Wer gewinnt im Teamchef-Roulette?

Constantini-Nachfolger

Wer gewinnt im Teamchef-Roulette?

Startschuss zur Suche nach einem neuen Teamchef. Wer hat die besten Karten?

Endlich herrscht Klarheit: ÖFB -Präsident Leo Windtner gab bei der Nachbetrachtungs-PK zum Türkei-Ländermatch am Mittwoch bekannt, dass der Vertrag mit Didi Constantini nicht verlängert wird. Stattdessen wird ab sofort nach einem Nachfolger gesucht. Der soll spätestens am 15. November im Testspiel gegen die Ukraine auf der Bank sitzen - möglicherweise aber auch schon bei den letzten beiden EM-Quali-Spielen Anfang Oktober gegen Aserbaidschan und Kasachstan.

ABSTIMMEN: WER SOLL NEUER TEAMCHEF WERDEN?

Namen wollte Windtner noch keine nennen, aber die Top-Kandidaten auf den Job sind klar. Hier die Übersicht und ihre Chancen.

Franco Foda: 80 Prozent
Der Sturm-Meistertrainer gilt bei Fans und Experten als der Topkandidat. Er hat bei Sturm Graz bewiesen, dass er mit jungen Spielern gut umgehen kann und auch aus einer Mannschaft voller "Nobodys" ein Erfolgsteam formen kann. Sein Nachteil: Der Deutsche steht noch bis Juni 2012 beim Meister unter Vertrag, müsste teuer aus diesem Vertrag rausgekauft werden.

Christoph Daum: 50 Prozent
Der deutsche Ex-Austria-Coach hat in der Vergangenheit öfters bewiesen, dass er vor allem als Motivator viel aus seinen Teams herausholen kann. Sein Vorteil: Er wäre sofort zu haben und er hat auch selbst bereits Interesse am Job bekundet. Sein Nachteil: Bei Daum müsste sich der ÖFB wohl finanziell zur Decke strecken. Fraglich auch, wieviel "Freunde" Daum im ÖFB hat...

Otto Rehhagel: 30 Prozent
Was muss man über "Rehakles" groß sagen? Der deutsche Kult-Trainer hat ein limitiertes griechisches Team zum EM-Titel 2004 geführt und gilt als eine der Trainer-Allzeit-Größen. Er wäre in Verbindung mit Andi Herzog als Co-Trainer durchaus denkbar. Rehhagel und seine Frau sind ausgewiesene Wien-Fans, aber sein Alter (73) ist durchaus ein Problem.

Andreas Herzog: 20 Prozent
Herzog wollte schon nach dem Brückner-Abgang unbedingt neuer Teamchef werden und konnte nur mit dem U21-Chefposten im ÖFB gehalten werden. Er gilt als Mann mit Perspektiven, es sieht aber so aus, als würde Windtner den Wiener lieber weiter im U21-Team sehen.

Guus Hiddink: 20 Prozent
Der Niederländer schloss erst Dienstag Abend Bekanntschaft mit dem Wiener Happel-Stadion. Nach dem 0:0 gegen Österreich verlangten rund 100 türkische Fans den Rauswurf des langjährigen Erfolgscoaches. Der ÖFB würde Hiddink wohl mit Handkuss nehmen, allerdings ist Hiddink wohl die teuerste aller denkbaren Varianten. Ansonsten wäre Hiddink perfekt: Der ÖFB war schon mal an ihm dran, er ist ein ausgewiesener Fachmann und spricht noch dazu perfekt Deutsch.

Lars Lagerbäck: 20 Prozent
Der Schwede gilt als "Dark Horse" unter den Teamchef-Kandidaten. ÖFB-Präsident Windtner wird eine gewisse Affinität zum langjährigen schwedischen Teamchef nachgesagt. Lagerbäck gilt als akribischer Arbeiter, gestochen scharfer Analyst und würde perfekt ins neue Teamchef-Profil des ÖFB passen. Und: der Schwede wäre finaziell eine stemmbare Aufgabe.

Paul Gludovatz: 5 Prozent
Der von vielen Fans in Pole Positon gebrachte Ried-Trainer hat realistisch gesehen keine Chance. Als ehemaliger Nachwuchsbetreuer kennt er den ÖFB in- und auswendig und hat sich dort mit seiner direkten Art wenig Freunde gemacht. Er weiß selbst: "Ich bin zu kritisch und unangenehm."

Toni Polster: 5 Prozent
Der Rekord-Torschütze im Nationalteam hat sich zuletzt selbst ins Spiel gebracht: "Wenn Österreich wieder einmal zu einer Endrunde fahren will, muss ich wohl übernehmen", meinte Polster. Der Wiener ist derzeit beim Wiener Fünftligisten Viktoria als Trainer engagiert. Realistische Chancena allerdings gleich null.

Marco Pezzaiuoli: 1 Prozent
Der zuletzt auch von deutschen Medien in Stellung gebrachte Deutsche hat wohl kaum eine Chance auf den Teamchefposten in Österreich. Mit der U17 Deutschlands holte der Mann mit dem unaussprechbaren Namen zwar den U17-EM-Titel, als Cheftrainer von Hoffenheim stieß er im vergangenen Frühjahr aber schnell an seine Grenzen. Pezzaiuoli ist jung und unerfahren - wohl zu unerfahren für den ÖFB in dieser schwierigen Situation. Bei allem Respekt vor der derzeit so gehypten jungen, deutschen Trainergarde rund um Tuchel & Co.