Austria: Ivica Vastic rüffelt Linz

Nach ÖSTERREICH-Interview

Austria: Ivica Vastic rüffelt Linz

Ausbootung von Ex-Kapitän Roland Linz (30) sorgt weiter für Diskussionen.

Das ÖSTERREICH-Interview von Roland Linz („Ich wurde eiskalt abserviert“) hat bei der Austria die Alarmglocken zum Schrillen gebracht. Eine Woche vor Ligastart ist bei den Violetten Feuer am Dach. Und Neo-Trainer Ivo Vastic (siehe Interview auf der nächsten Seite) steht erstmals unter Druck. „Wir hatten bisher ein gutes Klima. Mit diesen Aussagen hat Linz der Mannschaft und sich selbst geschadet.“

Linz hat nur noch Mini-Chance für Ried-Spiel
Daher versammelte Vastic gestern Vormittag den gesamten Kader, rüffelte Linz: „Er hat sich mit diesem Interview selbst bestraft. Seine Ausgangsposition hat sich erschwert. Es wäre wichtig, wenn er am Platz zeigt, was er kann und nicht mit Sprüchen.“ Dann der Nachsatz, der Linz wieder hoffen lässt, beim Liga-Start in Ried doch noch dabei zu sein: „Ich hoffe, er zeigt jetzt Reaktion. Die Qualität hat er.“

Sportchef Parits schaltet sich im „Fall Linz“ ein Sportchef Thomas Parits versucht auch die Wogen zu glätten, telefonierte gestern mit Vastic. Parits: „Ivo hat mir versichert, dass er nichts gegen Linz hat. Und er hat auch nicht seinen Job mit dem Vorurteil angetreten, dass er Linz nicht einsetzen wird. Ein Verkauf im Winter stand nie zur Debatte.“ Linz hat bei den Violetten noch einen Vertrag bis Sommer 2013 und zählt zu den Top-Verdienern. Parits versichert: „Wir werden den Roli noch brauchen.“

Schaut nicht nach einem Happy End für Linz aus. Denn Vastic forciert im Sturm seinen Wunschstürmer Kienast und jetzt auch Youngster Tadic. Parits dazu: „Wir haben 22 Mann im Kader, da müssen halt fünf Spieler auf die Tribüne. Diesmal hat es Linz getroffen, weil Vastic Tadic eine Chance geben wollte. Auch Özil sitzt bei Real Madrid ab und zu auf der Bank.“

Nächste Seite: Das Interview mit Neo-Coach Ivica Vastic.

Vastic: "Linz schadet sich nur selbst"

Austrias Neo-Coach reagiert auf Linz' Aufreger-Interview in ÖSTERREICH:

ÖSTERREICH: Herr Vastic, Sie nahmen sich Linz gestern zur Brust. Was haben Sie ihm gesagt?
Ivica Vastic: Es stimmt, ich hatte mit ihm vor versammelter Mannschaft ein Gespräch. Aber was in der Kabine gesprochen wird, bleibt auch dort.

ÖSTERREICH: Sind Sie sauer auf ihn, weil er meinte, dass einige Austria-Spieler nicht wüssten, wo der Stephansdom steht?
Vastic: Nein, aber ich finde es nicht in Ordnung, was er gesagt hat. Es ist meine Pflicht, die Mannschaft zu schützen.

ÖSTERREICH: Wird es für Linz eine Strafe geben?
Vastic: Er hat sich selbst genug bestraft. Ich weiß nicht, warum er so etwas macht. Er schadet sich selbst damit. Linz ist ein erfahrener Spieler, sein Wort hat Gewicht, das sollte er wissen. Nun muss er sich der Konsequenzen bewusst sein.

ÖSTERREICH: Heißt das, Linz steht bei Ihnen nun endgültig im Abseits?
Vastic: Die Aussagen haben seine Ausgangsposition sicher erschwert. Aber das hat er sich selbst zuzuschreiben. Es wäre wichtig, wenn er am Platz zeigt, was er kann. Für einen Spieler gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er kämpft um seinen Platz, oder er gibt auf.

ÖSTERREICH: Glauben Sie, dass Linz aufgibt?
Vastic: Das liegt an ihm. Ich erwarte mir, dass er jetzt die richtige Reaktion zeigt. Die Qualität hat er.

ÖSTERREICH: Warum haben Sie ihn dann im letzten Test nicht aufgestellt?
Vastic: Weil ich an Tadic nicht vorbeischauen konnte. Dario und Kienast sind in bestechender Form.

ÖSTERREICH: Linz hat aber nicht einmal eine Begründung erhalten, warum er nicht spielt?
Vastic: Ein Trainer muss das nicht begründen. Das hat Prohaska auch nicht gemacht, als ich bei der WM nicht gespielt habe.

ÖSTERREICH: Hätten Sie gedacht, dass Linz Ihre erste Bewährungsprobe wird?
Vastic: Ich habe damit kein Problem. Solche Situationen wird es immer wieder geben.