LASK im Oberösterreich-Derby unter Druck

Bundesliga, So. ab 14:30 Uhr LIVE

LASK im Oberösterreich-Derby unter Druck

Um die Meistergruppe zu erreichen, muss der LASK den Turbo zünden - Ried ist OÖ-Nummer-Eins, will den Gastgeber aber nicht unterschätzen.

Das 62. Oberösterreich-Derby steht am Sonntag (ab 14.30 Uhr im Sport24-LIVE-Ticker) unter umgekehrten Vorzeichen. Gastgeber LASK, in den vergangenen Jahren stets die Nummer eins im Bundesland, geht aktuell nur als zweite Kraft und als Tabellenvorletzter der Fußball-Bundesliga ins Duell mit den "Wikingern". Wollen die Linzer noch in die Meistergruppe, braucht es nun den "Turbo". Ried aber kommt gestärkt von einem Remis gegen Rapid und vier Partien ohne Niederlage.

"Es ist noch alles möglich, aber es ist klar, dass wir besonders die nächsten beiden Spiele (Ried und Austria Wien, Anm.) gewinnen müssen", stellte Verteidiger Jan Boller nüchtern fest. Die Lage für seine Truppe ist deprimierend, zumindest auf heimischem Terrain. Während man in der Conference League als Gruppensieger den Aufstieg feierte, schauten aus den jüngsten sieben Ligaspielen nur magere vier Punkte heraus, es gelang kaum, den Europacupschwung in die Meisterschaft mitzunehmen. Die Top sechs rücken bei sechs ausstehenden Partien und sechs fehlenden Punkten immer weiter in die Ferne.

Später Dämpfer in Hartberg

Die jüngste 1:2-Last-Minute-Niederlage in Hartberg war der nächste Nackenschlag. "Jedem ist bewusst, dass die Leistung nicht ausreichend war und dass wir ein anderes Gesicht zeigen müssen", meinte Boller. Ähnlich klang Trainer Andreas Wieland. "Wir brauchen nichts schönzureden. Die Situation ist keine leichte, und das muss jedem klar sein", gab der 38-Jährige zu Protokoll.

Immerhin hatte man im Vergleich zu vielen anderen Herbstwochen mehr Zeit, an gewissen Dingen zu arbeiten. "Im Angriffsdrittel, wie wir Überzahlsituationen fertig gespielt haben, der letzte Pass, zu wenig Tiefgang, zu wenig Dynamik, die Restverteidigung", nannte er jene Bereiche, die er und seine Truppe im Training bearbeiteten. "Uns ist bewusst, dass sie einen sehr guten Lauf haben, den wir unterbrechen wollen. Jetzt geht es um gute Leistungen, um entsprechende Ergebnisse und Mentalität."

Heinle: "Werden Heil in Offensive suchen"

Ried tankte in der Vorwoche mit dem 2:2 gegen Rapid zusätzliches Selbstvertrauen, davor holte man in drei Partien weitere sieben Punkte. Der Kampf um die Meistergruppe ist für die Innviertler aber weiter eng: Nur zwei Zähler ist man von Platz neun getrennt. Im ersten Saisonduell feierte der "Dorfclub" zuhause einen 1:0-Erfolg - nach zwei klaren LASK-Dreiern in der Vorsaison. "Wir haben jetzt ein super Spiel vor uns", meinte Trainer Christian Heinle. Druck lastet jedenfalls keiner auf den Riedern.

Dennoch: "Wir dürfen sie keinesfalls unterschätzen", warnte Defensivmann Constantin Reiner, und sein Coach gab ihm recht. "Der LASK ist eine richtig gute Mannschaft, die derzeit extrem unter ihrem Wert geschlagen wird. Sie haben viele Torchancen nicht genutzt und sind dafür bestraft worden", betonte der 36-Jährige. "Wenn ihnen der Knopf aufgeht, können sie eine Serie hinlegen. Ich hoffe, dass das jetzt nicht gegen uns passiert." Eine Abwehrschlacht will er den Hausherren in Pasching nicht liefern: "Wir werden auf jeden Fall auch in Linz unser Heil in der Offensive suchen, versuchen Torchancen zu kreieren und werden nicht nur verteidigen."