Torloses Remis

Austria Kärnten steht als Absteiger fest

Und: Sturm verliert gegen LASK. Souveräner Sieg für Wiener Neustadt.

Der SK Austria Kärnten steht endgültig als Absteiger aus der Fußball-Bundesliga fest. Nach einem torlosen Remis am Samstag in Kapfenberg haben die Klagenfurter vier Runden vor dem Ende der Meisterschaft 15 Punkte Rückstand auf den KSV.

Die Kärntner Mannschaft machte das, was Trainer Joze Prelogar angesichts der Turbulenzen abseits des Spielfeldes rund um die wirtschaftlich prekäre Lage des Vereins und der Tabellensituation gefordert hatte: Sie spielte die Saison "korrekt zu Ende". Das Klagenfurter Team agierte in Kapfenberg beherzt und stellte die Kapfenberger vor einige Probleme, für den Sieg und einen letzten Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt reichte es jedoch nicht.

Klagenfurter kämpfen vergeblich
Vor allem Stefan Hierländer sorgte für einigen Wirbel in der Abwehr der Gastgeber. In der achten Minute strich ein Volleyschuss des 19-jährigen Offensivspielers über das Tor von Kapfenberg-Goalie Raphael Wolf, in der 40. Minute ging sein Abschluss nach schönem Solo am Eck vorbei. Erst in der 33. Minute hatten die Steirer ihre erste Gelegenheit. Der Kopfball von Boris Hüttenbrenner war aber keine Gefahr, ebenso wie ein Hüttenbrenner-Schuss zwei Minuten später, den Kärntens Schlussmann Andreas Schranz entschärfte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Klagenfurter dran. Einen Schuss von Michael Sollbauer (46.) konnte Wolf nur mit Mühe abwehren. Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch reagierte und brachte mit Deni Alar einen neuen Stürmer. Am Charakter des Spiels änderte sich aber wenig. Ein Kopfball von Kapfenbergs Thomas Schönberger (60.) strich über das Tor, auf der Gegenseite klärte Schönberger einen Freistoß von Matthias Dollinger (79.) auf der Linie. In der hektischen Schlussphase vergab Thomas Hinum den Matchball für die Kärntner. Er überhob Goalie Wolf, Kapfenberg-Verteidiger Milan Fukal kratzte den Ball jedoch von der Linie. Damit war das Schicksal der Austria Kärnten besiegelt.

Kapfenberger SV - SK Austria Kärnten 0:0

Kapfenberg, Franz-Fekete-Stadion, 2.500, SR Drabek.

Kapfenberg: Wolf - Gansterer, Schönberger, Fukal, Schellander - Pitter (60. Felfernig), Siegl, Hüttenbrenner (85. Gregoritsch), Sencar - Tieber (55. Alar), Pavlov

Kärnten: Schranz - Sollbauer, Elsner, Gramann, Salvatore - Pusztai - Kröpfl, Hierländer, Hinum (90. Riedl), Kaufmann - Pink (71. Dollinger)

Gelbe Karten: Hüttenbrenner, Pavlov bzw. Pusztai

Die Besten: Hüttenbrenner, Fukal bzw. Kröpfl, Hierländer, Pusztai

Tabelle:

1. Red Bull Salzburg 32 20 10 2 62 : 22 70

2. Rapid Wien 32 18 10 4 68 : 32 64

3. FK Austria Wien 31 18 6 7 50 : 33 60

4. Sturm Graz 32 14 10 8 46 : 29 52

5. SC Wr. Neustadt 32 12 7 13 47 : 50 43

6. SV Mattersburg 31 11 4 16 39 : 59 37

7. LASK Linz 32 8 12 12 55 : 65 36

8. SV Josko Ried 32 9 8 15 34 : 39 35

9. Kapfenberger SV Superfund 32 6 9 17 36 : 59 27

10. SK Austria Kärnten 32 2 6 24 23 : 72 12

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Sturm Graz muss sich vom Gedanken an Platz drei wohl verabschieden. Am Samstag kassierten die Steirer zu Hause gegen den LASK in einem an Höhepunkten armen Spiel eine 0:1-(0:0)-Niederlage, das Goldtor für die eigentlich harmlosen Linzer erzielte Thomas Prager in der 84. Minute. Damit könnte nach der Sonntagspartie der 32. Runde der Rückstand Sturms auf die derzeit drittplatzierte Wiener Austria bereits elf Punkte betragen.

Sturm, das zuletzt schon gegen Mattersburg nur 0:0 gespielt hatte, kassierte die erste Niederlage nach acht Runden, der LASK, ist bereits seit sieben Runden ungeschlagen und darf sich derzeit wieder als "Nummer eins in Oberösterreich" bezeichnen. Nach der 0:2-Niederlage Rieds in Wiener Neustadt verdrängten die "Athletiker" den Rivalen von Platz sieben.

Nach einer zwar durchaus bemühten, aber Torchancen losen ersten Viertelstunde, musste Macho, der erstmals seit seiner am 27. Februar erlittenen Handverletzung wieder das Linzer Tor hütete, erstmals eingreifen und vor Lavric wegfausten (16.). Im Gegenzug hatte Aufhauser nach schlechter Schildenfeld-Abwehr die Möglichkeit im Strafraum, wurde vom Verteidiger schließlich aber geblockt.

Der LASK, bei dem Kragl aus der "Schusslinie" genommen wurde und fehlte, versteckte sich keineswegs, kam aber zu keinen echten Torchancen. Einzig Mayrleb tauchte in der 41. Minute gefährlich vor Gratzei auf, wurde in aussichtsreicher Position wegen Abseits' aber fälschlicherweise zurückgepfiffen. Sturm operierte oft mit hohen Bällen, einmal verzog Jantscher per Weitschuss, Lavric vergab die wohl beste Gelegenheit per Kopf aus wenigen Metern klar (34.). Kurz vor der Pause musste Panis beim LASK Aufhauser ersetzen, den eine Muskelverhärtung im Oberschenkel zur Aufgabe zwang.

Nach dem Seitenwechsel war Sturm zwar feldüberlegen, fand aber weiter nicht zu seinem Spiel. In der 59. Minute nahm sich Kienast nach einem weiten Pass in die Spitze von der Strafraumgrenze ein Herz, Macho parierte aber problemlos. Auch Schildenfeld scheiterte per Kopf an Macho (62.), der eingewechselte Haas versuchte es mit zwei Distanzschüssen.

Die entscheidende Szene leitete schließlich der isländische Stürmer Gardar Gunnlaugsson ein, der in der 65. Minute für Mayrleb und zu seiner LASK-Premiere kam. Nachdem die Sturm-Defensive den Ball unentschlossen hin- und hergeschoben hatte, nahm Gunnlaugsson Schildenfeld den Ball ab und passte zu Prager, dessen Schuss Gratzei zwar berührte, aber schließlich zum 0:1 ins Tor ging (84.). Doppelt enttäuschend für die Hausherren, war doch bis dahin ein harmloser Saurer-Schuss in Gratzeis Arme der einzige Linzer Torschuss nach dem Seitenwechsel gewesen. Im Finish vergab Haas per Volley den Ausgleich (87.).

SK Sturm Graz - LASK 0:1 (0:0)

Graz, UPC Arena, 11.986, SR Krassnitzer.

Tor: 0:1 (84.) Prager

Sturm: Gratzei - Lamotte, Feldhofer, Schildenfeld, Prawda - Salmutter, M. Weber (84. Kienzl), Hlinka (68. Haas), Jantscher (75. Muratovic) - Kienast, Lavric

LASK: Macho - Bubenik, Piermayr, Chinchilla-Vega, Prettenthaler - Metz, Aufhauser (45. Panis), Majabvi, Saurer - Prager (86. Zakany) - Mayrleb (64. Gunnlaugsson)

Gelbe Karte: Kienast

Die Besten: Jantscher bzw. Prager, Saurer

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Cup-Finalist Wiener Neustadt hat mit einem ungefährdeten 2:0-(2:0)-Heimsieg über die SV Ried Platz fünf einzementiert. Die Tore für den Aufsteiger erzielten vor den Augen von Club-Mäzen Frank Stronach die Stürmer Hannes Aigner (20.) und Mirnel Sadovic (33.). Die Rieder, die nur zwei Siege in den jüngsten 16 Runden (2-3-11) geholt haben, fielen in Runde 32 auf Rang acht zurück, da der Lokalrivale LASK Linz bei Sturm Graz 1:0 (0:0) gewann.

Wr. Neustadt nahm den Schwung vom 4:0-Cup-Halbfinaltriumph in Kärnten mit und machte von Beginn weg das Spiel gegen die überraschend tief stehenden Oberösterreicher. Aigner erzielte nach einem Fehler von Ried-Verteidiger Thomas Burgstaller sein bereits zehntes Saisontor, sein Sturmpartner Sadovic, der zuvor zwei gute Chancen vergeben hatte, erhöhte 13 Minuten später auf 2:0. Ried war vor der Pause nur einmal durch einen Schuss von Hadzic, der anstelle des verletzten Lexa in die Startelf aufgerückt war, gefährlich, doch Tormann Fornezzi war auf seinem Posten (29.).

Nach dem Wechsel dominierten zunächst weiterhin die Niederösterreicher, aber Aigner scheiterte nach Querpass von Wolf aus kurzer Distanz an Schlussmann Gebauer (48.). Erst nach knapp einer Stunde kam Ried besser ins Spiel, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg, auch weil sich Fornezzi in Minute 65 bei einem Schrammel-Schuss erneut auszeichnete. Und der eingewechselte Hammerer traf nur den Pfosten (80.). In der Nachspielzeit hatte dann Simkovic noch die Chance auf das 3:0 für die Gastgeber.

SC Magna Wiener Neustadt - SV Josko Ried 2:0 (2:0)

Stadion Wiener Neustadt, 2.900 Zuschauer, SR Bruno Grossen (SUI).

Tore: 1:0 (20.) Aigner, 2:0 (33.) Sadovic

Wr. Neustadt: Fornezzi - Dunst, Kostal, Ramsebner, Gercaliu - P. Wolf (60. G. Burgstaller), Stanislaw, Grünwald (80. Haselberger), Simkovic - Aigner, Sadovic (69. Viana)

Ried: Gebauer - Grasegger, Stocklasa, T. Burgstaller (46. Reifeltshammer) - Brenner (59. Hammerer), Mader, Schrammel - Hadzic, Hackmair, Nacho (74. Huspek) - Nuhiu

Gelbe Karten: Simkovic bzw. Mader, Hadzic, Stocklasa

Die Besten: Fornezzi, Aigner, Wolf bzw. Hackmair, Nuhiu