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Interview auf oe24.tv

Ex-Liga-Boss hat Masterplan für Comeback

Ex-Bundesliga-Vorstand Georg Pangl arbeitet mit einer Experten-Runde an einem Konzept zur Fortsetzung der Bundesliga. Auf oe24.tv präsentierte er seine Ergebnisse.

In der heimischen Bundesliga wartet man weiterhin auf ein grünes Licht der Regierung zur Fortsetzung des Ligabetriebs. Ein ausreichendes Hygiene-Konzept ist die Hürde, die momentan einem Comeback auf den Rasen im Weg steht. Auf oe24.tv präsentierte dazu der ehemalige Bundesliga-Vorstand Georg Pangl im Gespräch mit Moderator Volker Piesczek seine Ideen wie ein Re-Start der Liga funktionieren könnte.

In seiner Funktion als Generalsekretär der „European Leagues“ ist er Teil einer Experten-Runde, in der unter anderem "Eurofins", das größte Labor Österreichs, und "TÜV Austria" an einem Konzept für eine Wiederaufnahme der Liga arbeitet.

Volker Pisczek (oe24.tv): Wie könnte, Ihrer Ansicht nach, die Bundesliga wieder stattfinden?

Georg Pangl: Unsere Experten-Runde steht der Bundesliga momentan unterstützend zur Seite. Neben einem Bundesliga-Konzept wird an einem eigenen Hygiene-Konzept gearbeitet. Dieses sieht zunächst vor PCR-Tests kombiniert mit Antikörper-Tests an allen 700-800 Beteiligten durchzuführen. Falls es für die Bundesliga zeitlich möglich ist, würde eine zehntätige Quarantäne für die Vereine folgen - eine Art "Trainingslager"- wie man es normalerweise vor einem Saison-Start macht. Es besteht auch die Möglichkeit eine App zu konfigurieren, bei der jeder Beteiligte eine Push-Nachricht bekommt, die beinhaltet, ob man infiziert ist oder nicht.

Das alles mit dem TÜV-Hygiene-Konzept versehen, sprich, dass die Stadien, die Kabinenbereiche, die Privatautos und sogar die Privatwohnungen der Spieler durch eine Vernebelungsmethode desinfiziert werden, sollte für den Herrn Bundesminister Anschober, unserer Meinung nach, ausreichen.

Pisczek: Sie sind schon lange im Fußballgeschäft. Woran könnte dieses Konzept scheitern?

Pangl: Wir werden dieses Ergebnis der Bundesliga präsentieren, uns aber nicht zu wichtig nehmen. Wir sind unterstützend für die Liga da. Wir beraten. Es gibt auch Gespräche mit dem Ministerium. Ich persönlich habe morgen ein Traffen mit dem BSO-Präsidenten (Sport Austria). Es geht ja hierbei auch um andere Sportarten. Wir werden über die österreichischen Grenzen hinausgehen, Richtung Formel 1 und anderen europäischen Wettbewerben.

Pisczek: Wie lange würde eine Umsetzung dieses Konzepts dauern? Wann wäre ein Liga-Start wieder möglich?

Pangl: Wir haben die Labore reserviert und die Testungen vorrätig. Man könnte, wenn man es organisiert, in wenigen Tagen beginnen. Die App könnte erstellt werden. Dem Beginn dieses Prozesses würde dann nichts mehr im Weg stehen und am 15. Mai, den der Bundesliga-Vorstand angesprochen hatte, könnte man wahrscheinlich starten.

Pisczek: Aber natürlich ohne Zuschauer...

Pangl: Natürlich ohne Zuschauer, das ist kein Thema mehr. Ich habe heute zufällig mit dem CEO der schwedischen Liga telefoniert. Dort werden einige Zuschauer in die Stadien gelassen. Doch das ist ein völlig anderes Konzept. Das wichtigste wäre, wenn man starten könnte. Die Neuigkeiten aus der Hauptversammlung der Bundesliga waren für mich gar nicht so schlecht. Eine Absage wäre schlecht gewesen. Man ist auf "Hold", man diskutiert weiter mit den Ministerien.

Ich glaube die Dynamik und das Momentun sind jetzt da, sodass wir hoffentlich bald wieder Spiele im Fernsehen sehen werden.

Pisczek: In Österreich scheitert vieles am Geld. Ist es ein teures Konzept?

Pangl: Im Vergleich zu den Kosten, die bei einem Abbruch entstehen würden, ist es ein Schnäppchen.

Pisczek: Wird das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga dieses Jahr ausgesetzt?

Pangl: Soweit ich es vernommen habe, gibt es erleichterte Bestimmungen. Für die Clubs bedeutet das, dass sie diese schwierige Phase überstehen und hoffentlich dann auch im nächsten Jahr finanziell gesund bleiben.