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Was macht Stronach?

Austria vor Finanz-Chaos

Nach wie vor hat bei den Violetten "Big Spender“ Frank Stronach das Sagen. Nur hinter den Kulissen wird heftig daran gearbeitet, wie die Zeit nach Stronach aussehen könnte. Und da kommen einige Herren gehörig ins Schwitzen.

Plötzlich rückt der Verwaltungsrat des Klubs in den Mittelpunkt (siehe Info-Box). Vorsitzender Manfred Leo Mautner Markhof hat sich bereits im Mai beurlauben lassen, ein weiteres Mitglied (Robert Nowikovsky) ist zurückgetreten.

Für Klubpräsident Peter Langer keine große Sache: "Der Verwaltungsrat ist nicht zurückgetreten, sonden die Perioden sind ausgelaufen. Jetzt muss auf der nächsten Generalversammlung ein neuer gewählt werden.“ Aber das ist schwierig genug. Alles hat mit Stronach zu tun. Solange er sich nicht deklariert, wie er sich die weitere Zusammenarbeit vorstellt, steht alles still am Verteilerkreis.

Heiße Details
Mittlerweile werden auch immer mehr Details aus dem Betriebsführungsvertrag zwischen Stronachs Magna und Austria bekannt – und die sind wahrlich mehr als pikant:

- Laut Vereinbarung ist Magna auch nach Ende des Vertrages (30. Juni 2007) berechtigt, Spieler aus der Kampfmannschaft zu verkaufen oder zu verleihen. Und zwar für die Dauer von drei Monaten. Was in diesem Fall mitten in die internationale Transferzeit fällt.

- Unter Paragraph 6 findet sich noch eine viel heißere Abmachung. Magna wird nach Juni 2007 für die Dauer von elf Jahren das Recht eingeräumt, bei den TV-Einnahmen des Klubs mitzuverdienen. Für viele Alt-Austrianer " der Wahnsinn schlechthin“. Viele fragen sich mittlerweile, warum man am 2. Februar 2000 auf solche Knebel-Vereinbarungen eingehen konnte.

Zeit drängt
Der Austria läuft die Zeit davon. Bis Dezember muss alles Finanzielle geklärt werden, muss das Budget für die neue Saison fixfertig sein. Kein Budget, keine Lizenz – was dann? Zwar wird Klubmanager Markus Kraetschmer nicht müde zu betonen, ständig mit potenziellen Sponsoren zu verhandeln, aber auch die wollen alle wissen, was Stronach gedenkt zu machen. So ist angeblich der Energiekonzern Verbund bereit, die Austria mit einer namhaften Summe zu unterstützen.

Ironie des Schicksals: Alle, die Stronach noch vor Monaten loswerden wollten, sind nun bemüht, den Austro-Milliardär zum Weitermachen zu überreden. Der Grund ist naheliegend – und bequem zugleich: Noch hat Stronach alleinige Entscheidungsgewalt und er haftet auch. Doch sollte er sich auf ein reines Sponsor-Engagement zurückziehen, wie er in einem ÖSTERREICH-Interview anklingen ließ, dann würden das Präsidium und auch der Verwaltungsrat plötzlich für Haftungen eintreten müssen.

Kein Wunder, dass der Vorstand Schwierigkeiten hat, Sponsoren zu finden. Auch Funktionäre könnten sich zurückziehen. Ex-Minister Karl Blecha, der nach Mautner Markhof Verwaltungsrat-Vorsitzender ist: "Derzeit ist es so, dass es eine Reihe an Unklarheiten gibt. Für eine weitere Periode stehe ich sicher nicht mehr zur Verfügung.“