Bundesliga

Dreier für die Bullen gegen Admira

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Mühevoller 2:1-Heimsieg gegen neues Schlusslicht Admira.

Red Bull Salzburg - FC Admira Wacker Mödling Endstand 2:1 (0:0)
Red-Bull-Arena, 6.724 Zuschauer, SR Krassnitzer.
Torfolge: 0:1 (51.) Toth, 1:1 (63.) Alan, 2:1 (74.) Mane

Red Bull Salzburg hat die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung in der Fußball-Bundesliga am Samstag gewahrt. Der Meister kam daheim in der 32. Meisterschaftsrunde gegen FC Admira Wacker Mödling allerdings zu einem nur mühevoll errungenen 2:1 (0:0)-Sieg und hat damit vier Runden vor Saisonende weiter sechs Punkte Rückstand auf Tabellenführer Austria Wien. Die Admira rutschte ans Tabellenende ab.

Vor der Pause agierte der Titel- gegen den Abstiegskandidaten völlig trost- und offenbar auch planlos. Davor seit 15 Partien ungeschlagen und mit vier Meisterschaftssiegen in Serie in das Match gegangen, schienen die Heimischen ohne Konzept. Die einzig erwähnenswerte Aktion Salzburgs in den ersten 45 Minuten war ein Mane-Pass auf Alan, den blockte Schösswendtner aber schon im Strafraum ab.

Während es die Salzburger meist erfolglos durch die Mitte versuchten, verteidigten sich die Gäste ihren Möglichkeiten entsprechend ganz geschickt. Den gut 6.700 Zuschauern in der Red-Bull-Arena bot sich jedenfalls vor dem Seitenwechsel alles andere als ein ansehnliches Spiel. Zum Drüberstreuen brachten es beide Mannschaften in dieser Spielhälfte auf keinen einzigen Torschuss.

In der Pause blieb Salzburgs Hierländer mit einer Mittelfußverletzung in der Kabine. Drei Minuten später sorgte Mane volley vor Admira-Goalie Tischler endlich für eine sehenswerte Aktion, jedoch stand er abseits. Dann schlug es aber unerwartet auf der anderen Seite ein. Nach einem Sekagya-Gelbfoul an Seeger verwertete Toth den Freistoß ins Eck von Goalie Gustafsson aus 18 Metern zum 0:1 (51.)

Kurz danach kassierte Toth seine fünfte Gelbe Karte, womit er wie Thürauer und Seeger am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Sturm gesperrt ist. Doch in diesem Match lebte die Chance der Südstädter auf den ersten Sieg in Salzburg seit 11. März 2006. Ein Doppeltausch von Salzburg-Trainer Schmidt in der 62. Minute brachte aber die Wende.

Besonders die Hereinnahme von Nielsen machte sich gleich bezahlt. Er tankte sich eine Minute später mit seiner ersten Aktion durch, seine Flanke verwertete Alan per Kopf. Es war das siebente Saisontor des Brasilianers bzw. sein sechstes in den vergangenen drei Spielen. Für diese sechs Treffer brauchte er nur acht Chancen.

Für die letztlich im Finish doch klar überlegenen Salzburger besorgte Mane in der 74. Minute mit dem 2:1 den verdienten Erfolg. Aus dem Mittelfeld kommend, setzte er sich im Strafraum in einem Zweikampf etwas umstritten durch und schoss an Tischler vorbei. Im Finish wäre auch noch ein dritter Salzburg-Treffer möglich gewesen, Alan hatte die größte Chance dazu (92.).

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Ich bin sehr zufrieden, weil wir das Spiel noch gewonnen haben. Es war nicht einfach. Wir haben heute offensichtlich den Weckruf des 0:1 gebraucht, denn bis dahin war es kein gutes Spiel von uns. Wir haben dann schneller und konkreter gespielt und sind über den Kampf und die Entschlossenheit zum Sieg gekommen. Es stimmt mich zuversichtlich, wie die Mannschaft zurückfightet und das Spiel gedreht hat. Beim ersten Tor (Anm.: Foul von Mane vor Pass auf Nielsen), das kann man pfeifen. Beim zweiten Tor war sicher keine Absicht von Mane dabei."

Dietmar Kühbauer (Admira-Trainer): "Schade um diese verlorenen Punkte, denn ich bin wirklich stolz auf meine Mannschaft. Sie hätte sich heute mehr verdient, aber wir können auf diese Leistung aufbauen und optimistisch in die letzten vier Runden gehen. In Österreich wird für jede Kleinigkeit Foul gegeben. Nur diesen beiden Salzburg-Toren ist jeweils ein Foulspiel vorangegangen, es wurde jedoch nicht geahndet. Beim 1:1 hat Mane wie im Basketball den Gegner weggeblockt. Beim 2:1 hat er Drescher mit der Hand weggedrückt. Das war keine natürliche Bewegung. Er hat sich dadurch einen klaren Vorteil verschafft. Ich wollte Schiedsrichter Krassnitzer die Hand geben. Er hat es allerdings nicht der Mühe wert gefunden, mir die Hand zu geben."

Salzburg: Gustafsson - Schwegler (62. Klein), Sekagya, Rodnei, Svento
- Ilsanker (62. Nielsen) - Kampl, Hierländer (46. Teigl), Berisha,
Mane - Alan
Admira: Tischler - Auer, Schösswendter (67. Drescher), Ebner, Palla -
Windbichler, D. Toth - Seeger (65. Sax), Thürauer, Tito - Segovia
(86. Gremsl).

Gelbe Karten: Sekagya, Rodnei bzw. Windbichler, Seeger,
Schösswendtner, Toth, Thürauer, Drescher, Gremsl
Die Besten: Mane, Alan bzw. Schösswendtner, Windbichler

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SV Mattersburg - WAC Endstand 3:1 (3:0)
Mattersburg, Pappelstadion, 3.600, SR Drachta
Torfolge: 1:0 (11.) Lovin, 2:0 (13.) Klemen, 3:0 (24.) Klemen, 3:1 (79.) Topcagic

Der SV Mattersburg hat am Samstag einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gefeiert. Die Burgenländer setzten sich in der 32. Runde vor 3.600 Zuschauern im heimischen Pappelstadion gegen den WAC durch Treffer von Lovin (11.) und Klemen (13., 24.) beziehungsweise Topcagic (79.) mit 3:1 (3:0) durch und verließen dank ihres ersten Sieges nach acht Partien das Tabellenende. Die Kärntner hingegen erlitten im Kampf um die Europa-League-Plätze einen herben Rückschlag.

Im Duell zwischen der schlechtesten und der besten Frühjahrs-Mannschaft war der WAC lange Zeit weit von seinem Niveau der vergangenen Wochen entfernt. Im Gegensatz dazu gingen die Mattersburger äußerst engagiert zu Werke und wurden bereits in der 4. Minute erstmals gefährlich, als Goalie Dobnik einen Freistoß von Lovin aus dem Kreuzeck fischte.

Sieben Minuten später machte Dobnik gegen Lovin eine deutlich schlechtere Figur. Den Schuss des Rumänen aus rund 20 Metern zentral aufs Tor ließ der Keeper in die Maschen gleiten. Die Gastgeber legten sofort nach: Höller wurde in der 13. Minute auf der rechten Seite freigespielt, seine Flanke verwertete Klemen aus kurzer Distanz zum 2:0.

In der 24. Minute war der Ersatzmann des gesperrten Bürger neuerlich zur Stelle - der Stürmer verlängerte einen scharf geschossenen Naumoski-Freistoß aus kurzer Distanz ins Tor und durfte sich damit über seine ersten Bundesliga-Treffer freuen.

Danach schaltete der SVM einen Gang zurück, hatte die Partie zunächst aber problemlos im Griff. Der WAC fand in der ersten Hälfte überhaupt nicht zu seinem Spiel und wurde vorerst auch in der zweiten Hälfte trotz vermehrten Ballbesitzes nicht wirklich gefährlich. Die Mattersburger wiederum konterten nach dem Seitenwechsel clever und vergaben durch Klemen (58.) und Farkas (66.) gute Chancen.

Erst in der Schlussphase legten die Gäste einen Gang zu. In der 79. Minute verpasste Mattersburg-Schlussmann Borenitsch eine Flanke von Jacobo - Topcagic netzte ein und hatte zwei Minuten später das 2:3 auf dem Fuß, traf allerdings nur die Latte.

So blieb es bei der Niederlage für die Wolfsberger, die sich im Kampf um ein Europacup-Ticket noch als folgenschwer erweisen könnte. Die Mattersburger hingegen schafften den Sprung von Platz zehn auf Platz sieben und haben nun drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrang.

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Heute ist es endlich in ein zufriedenstellendes Resultat umgemünzt worden. Der WAC war überrascht von unserer Spielweise. Wir hatten einfach einen Traumstart. Ich kann nur das höchste Lob an die Mannschaft aussprechen und bin sehr zufrieden. Klemen ist für seine Trainingsleistungen belohnt worden. Unsere taktische Disziplin war enorm, wir haben sie über das gesamte Spiel durchgezogen. Wir haben den WAC nicht ins Spiel kommen lassen. Das war ein kräftiges Zeichen von uns."

Nenad Bjelica (WAC-Trainer): "Wir haben gewusst, dass in Mattersburg viel Druck auf uns wartet. Mattersburg hätte nach den ersten 30 Minuten 5:0 oder 6:0 führen müssen. Unser Auftreten ist mir ein Rätsel, aber solche Spiele gibt es. Die Mattersburger haben viel Einsatz gezeigt und waren einfach besser. Die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen, mit einem 0:3 ist es schwierig zu spielen. Wir haben dann versucht, über Standards ins Spiel zurückzukommen und auch das 1:3 gemacht. Aber wir hätten uns heute keinen Punkt verdient. Wir haben Mattersburg unsicherer erwartet. Manche von uns haben geglaubt, das wird hier ein Spaziergang. Das Spiel muss man einfach abhaken."

Mattersburg: Borenitsch - Farkas, Majstorovic, A. Pöllhuber, Mravac - Höller, Lovin, Prietl, Röcher - Klemen (87. Domoraud), Naumoski (70. Mörz)
WAC: Dobnik - Kerhe (59. Solano), Jovanovic, Sollbauer, Baldauf - Polverino (64. Hüttenbrenner), Putsche (31. Rivera) - De Paula, Liendl, Jacobo - Topcagic

Gelbe Karten: Röcher, Prietl, Klemen bzw. Baldauf, Kerhe, De Paula, Polverino
Die Besten: Naumoski, Höller, Klemen bzw. Topcagic

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SC Wiener Neustadt - FC Wacker Innsbruck Endstand 2:2 (1:2)
Wiener Neustadt, Stadion Wiener Neustadt, 2.800, SR Grobelnik.
Torfolge: 1:0 (11.) T. Fröschl, 1:1 (24.) Piesinger, 1:2 (35.) Hauser, 2:2 (64.) T. Fröschl

Keinen Sieger hat es am Samstag im direkten Abstiegsduell des SC Wiener Neustadt mit dem FC Wacker Innsbruck gegeben. Die beiden Teams trennten sich in der 32. Runde der Fußball-Bundesliga in Niederösterreich mit 2:2 (1:2) und verabsäumten es damit, sich entscheidend vom Tabellenende abzusetzen. Immerhin wurde aber der Abstand auf das neue Schlusslicht FC Admira Wacker Mödling, das Red Bull Salzburg auswärts unterlag, auf zwei Punkte ausgebaut.

Die Tiroler sind jetzt hinter den punktegleichen Wiener Neustädtern Vorletzter. Der SV Mattersburg hat als Siebenter drei Punkte Luft auf den letzten Platz. Thomas Fröschl rettete den Hausherren mit einem Doppelpack (11., 64.) vor 2.800 Zuschauern einen Punkt. Die ungeschlagene Heimserie konnte damit auf acht Partien ausgebaut werden. Für die Tiroler waren Simon Piesinger (24.) und Alexander Hauser (35.) vor der Pause erfolgreich.

Den Tirolern wurde in erster Instanz die Lizenz für die kommende Saison verweigert. Auf dem Spielfeld merkte man den Gästen diese Tatsache aber überhaupt nicht an, wohl auch, da Vereinspräsident Kaspar Plattner der Mannschaft am Mittwoch versichert hatte, die Spielgenehmigung im zweiten Anlauf zu erhalten. Roman Wallner deutete seine Gefährlichkeit in Minute sechs erstmals an.

Da war Wiener Neustadts Michael Berger schon nicht mehr auf dem Feld, er wurde aufgrund einer Platzwunde nach einem Ellbogencheck von Hauser durch Mario Pollhammer ersetzt. Das wirkte sich aber nicht negativ aus, ganz im Gegenteil gingen die Niederösterreicher aus dem Nichts in Führung. Nach Kopfballweiterleitung des im Abseits stehenden Günter Friesenbichler setzte sich Fröschl gegen Svejnoha durch und traf ins lange Eck (11.).

Das war allerdings wie ein Weckruf für die Gäste, die komplett das Kommando übernahmen, mehr Zweikämpfe gewannen und auch torgefährlicher waren. Nach einem Saurer-Freistoß stieg der 1,92-Meter-Mann Piesinger am höchsten und traf per Kopf zum 1:1 (24.). Es war der Premierentreffer für den 20-Jährigen in der Bundesliga. Bei einem Hauser-Kopfball konnte Wiener-Neustadt-Goalie Thomas Vollnhofer auf der Linie abwehren (30.). Fünf Minuten später gelang den Tirolern aber die verdiente Führung. Eine schöne Kombination über mehrere Stationen schloss Hauser nach Hinterseer-Vorarbeit mit einem hohen Schuss ins lange Eck ab (35.).

Nach dem Seitenwechsel ließ Lukas Hinterseer, der sich den Ball schön herunternahm, diesen aber drüberknallte (56.), die Chance auf das 3:1 aus, und das sollte sich noch rächen. Bei immer stärker werdendem Regen verloren die Tiroler etwas ihre Souveränität und die Niederösterreicher kamen wieder besser in die Partie. Bei einem Offenbacher-Abschluss konnte sich Wacker-Tormann Szabolcs Safar noch mit einer Glanzparade in den Corner auszeichnen (59.). Fünf Minuten später war der Routinier aber geschlagen. Ein Rauter-Schuss ging zwar an die Stange, den Nachschuss von Fröschl konnte Safar aber nicht mehr entscheidend abwehren.

Eine spannende Schlussphase war damit eingeläutet. Bei einem Piesinger-Kopfball war Vollnhofer mit einer Fußparade in höchster Not zur Stelle (78.), auf der anderen Seite ging ein Fröschl-Kopfball daneben (87.). Die letzte Siegmöglichkeit hatten die Tiroler, ein abgefälschter Schilling-Kopfball landete aber nur auf dem Tornetz (89.). Die Tiroler blieben damit im zweiten "Sechs-Punkte-Spiel" in Folge nach dem 2:1 in Mattersburg ungeschlagen.

Heimo Pfeifenberger (Wiener-Neustadt-Trainer): "Die 1:0-Führung war eine tolle Sache, durch eine Standardsituation sind wir komplett aus dem Rhythmus gekommen. Bis zur 60., 65. Minute waren wir mausetot, aber in den letzten 20 Minuten haben wir bewiesen, dass wir es doch können. Dann hätte es sogar noch anders ausgehen können. Das Ergebnis ist gerecht. Die Spannung wird bis zur letzten Runde andauern."

Roland Kirchler (Wacker-Innsbruck-Trainer): "Wir haben ganz gut begonnen, aus dem Nichts das Gegentor bekommen, dann aber eine sehr gute Phase gehabt, sehr gut gespielt, da war ich hochzufrieden. Wir hätten nur das dritte Tor machen müssen. Nach der Pause ist Wiener Neustadt wieder aufgekommen, in den letzten zehn Minuten waren wir platt. Das Unentschieden war gerecht. Ich bin sehr zufrieden, es war ein Auswärtspunkt, wir haben sieben Punkte geholt aus den jüngsten drei Spielen, die Tendenz ist günstig. Wir können mit unserer Situation gut umgehen, wir waren ja das ganze Jahr schon unten dabei."

Wiener Neustadt: Vollnhofer - M. Berger (6. Pollhammer), Ramsebner, Mimm, Martschinko - Rakowitz, Piermayr, Offenbacher (77. D. Wolf), Rauter - Friesenbichler (62. Lenko), T. Fröschl
Wacker Innsbruck: Safar - Bergmann, Siller, Svejnoha, Schilling - Piesinger - Schütz, Hinterseer (73. Merino), Saurer (84. Perstaller), Hauser - R. Wallner

Gelbe Karten: Piermayr, Ramsebner bzw. Schilling, R. Wallner, Hinterseer
Die Besten: Ramsebner, T. Fröschl bzw. Piesinger, Saurer, Svejnoha

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