FIFA ermittelt gegen Blatter

WN-Vergabe 2022

FIFA ermittelt gegen Blatter

Pikant: Blatter kandidiert für eine vierte Amtszeit. Die Wahl wäre am 1. Juni.

Fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl beim Fußball-Weltverband hat auch Amtsinhaber Joseph Blatter Erklärungsbedarf. Die FIFA-Ethikkommission leitete am Freitag im Zusammenhang mit den Bestechungsvorwürfen um die WM-Vergabe 2022 eine Untersuchung gegen den Schweizer ein. Blatter hat bis Samstag (11.00 Uhr) Gelegenheit, zu den von Herausforderer Mohamed bin Hammam gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen.

 Stellungnahme
  "Ich kann zum Verfahren, das heute gegen mich eröffnet wurde, keine Stellung nehmen. Die Fakten werden für sich selbst sprechen", ließ der 75-jährige FIFA-Präsident, der am 1. Juni für eine vierte Amtszeit kandidiert, am Freitag mitteilen.

Von Zahlungen gewusst?
Präsidentschaftskandidat Bin Hammam aus Katar hatte Blatter vorgeworfen, von angeblichen Zahlungen an FIFA-Mitglieder gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Blatter wurde wie Bin Hammam und drei weitere hochrangige Funktionäre für Sonntag zur Anhörung vor die Ethikkommission der FIFA bestellt. Die Maßnahmen gegen den Präsidenten stehen laut Weltverband in Einklang mit Artikel 16 des FIFA-Ethikcodes.


Bin Hammam hatte die Kommission am Donnerstag dazu aufgefordert, eine Untersuchung gegen Blatter einzuleiten. Zugleich wies der Chef des asiatischen Verbandes in einer Erklärung noch einmal alle gegen ihn erhobenen Bestechungsvorwürfe entschieden zurück. Nun muss sich neben Bin Hammam, FIFA-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad & Tobago sowie Debbie Minguell und Jason Sylvester von der Karibischen Fußball-Union (CFU) auch Blatter vor dem Gremium verantworten.

Persönliche Attacke
Wenige Stunden nach einem Treffen mit Blatter beim Meeting der FIFA-Finanzkommission in Zürich griff Bin Hammam den Schweizer auch persönlich scharf an. Es sei ein Teil des Planes gewesen, ihn so kurz vor der Präsidentschaftswahl in Misskredit zu bringen und ihn sogar zu einer Aufgabe seiner Kandidatur zu bewegen, hieß es in einer Erklärung von Bin Hammam.

Noch kurz zuvor hatte der FIFA-Präsident sein tiefstes Bedauern über die neuen Vorwürfe ausgesprochen und in einer Kolumne für "inside world football" von einem "Schock" gesprochen. "Es macht mir keine Freude, langjährige Weggefährten bei der Untersuchung vor der Ethikkommission zu erleben", so Blatter.

Bin Hammam sieht unterdessen der Anhörung am Sonntag gelassen entgegen. "Ich habe keine Angst, alle Fragen zu beantworten, die die Ethikkommission mir stellt. So lange das Komitee ein faires Verfahren garantiert, habe ich nichts zu befürchten", teilte der Katarer mit.