Kein Comeback

Gold-Mayer zum 4. Mal bei Olympia - aber nur als Zaungast

Immer wieder hatte es Comeback-Spekulationen gegeben. Doch nach seinem Auftritt als Vorläufer bei der Heim-WM in Saalbach 2025 stellte Matthias Mayer seine Rennski endgültig in den Keller. Am Rande der Hahnenkamm-Rennen meldete sich der 35-Jährige zu Wort.

"Ich habe kein Rezept zusammengeschrieben, das kann ich sagen. Es hat intuitiv immer funktioniert", erinnerte sich Mayer am Mittwoch an seine Olympiasiege 2014, 2018 und 2022.

In Sotschi (Abfahrt), Pyeonchang (Super-G) und Peking (Super-G-Gold, Abfahrtsbronze) hatte der Speedspezialist jeweils punktgenau abgeliefert und meint dazu: "Ich hatte natürlich meinen Plan. Letztendlich kannst du diese zwei Minuten, die du Zeit hast um so schnell wie möglich ins Ziel zu fahren, aber nicht bis ins Detail durchplanen. Es kann immer etwas passieren. Du darfst dich nur nicht aus der Reihe bringen lassen."

Mit drei Gold- und einer Bronzemedaille avancierte er zum erfolgreichsten Alpin-Rennläufer Österreichs bei Olympischen Spielen. Jeder Titel habe seine eigene Geschichte, erinnerte sich Mayer: "Der erste Olympiasieg ist entstanden, ohne vorher ein Weltcuprennen zu gewinnen. Das war eine Überraschung. Der zweite war nach meinem Sturz in Bormio ein Comebackrennen. Dieser taktische Super-G in Pyeongchang ist mir super aufgegangen. Auf den letzten Olympiasieg habe ich mich am akribischsten vorbereitet. Das war auch der schwierigste." Für die chinesische Kälte von etwa minus 20 Grad hatte Mayer unter anderem acht Paar Skischuhe herausgetestet.

Zaungast bei Österreich-Haus-Eröffnung

Bei den kommenden Winterspielen in Italien wird Mayer als Zaungast dabei sein. Er hat sich für die Eröffnung des Österreich-Hauses in Cortina d'Ampezzo und den Super-G in Bormio angesagt. Die Herren-Abfahrt in Bormio wird er im Österreich-Haus wohl etwas wehmütig verfolgen: "Von der körperlichen Fitness her könnte ich noch am Start stehen, dieser Gedanke ist schon dabei. Bormio ist eine extrem lässige Abfahrt, die mir immer super gelegen ist."

Kitzbühel-Besuch nach Eklat 2024

In der vergangenen Saison verwarf er ein mögliches Weltcup-Comeback, dem Skisport aber blieb er treu. Er ist seither als Nachwuchstrainer im ÖSV tätig und außerdem Vizepräsident des Kärntner Skiverbandes. Aktuell arbeitet Mayer mit 18- bis 21-jährigen Talenten, dieser Tage etwa bei FIS-Rennen in St. Anton am Arlberg. Den Hahnenkammrennen in Kitzbühel wird er auch beiwohnen. 2024 hatte er sich beim Niederösterreich-Empfang danebenbenommen und damit für einen Eklat gesorgt.

"Grundsätzlich überwiegen bei mir die Erfahrungen, die ich als Skirennläufer habe, die Siege und Podestplätze und das ein oder andere Rennen, das weniger gut funktioniert hat", sagte Mayer über Kitzbühel. "Das Thema mit der mentalen Schwäche von vor zwei Jahren ist natürlich ein bisschen im Hinterkopf. Aber es ist kein großes Thema für mich." Der von ihm gegründete gemeinnützige Verein Ski Austria Speed Charity führt ihn nunmehr in die Gamsstadt. So sind etwa für die Hahnenkammabfahrt am Samstag 20 Kinder mit Downsyndrom eingeladen - Meet and Greet mit Mayer inklusive.

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