Canadi wurde Rücktritt nahegelegt

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Canadi wurde Rücktritt nahegelegt

Trotz Cup-Halbfinal-Einzug: Hinter den Rapid-Kulissen rumort es weiter gewaltig.

„Der Druck war enorm groß. Die Mannschaft ist damit aber sehr gut umgegangen, hat eine tolle Leistung geboten.“  Damir Canadi wirkte nach seinem 3. Sieg im 16. Spiel für Rapid gelöst, als wäre ihm gerade ein schwerer Brocken vom Herzen gefallen. Der schwer angezählte Wiener bleibt nach dem 1. Auswärtserfolg in seiner Ära damit zumindest vorerst weiter auf der Rapid-Trainerbank. Doch wie lange noch?

Wie ÖSTERREICH erfuhr, wurde für ein etwaiges Cup-Aus am Mittwoch gegen St. Pölten im Hintergrund schon alles für eine Trennung vorbereitet. Dann wäre Canadi noch gestern von sich aus zurückgetreten. Dies wurde ihm im Vorfeld der Partie nahegelegt. Auch, weil es sich die Hütteldorfer nicht leisten können, den nächsten Trainer vor die Tür zu setzen, diesen weiter auszubezahlen.

Verhältnis zu Sportboss Bickel ist unterkühlt

Fakt ist: Canadi und Rapid – das wird (wohl) keine Liebesbeziehung mehr. Zu viel Porzellan wurde in den vergangenen Monaten zerschlagen, zu viele Leute im Verein haben sich aufgrund seiner provozierenden, teils überheblichen Art von ihm abgewandt. Das Verhältnis zwischen ihm und Sportboss Fredy Bickel ist ohnehin unterkühlt.

Dazu passt ins Bild, dass Familienmensch Canadi trotz der sportlichen Misere regelmäßig am Wochenende in die Heimat nach Dornbirn flog. Es scheint daher nur eine Frage der Zeit, bis die bis dato an Erfolgen mehr als überschaubare Ära von Canadi zu Ende geht. Morgen gastiert er mit Grün-Weiß in Ried. Ein Schicksalsspiel im Kampf gegen den Abstieg. Verliert man, war der Sieg in St. Pölten nur ein kurzer Lichtblick – und Canadi bei Rapid Geschichte.