Chelsea glückt versöhnlicher Saisonabschluss

Euro-League-Triumph

Chelsea glückt versöhnlicher Saisonabschluss

Frank Lampard steht vor Vertragsverlängerung.

Chelsea hat gegen Ende einer über weite Strecken enttäuschenden Saison doch noch einen großen Triumph gelandet. Die Londoner setzten sich am Mittwoch im Finale der Fußball-Europa-League in Amsterdam gegen Benfica Lissabon mit 2:1 durch und dürfen sich damit bis zum 25. Mai, wenn Bayern und Dortmund um den Titel in der Königsklasse spielen, als amtierender Champions-League- und Europa-League-Sieger bezeichnen.

Dass der Erfolg gegen den portugiesischen Rekordmeister glücklich zustande kam, interessierte bei den "Blues" nach dem Schlusspfiff niemanden mehr. "Das war wieder ein großer Sieg für uns. Jetzt ist es Zeit, zu feiern", erklärte Branislav Ivanovic, der in der 93. Minute das 2:1 köpfelte.

Grand-Slam für Torres & Mata
Den ersten Chelsea-Treffer hatte Fernando Torres erzielt. Der Stürmer firmiert seit Mittwoch als regierender Welt- und Europameister sowie Champions-League- und Europa-League-Sieger - so wie sein spanischer Landsmann Juan Mata, der außerdem noch aktueller U21-Europameister ist.

Benitez stolz auf sein Team
Mit Rafael Benitez hatte ein weiterer Spanier Grund zum Jubeln. Der bei den Fans wenig beliebte Interims-Trainer, der im Sommer wohl für Jose Mourinho Platz machen muss, führte Chelsea in jenen elitären Kreis von Clubs, die Meistercup/Champions League, den mittlerweile abgeschafften Cupsieger-Bewerb sowie UEFA-Cup/Europa League zumindest einmal gewonnen haben. Dieses Kunststück gelang zuvor nur Bayern München, Juventus Turin und Ajax Amsterdam.

Angesichts dieses Erfolgs zog Benitez mit Stolz Bilanz. "Das war vor allem in der zweiten Hälfte ein großartiger Auftritt gegen eine sehr starke Mannschaft. Ich freue mich für jeden Spieler und für alle, die in diesen Erfolg involviert sind", sagte der 53-Jährige.

Ärger über schlechtes Standing
Dem scheidenden Coach war bei aller Freude aber auch der Frust über seine - nach eigener Ansicht - zu wenig gewürdigte Arbeit anzumerken. "Wir haben in dieser Saison 145 Tore erzielt, das ist ein neuer Club-Rekord. Aber man muss erst etwas gewinnen, bevor die Leute bemerken, dass man einen guten Job macht", sagte Benitez, der im November die Nachfolge von Roberto di Matteo angetreten hatte.

Die bisher 68 Pflichtspiele in dieser Saison haben bei Chelsea laut dem Coach ihre Spuren hinterlassen. "Wir hatten viele Verletzte, wir hatten Gesperrte, wir hatten viele Partien. Wenn man das alles analysiert, wird man merken, wie schwer es war, die Europa League zu gewinnen."

Lob für Lampard
Zumindest einen Teil dieses Erfolgs heftete sich Benitez auf die eigenen Fahnen. "Es hat viele Spieler gegeben, die sich in den letzten Monaten sehr gesteigert haben", sagte der Trainer und nannte in diesem Zusammenhang den zuletzt wieder treffsicheren Torres.

Lob verteilte Benitez auch an Frank Lampard, der seine Karriere trotz auslaufenden Vertrags nun doch bei Chelsea fortsetzen könnte. "Ich hoffe sehr, dass ich nächste Saison auch noch da bin. Noch ist nichts unterschrieben, aber es schaut gut aus", betonte der Mittelfeldspieler. Ursprünglich waren britische Medien von einem Abschied des 34-Jährigen im Sommer ausgegangen.

Jorge Jesus denkt an Abschied
Während Lampard den "Blues" erhalten bleiben dürfte, kündigt sich beim unterlegenen Finalisten ein Abgang an. Trainer Jorge Jesus könnte Benfica nach vierjähriger Amtszeit verlassen. "Ich muss darüber nachdenken", gab der 58-Jährige zu und klagte über eine unverdiente Niederlage. "Die ganze Welt hat gesehen, dass Benfica hätte gewinnen müssen. Wir waren die bessere Mannschaft - konstanter und besser organisiert."

Dennoch setzte es für den portugiesischen Rekordchampion die siebente Europacup-Finalniederlage in Folge - zuletzt triumphierte Benfica 1962 im Meistercup. Zu allem Überdruss dürfte seit vergangenen Samstag auch der Meistertitel verloren sein. Durch ein Gegentor in letzter Minute gegen den FC Porto fielen die "Adler" eine Runde vor Schluss einen Punkt hinter den großen Rivalen zurück.

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