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Trainingscamp

Austria schwitzt in Spanien

Austrianer haben wieder in Marbella Trainingslager aufgeschlagen. Neben dem Training sind auch Vertragsverlängerungen ein großes Thema.

Im spanischen Badeort Marbella schwitzen derzeit 25 Kaderspieler des österreichischen Bundesligisten FK Austria Wien bei schönem und warmem Wetter, um für den Frühjahrsstart mit dem Heimspiel gegen Sturm Graz am 21. Februar im Horr-Stadion gerüstet zu sein. Wie stets geht Kapitän Jocelyn Blanchard mit gutem Beispiel voran. Trotz seines fortgeschrittenen Fußballer-Alters absolvierte er jede noch so harte Einheit in vollem Tempo.

Baldiges Karrierende von Blanchard?
Der Franzose, der bereits zum sechsten Mal mit den Violetten an der Costa del Sol weilt, weiß, dass das bevorstehende Frühjahr vielleicht sein letztes als Aktiver sein könnte. "Ich habe auch schon daran gedacht, mache mir deshalb aber jetzt noch keinen allzugroßen Kopf", versicherte der ehrgeizige 36-Jährige, der insgesamt schon an die 50 Camps und 20 Profi-Jahre auf dem Buckel hat. Er wolle vielmehr auch in den nächsten viereinhalb Monaten auf hohem Level spielen und Vorbild sein.

Die Frage, wie es mit ihm dann im Sommer weitergeht, hat der Legionär für sich selbst auch noch nicht beantwortet. "Es ist noch Zeit, darüber nachzudenken." Einen Nachfolger für sich sieht der defensive Mittelfeldspieler noch nicht. "Es geht nicht nur um die Präsenz auf dem Platz, sondern auch abseits muss man Dinge entscheiden, die für die Mannschaft notwendig sind. Ich nehme mich aber immer mehr zurück und will, dass auch andere Verantwortung übernehmen."

Der Glaube an die Überraschung
Seine sportlichen Ziele in der Liga formuliert der Ex-Juventus-Spieler so: "Vor der Saison hätte ich nicht gedacht, dass wir vorne mitspielen können. Von der Qualität sind Salzburg und Rapid zwar über uns zu stellen, wenn wir aber bis Mai an dem Duo dran bleiben, ist auch eine Überraschung möglich. Und im Cup ist ohnehin alles offen", so der Franzose, der einer von insgesamt elf Spielern (Bazina, Standfest, Bak, Troyansky, Schiemer, Netzer, Acimovic, Sulimani, Mössner, Topic) ist, deren Verträge im Sommer auslaufen

Vertragsverhandlungen
Mit der "Elf" führen die Vorstände Thomas Parits und Markus Kraetschmer zwischen den Trainings in Marbella Gespräche. Dafür hat sich das Duo eine Prioritätenliste erstellt. "Dabei verfolgen wir zwei Ziele. Einerseits wollen wir den Stamm halten und andererseits nicht jedes Jahr in die Spirale geraten, wegen auslaufender Verträge verhandeln zu müssen", kündigte Kraetschmer, der am Wochenende in den Süden nachreist, an.

Einige Vorstellungen, die herumgeisterten, könne man sich und wolle man sich in wirtschaftlichen Zeiten wie diesen nicht leisten, dafür müssten die Spieler Verständnis aufbringen. "Sie können aber bei uns mit guten Leistung noch immer gut verdienten mit Fixgehältern und Prämien für 60 bis 70 Punkte pro Saison", sagte der Vorstand. Als Kriterien für jeden einzelnen würden die budgetären Mittel, die Perspektiven und die Entwicklung der Spieler herangezogen.

Acimovic soll gehalten werden
Ein offenes Geheimnis ist, dass der aktuelle Tabellenvierte z.B. die Option auf Milenko Acimovic ziehen möchte. "Wir wollen mit ihm aber nicht nur ein Jahr verlängern, sondern ihn wenn möglich länger an uns binden", verriet Kraetschmer. Der slowenische Regisseur ist einer von vier Akteuren (Sulimani, Mössner, Topic), auf die der Verein ein Verlängerungsrecht besitzt.

Zurück zu Blanchard und dessen ungewisse Zukunft. Den Zeitpunkt zum Aufhören kennt er noch nicht, er weiß jedoch, was er nach dem Rücktritt als Aktiver tun möchte. Seine Karriere nach der Karriere sieht er im Trainer- oder Manager-Bereich, vielleicht sogar in Favoriten. "Ich bin hier schon tief verwurzelt, Austria ist mein erster Ansprechpartner", sagte der Franzose.