Austria: Ende gut, alles gut

Bundesliga

Austria: Ende gut, alles gut

Der UEFA-Cup ist geschafft. Jetzt laufen bei der Austria die Vorbereitungen auf Hochtouren. Viel Arbeit für GM Parits.

Das Saisonfinale war nichts für schwache Nerven. 70 Minuten lang schien die Austria Platz drei am letzten Spieltag noch zu verlieren. Dann der Doppelpack durch Sariyar und Sulimani, das 2:1 gegen Wacker war perfekt. Violett spielt kommende Saison im UEFA-Cup. „Damit haben wir die Saison gerettet, unser zweites Ziel erreicht“, zeigt sich Generalmanager Thomas Parits erleichtert. Ganz zufrieden kann er jedoch nicht Bilanz ziehen. Das eigentliche Saisonziel, der Meistertitel, wurde klar verfehlt.

Gründe
Die Gründe dafür sind schnell ausgemacht. „Wir haben gegen die sogenannten ,Kleinen' zu viele Punkte liegen lassen. Deshalb spielen wir ,nur' im UEFA-Cup“, erklärt Parits. Die Austria hat gegen Kärnten zweimal verloren, in Innsbruck eine Niederlage einstecken müssen und gegen Altach einmal verloren und einmal unentschieden gespielt. Von den vier Punkten, die der Austria gegen den LASK aufgrund dubioser Schiedsrichterentscheidungen fehlen, gar nicht zu sprechen. Aber das alles ist Vergangenheit. Am Verteilerkreis blickt man bereits in die Zukunft. In eine Zukunft mit violetter UEFA-Cup-Beteiligung.

Vorteil
Davon versprechen sich die Austria-Verantwortlichen auch eine günstigere Ausgangslage für die laufenden Sponsorenverträge. „UEFA-Cup spielen wir am Donnerstag. Dann bekommen wir auch wieder mehr Live-Spiele in der Liga am Sonntag. Das ist für die Sponsoren sicher nicht uninteressant“, so Parits. Im Gegensatz zu den meisten Spielern kann sich der Generalmanager in den nächsten Tagen nicht zurücklehnen. Es gilt Vertragsverhandlungen zu führen, und die Causa Daxbacher ist ja auch noch nicht ganz über die Bühne. „Der Fall liegt bei den Juristen. Ich hoffe, dass Daxbacher beim Trainingsauftakt am 21. Mai dabei ist“, sagt Parits.

Abgänge
Sicher nicht dabei sein werden folgende sechs Spieler: Radomski, Gercaliu, Lasnik, Mair, Ertl und Aigner, die alle die Austria verlassen werden. Aigner zieht es in die Red-Zac-Liga zum Stronach-Klub FC Magna. „Dort bin ich Stammspieler und kann von Beginn an spielen“, erklärt der Tiroler. Auch Fornezzi, Kuljic und Sariyar stehen auf der Wunschliste des FC Magna ganz oben. Parits will dazu nichts sagen, weiß aber, dass ihm noch der eine oder andere Spieler abhanden kommen könnte.

Gerüstet
Darauf ist man bei der Austria jedoch vorbereitet. „Ich habe mit Daxbacher bereits über die Kaderplanung gesprochen. Wir haben schon einige Wunschspieler“, verrät Parits. Gespräche gibt es bereits in den nächsten Tagen. Das Hauptaugenmerk liegt auf österreichischen Kickern. Ein starker Ausländer soll aber auch auf jeden Fall kommen. Kapitän Blanchard soll ein weiteres Jahr bleiben. Verhandlungen mit einem Einzelsponsor befinden sich in der Endphase.

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ÖSTERREICH: Gratulation zu Platz drei. Mission erfüllt. Haben Sie immer an den Sieg gegen Wacker geglaubt?
Constantini: 30 Minuten vor dem Schlusspfiff habe ich mir schon gedacht, bei welchem Ausgang ich raus muss, damit mich keiner sieht.

ÖSTERREICH: Welche Austria-Zeit war schöner für Sie, 2002 oder der Erfolg jetzt?
Constantini: Es ist immer schön, wenn man das Ziel erreicht. Das ist aber nur geglückt, weil ich mit einem Top-Kader arbeiten durfte. Und man darf auch die Arbeit vom Schurl Zellhofer nicht vergessen. Ich bin aber nie Meister geworden, das stört mich.

ÖSTERREICH: In sechs Spielen haben Sie 13 Punkte geholt.
Constantini: Wirklich gut gespielt haben wir nur gegen Sturm. Obwohl hervorragende Spieler im Kader stehen, haben wir oft nicht das gezeigt, was wir könnten.

ÖSTERREICH: Die Spieler haben alle „Danke Didi“-T-Shirts getragen ...
Constantini: Das wird mich sicher noch was kosten ...

ÖSTERREICH: Ist mit der Austria auch nächstes Jahr zu rechnen?
Constantini: Wenn der Großteil bleibt und noch zwei, drei Spieler kommen, dann auf jeden Fall.