Abbruch kostet Rapid bis zu 3,5 Millionen

Edlinger vor dem Aus

Abbruch kostet Rapid bis zu 3,5 Millionen

Die Bundesliga hat einen schweren Image-Schaden erlitten.

Der Derby-Skandal wird für Rapid zum Finanz-GAU. Geisterspiele und Geldstrafe sind fix. Präsident Edlinger steht vor dem Rücktritt.

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Der Platzsturm beim Derby ist für Rapid eine Katastrophe: Dem Rekord-Meister droht nach der verkorksten Saison (kein Europacupplatz) nun auch ein finanzieller Super-GAU:

  • Rapid winkt wegen des Spiel-Abbruchs eine saftige Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro.
  • Dazu kommt der wirtschaftliche Schaden, der dem Verein durch die drohenden „Geisterspiele“ entsteht. „Das ist sicher eine mögliche Sanktion“, kündigt Bundesliga-Boss Georg Pangl an. Experten rechnen damit, dass die Hütteldorfer in der kommenden Saison zwischen fünf und zehn Spiele vor leeren oder nur spärlich gefüllten Rängen absolvieren müssen.
  • So würden Rapid pro Spiel bis zu 350.000 Euro entgehen. Im Maximalfall also 3,5 Millionen Euro.
  • Derbys sollen künftig nicht mehr im Hanappi-Stadion stattfinden, sondern nur noch im sichereren Happel-Stadion.
  • Im schlimmsten Fall könnten sogar Sponsoren aussteigen, die durch die Ausschreitungen einen Imageschaden befürchten.

Rapid prüft jetzt, ob die ausgeforschten Täter auch finanziell zur Verantwortung gezogen werden können: „Was da passiert ist, ist unentschuldbar und unerklärbar. Im Stadion gibt es zahlreiche Videokameras. Die Chance ist groß, einen Großteil der Leute zu identifizieren. Es wird Stadionverbote geben“, kündigt Rapids General-Manager Werner Kuhn an.


Auch in der Vereinsführung dürfte es nach dem Skandal-Abbruch zu einem Erdbeben kommen. Sonntagabend gab es bereits eine Krisensitzung des Präsidiums im Trainerzimmer.Präsident Rudolf Edlinger deutete gestern seinen Rücktritt an: „Ich bin persönlich zutiefst getroffen, erschüttert und traurig.“

„Das ist eine Katastrophe für die ganze Bundesliga“
Das Skandal-Spiel stürzt aber auch die Bundesliga ins Chaos: „Der Imageschaden ist enorm“, so Pangl. Einige Sponsoren könnten abspringen. „Das, was da passiert ist, ist eine Katastrophe. Davon wird sich unser Fußball nicht so schnell erholen“, pflichtet ihm auch Austria-Manager Markus Kretschmer bei.

Fest steht: In den letzten Jahren kam es immer wieder zu schweren Ausschreitungen. Im Dezember 2009 stürmten Austria-Fans im Horr-Stadion gegen Bilbao das Spielfeld, im August 2008 wurde Rapid-Tormann Georg Koch durch einen Feuerwerkskörper aus dem Austria-Sektor schwer verletzt. Alle sind sich einig: Die Bundesliga muss nun hart durchgreifen.