Didi will es wie die Türken machen

Erfolgsrezept

Didi will es wie die Türken machen

Teamchef Constantini tüftelt am Geheimrezept für den EM-Qualifikationsstart.

Samstag Nachmittag in Flachau: 11 Grad. Leichter Regen. Kein Training. Unsere Spieler haben frei bekommen, während Didi Constantini (55) in seiner Suite im Lacknerhof am Schreibtisch sitzt. Er macht sich Notizen, geht noch einmal den Kader durch. Seine Gedanken kreisen nur um das Match am Dienstag in der Bullen-Arena gegen Kasachstan (20.30 Uhr, live in ORF 1).

Didi analysierte 3:0 der Türken gegen Kasachen
Wird’s ein Schützenfest, Didi? Der Teamchef: „Wer das annimmt, für den gibt’s ein böses Erwachen. Die können nämlich auch Fußball spielen.“ Und er stellt klar: „Wenn du auf Deutschland triffst, dann solltest du wenig Respekt zeigen. Anders ist es, wenn der Gegner Kasachstan heißt. Vor solchen Teams muss man viel Respekt haben.“

Das vermittelt er auch den Spielern. Constantini: „Aber ich mache mir keine Sorgen. Die Mannschaft ist willig. Wir haben starke Typen im Team. Die Spieler sind viel wichtiger als das System.“

Gemeinsam mit seinem Betreuerstab analysierte Didi gestern auch das 0:3 der Kasachen gegen die Türkei („So sollten wir es auch machen“). Die Erkenntnis: Bei Standardsituationen ist der Gegner gefährlich. Constantini stellt sich auf ein Geduldsspiel ein. Und er bereitet seine Elf auch auf alle Situationen vor. Der Teamchef: „Es kann alles passieren, nichts ist ausgeschlossen – auch nicht ein Gegentor in der Anfangsphase. Da darf man dann nicht den Kopf hängen lassen und gleich zusammenbrechen.“

Vorbild Brasilien: Wir dürfen nie aufstecken
Constantini erzählt den Spielern immer wieder vom hauchdünnen 1:0-Sieg von Brasilien bei der WM gegen Nordkorea: „Ich bin da auf der Tribüne gesessen und habe sehr gestaunt. Brasilien ist angerannt und angerannt. Nordkorea ist tief gestanden. Es hat kaum ein Durchkommen für die Brasilianer gegeben. Doch die Superstars haben nicht aufgesteckt, bis dann das Tor gefallen ist. Ich habe bei keinem eine negative Körpersprache gesehen.“

Deshalb hat Didi diese Woche im Teamcamp die Nationalspieler vor allem nach Ballverlusten und Fehlern angetrieben.

Drei Positionen sind offen, Korkmaz fällt definitiv aus
Drei Positionen sind noch offen: Am Abend saß Didi mit Tormanntrainer Wohlfahrt zusammen, um die Einser-Frage zu klären – Macho oder Gspurning. Fuchs hat arge Probleme mit dem Rücken, konnte gestern Vormittag wieder nicht trainieren. Ersatz: Alaba oder Schrammel. Im Mittelfeld heißt’s: Leitgeb oder Baumgartlinger. Fix: Der kranke Korkmaz ist out!