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Ehrfurcht bei St. Pölten

LASK? ''Das ist wie in Premier League''

Die Linzer sind nach überzeugendem Heimsieg bereit für Europa-League Rückspiel.

Tabellenführung ausgebaut, Generalprobe geglückt: Der LASK hat nach dem 4:1-Heimsieg in der Fußball-Bundesliga gegen SKN St. Pölten Mut für das Europa-League-Rückspiel gegen Alkmaar am Donnerstag getankt. Die Aufstiegschancen sind nach einem Auswärts-1:1 im Hinspiel intakt, beim souveränen Erfolg gegen St. Pölten lief das "Werkl" des LASK trotz sechs Personalveränderungen.

"Das war ein guter Testlauf für Donnerstag", befand Gernot Trauner, dessen Truppe gegen die Niederösterreicher bereits nach 13 Minuten 3:0 führte. "Das war schon die halbe Miete. Wir wollten effizient sein, schon in der ersten Hälfte ein, zwei Tore schießen - das ist uns mit einem Topstart super gelungen." Der LASK hat seit dem 0:4 gegen Rapid Anfang Dezember nicht mehr verloren, gegen die Niederländer würde am Donnerstag schon ein 0:0 reichen. "Die Chance auf das Weiterkommen ist realistisch. Wir haben eine gute Ausgangsposition und haben schon gezeigt, was auf der Gugl möglich ist", sagte Trauner.

Einstellung als Schlüssel zum Sieg

Coach Valerien Ismael strich nach dem 15. Liga-Saisonsieg die Einstellung seiner Truppe heraus: "Wir haben nichts anbrennen lassen, waren extrem fokussiert und haben ein souveränes, seriöses und kontrolliertes Spiel gezeigt." Ergänzung: "Wichtig war, dass wir St. Pölten extrem ernst genommen haben." Den Erfolgstrainer, der laut einer Sky-Statistik der erfolgreichste Trainer der Bundesliga-Geschichte nach 20 Spielen ist, freute vor allem das gute Comeback von Verteidiger Christian Ramsebner und dass Husein Balic beim Startelf-Debüt gleich doppelt traf. Dass Red Bull Salzburg nach dem 2:2 bei Austria Wien drei Punkte zurück liegt, passte in Ismaels Resümee: "Insgesamt war es ein Tag, wie wir ihn uns vorgestellt haben."
 
Balic hätte seine Stammelf-Ambitionen kaum besser untermauern können. "Es war in gewisser Weise mein Ziel zu zeigen, was ich drauf habe", sagte der schnelle Stürmer. Der Winter-Zugang traf just gegen seinen Ex-Club doppelt. "Wenn man in eine funktionierende Mannschaft kommt, ist es immer viel leichter." Das zweite Tor - ein Schlenzer unter die Latte - verdiente das Prädikat sehenswert. Balic: "Ich würde sagen, das war mein schönstes Ligator."
 
Auch ohne die Stammkräfte James Holland (angeschlagen), Philipp Wiesinger (gesperrt), Rene Renner, Thomas Goiginger, Dominik Frieser und Marko Raguz überforderte der LASK den Gegner mit seinem Tempofußball. "Wir haben alles probiert, aber wir haben nicht das Volumen, das Tempo des LASK mitzugehen", musste SKN-Coach Alexander Schmidt eingestehen. Verteidiger Christoph Klarer bemerkte: "Wir waren uneingespielt, unkonzentriert, alles, was man gegen einen Spitzenreiter nicht sein darf. Wenn wir so rein starten, brauchen wir uns gegen niemanden etwas erhoffen."

St. Pölten-Neuzugang Klarer schwärmt vom Gegner

Klarer stieß im Winter leihweise vom englischen Erstligisten Southampton zu den Niederösterreichern. Sein Trainer berichtete vom Kabinen-Small-Talk mit dem 19-jährigen ÖFB-Talent nach der Partie. "Christoph sagte mir: 'Das ist ja wie in der Premier League'. Ich denke, dass sich der LASK in der Europa League vor niemandem verstecken braucht", sagte Schmidt.
 
Der Trainer war demnach froh, nach dem frühen, hohen Rückstand - "ein bitterer Schlag" - nicht völlig abgeschossen zu werden. Schmidt verzichtete freiwillig auf Daniel Drescher und wollte seiner Defensive im Anschluss keinen Vorwurf machen. "Unsere Abwehr hat nicht enttäuscht. Der Gegner hat eben eine große Qualität und ist sehr handlungsschnell." Zwei Runden vor der Punkteteilung ist der SKN nur einen Punkt vom Tabellenende entfernt. Schmidt: "Unsere entscheidenden Spiele kommen jetzt dann."