Affäre

Callgirl-Skandal um Ribery

Französischer Sexskandal reißt auch den FC Bayern aus dem Erfolgsrausch.

Bayern-Star Franck Ribéry ist eine der schillerndsten Fußballgrößen Europas. Real Madrid bot im vergangenen Sommer 80 Millionen Euro für ihn. Jetzt rückt er ins schiefe Licht. Grund: Er ist in eine Callgirl-Affäre verwickelt. Das Verhängnisvolle: Der Franzose soll sexuellen Kontakt mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt haben. Ribéry soll den Seitensprung bei einer Vernehmung in Paris zugegeben haben. Er betonte aber, dass er nicht wusste, dass das Mädchen minderjährig war.

Callgirl-Ring
Ribérys Anwältin Sophie Bottai erklärte: „Franck wurde als Zeuge verhört, damit ist diese Geschichte für uns erledigt.“ Die Angelegenheit betrifft nicht nur Ribéry. Auch Lyons Nationalstürmer Sidney Govou wurde bereits verhört. Ein dritter Profi soll ebenfalls involviert sein.

Ermittlungen
Die Pariser Sittenpolizei ermittelt seit Monaten um einen Prostitutionsring in Paris. Alles kam heraus, als ein Callgirl verhört wurde und über den Nationalspieler sprach. Die Mädchen besuchten offenbar den Luxusklub Zaman auf dem Champs-Elysées. Französische Nationalspieler sollen dort oft zu Gast gewesen sein.

Drei Jahre Haft
Konkret geht es um die Beziehung zu einem marokkanischen Animiermädchen im Jahr 2009. Damals soll sie noch minderjährig gewesen sein, mittlerweile ist sie volljährig. Prostitution ist in Frankreich erlaubt, aber Verkehr mit Minderjährigen kann mit bis zu drei Jahren Haft und 45.000 Euro bestraft werden.

Jean-Pierre Escalettes, der Präsident des französischen Fußballverbands, lehnt eine Stellungnahme ab. „Eine Untersuchung, deren Details ich nicht kenne, ist im Gang“, sagt er.

Für Teamchef Raymond Domenech kann die Affäre jedoch zum Albtraum werden. Am 11.Mai will er die 23 Spieler für die WM in Südafrika benennen. Dass ihm dann der eine oder andere Star fehlen könnte, ist nicht auszuschließen.

Rückhalt
Bayern-Trainer Louis van Gaal steht voll hinter seinem Star. „Franck ist nur Zeuge. Bei uns in Holland sagt man: ‚Während einer Untersuchung müssen wir immer den Mund halten.‘ – Ob er darunter leidet? Ich weiß es nicht, aber ich habe nicht den Eindruck. Ich glaube, dass er mehr mit Olympique Lyon beschäftigt ist.“ Die Münchner treffen morgen in der Allianz Arena im ersten Champions-League-Halbfinale auf den französischen Meister. Und Ribéry wieder auf Govou.