Darum flog Arnautovic aus dem Team

Nationalteam

Darum flog Arnautovic aus dem Team

Teamchef Constantini: „Marko schwächt die Mannschaft."

Ein Rauswurf mit Ansage: Seit der Kabinen-Prügelei nach Österreichs 0:2 in Istanbul gegen die Türkei ist Arnautovic bei den Nationalmannschaftskollegen unten durch. Die Mitspieler lehnen ihn ab!

Abstimmen: Hat Constantini richtig entschieden?

Donnerstag um 10.34 Uhr verkündete Teamchef Constantini bei der Pressekonferenz im Wiener Hilton am Stadtpark, dass der Bremen-Legionär beim EM-Qualifikationshit gegen Deutschland (3. Juni, 20.30 Uhr, live im ORF) nicht dabei sein wird.

Teamchef: „Habe mich für das Kollektiv entschieden“
Constantini hatte gar keine andere Wahl. Didi: „Ich habe mich gegen sein Riesentalent und für das Kollektiv entschieden.“ Und weiter: „Es tut mir selbst weh, aber Marko kann seine Klasse leider nicht abrufen. Er macht in allen Belangen, was er möchte und schwächt uns mit seinem Verhalten.“

Arnautovic hatte sich nach dem Zoff in Istanbul mehrmals entschuldigt, rief auch Constantini an, bat um die Einberufung. Die Nicht-Nominierung schmerzt ihn. Noch am Mittwoch erzielte er beim Freundschaftsspiel von Werder Bremen gegen Salzgitter (8:0) vier Tore. Und auch in der letzten Runde der deutschen Bundesliga hatte er beim 2:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern einmal getroffen. Arnautovic sagte zu Constantini: „Ich bin so motiviert!“

Kabinen-Zoff, Freundin im Flieger und Disco-Tour ...
Nützte nichts, weil zu viel passiert ist. Arnautovic ging Stefan Maierhofer (28) in Istanbul nach dem Schlusspfiff in der Kabine an die Gurgel, beschimpfte ihn wüst. Dazu schleuste er die Freundin in den Mannschaftsflieger ein. In Bremen sorgte Marko mit einer Disco-Tour in der Nacht vor dem Match für Aufsehen. Wütende Werder-Fans beschmierten sein Haus im Stadtteil Oberneuland und das Café seines Bruders Danijel. Der Verein will ihn loswerden. Nun zerbricht auch die Teamkarriere von Arnautovic. Constantini: „Marko muss alles ändern ...“

Teamchef Constantini über Arnautovic

ÖSTERREICH: Sehen wir Marko Arnautovic jemals wieder im Team, Herr Constantini?
Didi Constantini: Ich weiß es nicht. Man darf jetzt nicht endgültig den Stab über ihn brechen – doch er tritt wie ein Einzelsportler auf, stellt sein Ego nicht zurück, macht in allen Belangen, was er will, schwächt so die Mannschaft. Dann ist es auch für mich als Trainer nicht angenehm, obwohl ich Marko mag. Fakt ist allerdings auch: Die Mitspieler können mit seiner Einstellung nicht leben, und das verstehe ich.

ÖSTERREICH: Was muss Arnautovic ändern, damit er als Profi doch noch in die richtige Spur kommt?
Constantini: Alles! Er hat Qualitäten wie nur wenige in Europa. Ein Geschenk des Himmels. Aber er kann sein Potenzial nicht bündeln.

ÖSTERREICH: Und seine Disco-Besuche?
Constantini: Auch ein Problem. In der heutigen Zeit geht das nicht mehr.

ÖSTERREICH: Haben Sie das früher je gemacht?
Constantini: Ich war einmal länger unterwegs. Am Tag darauf hat mich der Trainer zur Pause rausgenommen ...