K.o in Nachspielzeit

Unglückliche Sturm-Niederlage gegen Juve

Die Steirer hatten vor allem in der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel. Amauri erzielte das Siegtor für die Italiener erst in der Nachspielzeit.

Sturm Graz steht in der Fußball-Europa-League vor dem erwarteten Aus. Im Hinspiel der vierten und letzten Qualifikationsrunde unterlag die Elf von Franco Foda trotz engagierter Leistung am Dienstag dem klaren Favoriten Juventus Turin unglücklich mit 1:2 (0:1) und muss im Rückspiel am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr) auf ein Wunder hoffen. Der Siegtreffer für die Italiener durch Amauri fiel erst in der 91. Minute.

Ambitioniert und stark
Sturm, das im linken Mittelfeld anstelle des im Abschlusstraining verletzten Andreas Hölzl den erst 17-jährigen Florian Kainz aufbot, zeigte vor ausverkauftem Haus (15.322) eine ambitionierte, in der zweiten Hälfte auch bessere Leistung als der Kontrahent. Nach der frühen Führung durch Leonardo Bonucci (16.) mussten sich die Gastgeber allerdings bis zur 82. Minute gedulden, ehe Gordon Schildenfeld per Kopf der verdiente Ausgleich gelang. Den bitteren Schlusspunkt setzte schließlich Amauri in der Nachspielzeit.

Juventus, mit sechs italienischen Teamspielern in der Startformation und Ex-ÖFB-Teamgoalie Alexander Mannninger auf der Bank, startete mit einer erhöhten Portion Druck, kombinierte sich in den Anfangsminuten mehrmals flüssig in Strafraumnähe. Amauri prüfte per Kopf erstmals Gratzei (7.), eine Minute später wurde ein Lanzafame-Treffer wegen Abseits' aberkannt. Nach genau einer Viertelstunde schlug dann Bonucci nach Diegos Eckball per Kopf zu, Gratzei war chancenlos (16.).

"Juve" mit Regisseur Diego schraubte in der Folge sichtlich zurück. Die Grazer, die schon durch den frech spielenden Kainz in der neunten Minute einen Weitschuss nur knapp über das Tor verzeichneten, fanden besser ins Spiel, ohne aber echte Gefahr auszustrahlen. In der 33. Minute war man allerdings nahe am Ausgleich: Bukva ließ nach Hereingabe von Imre Szabics aus 13 Metern die Außenstange erzittern.

Gute Chancen
Auch nach dem Seitenwechsel bemühte sich Sturm um den Ausgleich. Das Konzept Fodas, das italienische Starensemble zu "beschäftigen", ging großteils auf. Die Truppe von Luigi del Neri kombinierte sich nur selten in aussichtsreiche Position, Sturm hingegen wurde dank Schildenfeld mehrmals gefährlich.

In der 55. Minute verlängerte der Kroate eine Bukva-Ecke, Szabics kam in aussichtsreicher Position aber etwas zu spät (51.). Kurz darauf war es erneut Schildenfeld, dessen Weitschuss aus rund 19 Metern nur knapp am Kasten von Storari vorbeizog (55.). Im Finish, in dem bereits die Routiniers Mario Haas und Samir Muratovic auf dem Feld standen, wurde der erhöhte Druck der Hausherren schließlich belohnt: Nach einem präzisen Freistoß von Bukva war Schildenfeld per Kopf zu Stelle (82.).

Kurz darauf hatte der allein vor Storari auftauchende Szabics sogar die Chance auf den Siegestreffer, vergab aber per Kopf. Nachdem der eingewechselte Alessandro Del Piero einen Freistoß an die Stange gesetzt hatte (86.), sorgte schließlich Amauri für den bitteren Schlusspunkt: Nach einem fragwürdigen Eckball von Del Piero netzte der Teamstürmer der Azzurri per Kopf zum glücklichen Sieg ein (91.).