerhe (19.) erzielt, zum 4:0 traf Mihret Topcagic (88.). Die Austria kassierte die dritte Pleite in dieser Saison, die dritte in der heimischen Generali Arena. Zuvor waren die Favoritner Sturm Graz und Salzburg jeweils 0:1 unterlegen.

Von gegnerischem Abtasten war vor 10.145 Zuschauern, darunter auch Teamchef Marcel Koller, keine Rede. Die ohne ihre gesperrten Stammkräfte Gorgon, Grünwald und Mader angetretene Austria startete die Partie praktisch mit einem Rückstand. Nach einem misslungenen Querpass von Holland erkämpfte sich De Paula den Ball gegen Suttner, die Flanke des Spaniers verwertete dessen Landsmann Jacobo zur Kärntner Führung.

Im Frühjahr ungeschlagener WAC an Top-Vier dran
Nur zwei Minuten hatten auch die Austria-Fans den Torjubel bereits auf den Lippen. Der von Gorgon-Ersatzmann Stankovic ideal freigespielte Hosiner schob den Ball aber alleine vor WAC-Schlussmann Dobnik am Gehäuse vorbei. Die von ihren Fans dieses Mal lautstark angefeuerten Violetten zeigten sich sichtlich um den raschen Ausgleich bemüht, leisteten sich in der Abwehr aber auch eine weitere entscheidende Nachlässigkeit.

Jacobo traf bereits in 2. Minute
Bei einer Baldauf-Hereingabe zögerte Torhüter Lindner ebenso wie seine Abwehr, Kerhe staubte ab. Der erste Sieg des Liga-Debütanten gegen die Austria lag in der Luft. Dass der WAC weiter die Null hielt, war auch Dobnik zu verdanken: Der 26-Jährige parierte in seinem 100. Spiel für den WAC in Serie einen Jun-Kopfball aus kurzer Distanz bravourös (27.). Als Stankovic kurz darauf knapp am langen Eck vorbeischoss, haderten die Hausherren erneut mit der mangelnden Chancenverwertung.

Austria-Coach Peter Stöger reagierte zur Pause und brachte mit Kienast für Vrsic und den jungen Spiridonovic für Stankovic zwei neue Offensivkräfte. An der Torsperre konnte das Duo aber auch nichts ändern. Nachdem Austria-Kapitän Ortlechner im Strafraum ausrutschte, "bedankte" sich Jacobo mit dem dritten WAC-Treffer.

Die Ungefährlichkeit der Austria verdeutlichte sich in zwei Szenen: Zunächst schoss Kienast den Ball allein vor Dobnik meterweit über das Tor (72.), dann ließ auch Hosiner per Kopf (75.) Effizienz vermissen. Für die Austria kam es hingegen noch schlimmer. Topcagic erzielte nach Vorarbeit des eingewechselten Stückler den vierten Treffer der Gäste. Die Austria-Fans skandierten trotzdem "Wir werden Meister".

Peter Stöger (Trainer Austria): "Ich muss der Wolfsberger Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Sie hat verstanden, unsere Unachtsamkeiten zu Beginn des Spiels auszunützen. Wir haben aber gewusst, dass es schwer wird. Wir haben Fehler hinten gemacht und vorne unsere Möglichkeiten nicht genutzt. Dann kommt so etwas heraus. Wir werden aber jetzt nicht eine Woche zusammen sitzen und uns ausweinen, weil wir ein Spiel verloren haben. Es war irgendwann zu erwarten."

Nenad Bjelica (Trainer WAC): "Das ist ein sehr wichtiger Sieg für uns gegen einen Topgegner. Ich hoffe, dass die Austria Meister wird, so ist der Sieg noch wichtiger für uns. Der Spielverlauf war günstig für uns. Die Austria hatte auch gute Chancen, ihre Stürmer haben aber keinen guten Tag erwischt. Dann hatten wir gute Möglichkeiten zum Konter. Aber das 4:0 ist zu hoch. Wir denken nun nicht an den Europacup und wollen uns einfach Spiel für Spiel konzentrieren."

FK Austria Wien - Wolfsberger AC Endstand 0:4 (0:2).
Wien, Generali Arena, 10.145, SR Prammer.
Torfolge: 0:1 ( 2.) Jacobo, 0:2 (19.) Kerhe, 0:3 (63.) Jacobo, 0:4 (88.) Topcagic

Austria: Lindner - Koch, Rotpuller, Ortlechner, Suttner - Vrsic (46. Kienast), Holland (67. Dilaver), Simkovic - Stankovic (46. Spiridonovic), Hosiner, Jun
WAC: Dobnik - Thonhofer, Jovanovic, Sollbauer, Baldauf - Polverino - Kerhe (66. Hüttenbrenner), De Paula (87. Zakany), Liendl, Jacobo (78. Stückler) - Topcagic

Gelbe Karten: Keine bzw. Polverino, Kerhe, Thonhofer
Die Besten: Keine bzw. Jacobo, Polverino, Dobnik

Nächste Seite: SVR - Admira

Die SV Ried hat den Kampf um die Europacup-Plätze in der Fußball-Bundesliga noch nicht aufgegeben. Die sechstplatzierten Innviertler feierten am Samstag zum Auftakt des letzten Saisonviertels einen völlig ungefährdeten 4:1-(2:0)-Erfolg gegen den FC Admira Wacker Mödling, liegen aber weiter vier Zähler hinter dem WAC zurück, der überraschend Tabellenführer FK Austria Wien auswärts mit 4:0 in die Knie zwang.

Meilinger und Zulj Matchwinner
Die Niederösterreicher bleiben damit ein Lieblingsgegner der Oberösterreicher, die seit dem 0:3 am 29. Mai 2003 im alten Rieder Stadion von zwölf direkten Duellen (6 Siege, 6 Unentschieden) keines verloren haben. Matchwinner waren Marco Meilinger mit einem Tor (3.) und zwei Assists sowie der wiedergenesene Doppeltorschütze Robert Zulj (50., 55.). Der vierte Treffer resultierte aus einem Eigentor von Tito (26.). Für die Kühbauer-Truppe, für die Stefan Schwab traf (77.), war es nach zuletzt drei Partien ohne Niederlage wieder ein Rückschlag, der Rückstand auf das Tabellenschlusslicht FC Wacker Innsbruck verkleinerte sich auf zwei Punkte.

Die Innviertler strotzten nach dem 3:2-Heimsieg gegen Rapid vor Selbstvertrauen, waren trotz des Ausfalls des verletzten Anel Hadzic von Beginn an aggressiv und spielfreudig. Nach einem Ideal-Lochpass von Zulj spielte Meilinger Admira-Goalie Jürgen Macho aus und traf souverän zur schnellen Führung. Danach ging ein Walch-Schuss knapp daneben (15.), zudem wurde ein Meilinger-Abschluss von Marcel Toth an die Latte abgefälscht (24.). Zwei Minuten später stand wieder der 1:0-Schütze im Mittelpunkt. Meilinger ließ auf der Seite Christoph Schösswendter schlecht aussehen, sein Zuspiel beförderte Tito noch vor dem einschussbereiten Thomas Hinum ins eigene Netz.

Rieder seit zwölf direkten Duellen unbesiegt
Den Admiranern fehlte die nötige Aggressivität, sie kamen überhaupt nicht richtig ins Spiel. Das änderte sich auch nach der Pause vorerst nicht. Und die Rieder sorgten schnell für klare Verhältnisse. Einen Meilinger-Freistoß von der Seite verlängerte Zulj per Kopf zum 3:0 ins Tor. Fünf Minuten später hatte die hängende Ried-Spitze keine Mühe, nach einer Kombination über Walch und Jan-Marc Riegler seinen Doppelpack perfekt zu machen. Zulj hält damit schon bei neun Saisontreffern.

Die Niederösterreicher ergaben sich allerdings in der Schlussviertelstunde nicht ihrem Schicksal und präsentierten sich noch von ihrer guten Seite, nachdem Walch nach einem Foulspiel am durchbrechenden Tito wegen Torraubs ausgeschlossen worden war (75.). Schwab verwertete den verhängten Elfmeter auch im zweiten Anlauf souverän (77.). In der Folge wäre weitere Ergebniskosmetik möglich gewesen, Issiaka Ouedraogo (82.) und Schwab (87.) scheiterten aber jeweils an Ried-Goalie Thomas Gebauer.

Michael Angerschmid (Ried-Trainer): "Ich bin nicht ganz zufrieden, nach dem Ausschluss von Walch und dem 4:1 hat bei uns die Aggressivität gefehlt und die Admira hatte gute Chancen, um auf 2:4 und 3:4 heranzukommen. Das darf uns künftig in der Schlussphase nicht mehr passieren. Ansonsten war es wichtig, dass wir relativ bald in Führung gegangen sind. Wir haben teilweise sehr gut nach vorne gespielt, wichtig war auch der Doppelschlag gleich nach der Pause. Unser klares Ziel in der Kabine war, auch noch die zweite Hälfte zu gewinnen."

Dietmar Kühbauer (Admira-Trainer): "Vor dem Spiel haben wir eine breite Brust gehabt, dann sind wir aber sehr schnell zurückgelegen. Dann ist das 0:2 gefolgt und nach der Pause ist es gleich wieder 'Patsch Patsch' gegangen. Dann hätte schon ein Wunder passieren müssen. So kann man sich im Abstiegskampf nicht präsentieren, da wird es in den nächsten Tagen einiges zu reden geben."

Stefan Schwab (Admira-Torschütze): "Wir waren in der ersten Hälfte nicht viel schlechter, aber sie haben halt ihre Chancen genutzt. In der zweiten Hälfte haben wir gewusst, dass wir gleich Gas geben müssen, doch dann haben wir den Doppelschlag kassiert. Wir wissen aber was wir können, und ich denke wir haben es auch am Schluss gezeigt. Jetzt kommen für uns die Sechs-Punkte-Spiele. Von der Qualität her können wir den Klassenerhalt schaffen und wir werden ihn schaffen."

Marco Meilinger (Ried-Torschütze): "Es war von der gesamten Mannschaft eine beeindruckende Leistung, die schnelle Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt. Ich kann den Trainer verstehen, dass er in der Schlussphase unzufrieden war, diese Fehler müssen wir minimieren. Bei mir läuft es derzeit sehr gut, weil ich jetzt mehr den Zug zum Tor suche wie früher. Nächste Woche in Wolfsberg, das wird bestimmt ein Super-Spiel, wir müssen da defensiv hellwach sein. Wir wollen Platz fünf."

SV Ried - FC Admira Wacker Mödling Endstand 4:1 (2:0).
Keine-Sorgen-Arena, 4.300, SR Harkam.
Tore: 1:0 ( 3.) Meilinger, 2:0 (26.) Tito (Eigentor), 3:0 (50.) Zulj, 4:0 (55.) Zulj, 4:1 (77.) Schwab (Foul-Elfmeter)

Ried: Gebauer - Karner, Reifeltshammer, Riegler, A. Schicker - Ziegl - Hinum, Walch, Zulj (91. Vastic), Meilinger (87. Nacho) - Gartler (71. Hammerer)
Admira: Macho - Plassnegger, Schösswendter, Ebner, Palla (73. Auer) - Schick (71. Seebacher), Schwab, Toth, Tito - Segovia (54. Thürauer), Ouedraogo

Rote Karte: Walch (75./Torraub)
Gelbe Karten: Gartler, Hammerer bzw. Plassnegger, Toth, Palla, Ouedraogo, Auer
Die Besten: Meilinger, Zulj bzw. Schwab

Nächste Seite: WRN - SVM

Das Abstiegsduell in der Fußball-Bundesliga zwischen dem SC Wiener Neustadt und dem SV Mattersburg hat am Samstag mit einem 0:0 geendet. Damit liegen die Niederösterreicher, die nach Gelb-Rot für Mravac über eine Stunde in Überzahl agierten, auch nach der 28. Runde drei Punkte vor Schlusslicht Wacker Innsbruck. Die Burgenländer haben nach wie vor vier Zähler Vorsprung auf die Tiroler.

In der ersten Hälfte sahen die 2.120 Zuschauer zunächst eine Partie auf mäßigem Niveau mit zwei annähernd gleich starken Mannschaften. Der SVM deutete bei einem Kopfball von Novak nach Gartner-Corner seine Gefährlichkeit an (11.), auf der Gegenseite schoss Martschinko über die Querlatte (19.).

Gastgeber über eine Stunde in Überzahl
Nach Gelb-Rot für Mattersburg-Innenverteidiger Mravac wegen wiederholten Foulspiels (29.) übernahm Wiener Neustadt das Kommando und drückte nach dem Seitenwechsel auf den Siegestreffer. Vor allem Offenbacher sorgte für Gefahr, fand allerdings mit Freistößen (55., 87.) und Weitschüssen (59., 78.) in Borenitsch seinen Meister. Der Mattersburg-Goalie bewahrte seine Kollegen auch nach einem Solo von Rauter (74.) vor einem Gegentreffer.

SVM vergab kurz vor Schluss Matchball
Mit etwas Glück hätten die Gäste sogar drei Punkte aus Niederösterreich entführt. In der 46. Minute wäre eine missglückte Flanke von Farkas fast im Kreuzeck gelandet, in der 87. Minute flog ein 30-Meter-Schuss von Bürger nur knapp über die Latte. Die große Chance auf den Sieg bot sich dem SVM in der 93. Minute, als Offenbacher nach einem Eckball bei Schüssen von Röcher und Majstorovic vor der Linie rettete.

Immerhin holten die Mattersburger nach zuletzt drei Niederlagen wieder einen Punkt und kassierten in den jüngsten fünf Partien gegen Wiener Neustadt kein Gegentor. Die Niederösterreicher wiederum sind seit sechs Heimspielen ungeschlagen.

Heimo Pfeifenberger (Trainer Wiener Neustadt): "Das Ergebnis war nicht unverdient für Mattersburg, aber ich bin unzufrieden. Wir hatten die besseren Chancen. Mit der ersten Hälfte war ich nicht zufrieden, die zweite war besser. Es fehlt aber die Entschlossenheit. Es geht für uns von Spiel zu Spiel."

Franz Lederer (Trainer Mattersburg): "Unser Minimalziel für dieses Spiel war ein Punkt. Wir wussten, dass es ein schwieriger Gang wird. Für ein Spiel für eine Stunde mit einem Mann weniger muss man zufrieden sein. Taktisch, von der Disziplin her und kämpferisch hat es gepasst. Es geht im Abstiegskampf nur darum, Punkte zu sammeln. Das ist unser weiteres Ziel."

SC Wiener Neustadt - SV Mattersburg Endstand 0:0.
Stadion Wr. Neustadt, 2.120, Krassnitzer.

Wr. Neustadt: Vollnhofer - Mimm, Ramsebner, M. Wallner, Berger (80. Fröschl) - Hlinka, Piermayr (46. Friesenbichler) - Pollhammer (59. Rakowitz), Offenbacher, Martschinko - Rauter
Mattersburg: Borenitsch - Höller, Majstorovic, Mravac, Farkas - Novak, Prietl, Gartner (73. Lovin), Mörz (37. A. Pöllhuber) - Bürger, Röcher

Gelb-Rot: Mravac (29./Foul)
Gelbe Karten: Rauter, Offenbacher bzw. Gartner, Höller
Die Besten: Ramsebner, Offenbacher bzw. Majstorovic, Borenitsch