Jannik Schuster vom Fußball-Bundesligisten Red Bull Salzburg hat den Sprung in die Premier League zum Brentford FC geschafft.
Wie die Engländer am Freitag mitteilten, unterschrieb der 19-jährige Innenverteidiger einen ab Sommer gültigen Fünfjahresvertrag bis 2031 in London. Das Gesamtpaket des Transfers beläuft sich laut APA-Infos auf knapp über 20 Mio. Euro inklusive möglicher Boni. Damit wird Schuster zum teuersten Österreicher, der aus der Bundesliga ins Ausland wechselte.
Bisher hatte ÖFB-Teamspieler Nicolas Seiwald die Bestmarke durch seinen Wechsel von Salzburg nach Leipzig gehalten. Schuster, der am Samstag seinen 20. Geburtstag feiert, will sich beim derzeit Tabellenachten der Premier League durchsetzen. "Natürlich weiß ich, dass der Schritt groß ist, aber genau diese Herausforderung reizt mich", sagte der Tiroler im APA-Gespräch.
Schuster war "extrem überrascht"
Über das Interesse von Brentford, derzeit noch im Rennen um die internationalen Startplätze für die kommende Saison, sei er "extrem" überrascht gewesen. "Ich habe eine Riesenfreude, dass das wirklich geklappt hat. Es ist richtig cool, dass ich in dem Alter schon die Chance bekomme, auf so einem Niveau zu spielen und zu trainieren." Im Vertrag ist zudem noch eine Option für ein weiteres Jahr nach 2031 in der englischen Hauptstadt verankert.
Nach einem persönlichen Gespräch mit dem irischen Trainer Keith Andrews war Schuster überzeugt. "Sie haben mir einen Plan aufgezeigt, wie sie mich als Spieler und auch persönlich verbessern wollen", erzählte der 1,91 m große Abwehrspieler. "Sie sehen meine Stärken im Verteidigen und glauben, dass ich speziell physisch noch Potenzial habe. Wenn man täglich auf diesem Niveau trainiert, entwickelt man sich automatisch weiter. Sie glauben, dass ich noch einen großen Schritt gehen kann." Andrews bestätigte in einer Aussendung, dass Schuster ein Spieler mit "großem Potenzial" sei.
Brentford setzt auf Statistiken und Daten
Brentford sei einer der spannendsten Entwicklungsvereine der Welt, erklärte der U21-Teamspieler. "The Bees" (Die Bienen), wie der Club im Westen Londons auch genannt wird, fokussiert sich bei der Suche nach Talenten auch wegen Eigentümer Matthew Benham, Gründer des Unternehmens "Smartodds", verstärkt auf Statistiken und Datensätze. In Kombination mit traditionellem Scouting will Brentford damit künftige Leistungsträger, die von der Konkurrenz unterbewertet werden, finden.
Schuster soll einer davon sein. Prominente und finanziell lukrative Abgänge in der jüngeren Vergangenheit waren etwa die Offensivspieler Bryan Mbeumo (Manchester United), Yoane Wissa (Newcastle) und Ollie Watkins (Aston Villa). "Die kann ich schon als Vorbild nehmen", sagte Schuster. Der Verein sei außerdem "sehr familiär" und habe damit in Summe das perfekte Umfeld für einen jungen Spieler.
Schuster will sich schnell einleben
Erst im vergangenen Sommer war Schuster von Liefering zu den "Bullen" gewechselt, für den Ligakrösus absolvierte der Rechtsfuß 30 Pflichtspiele. Bei Brentford hat der Sohn von Skisprung-Trainer Werner Schuster und Bruder von ÖSV-Adler Jonas Schuster freilich große Konkurrenz um Einsatzminuten. "Ich will mich privat wie auch sportlich schnell dort einleben. Ich war zu Saisonbeginn bei Salzburg auch eher Rotationsspieler und es hat sich dann alles schnell entwickelt", erinnerte sich Schuster.
Die Umstellung von der österreichischen Liga werde natürlich groß, "aber ich freue mich genau auf diese Herausforderung", sagte Schuster. Der Unterschied zwischen der Stadt Salzburg und der Weltmetropole London ist ebenfalls kein kleiner. "Am Anfang wird es sicher ungewohnt sein. Aber ich traue mir den Schritt zu und es ist interessant für mich, mal raus aus der Komfortzone zu kommen."
Schuster geht "nicht zum Sightseeing" nach London
Den Salzburgern sei Schuster nach sechseinhalb Jahren beim Verein "extrem dankbar". Er habe sportlich wie auch privat mit der Matura eine extrem gute Ausbildung genossen. "Ich bin als kleiner Bub gekommen und hier zum Mann geworden." Jetzt beginnt das Abenteuer Premier League.
"London ist cool, aber ich gehe jetzt nicht zum Sightseeing hin", kündigte Schuster an. "Ich will natürlich Fußball spielen." Im Idealfall gegen prominente Gegenspieler, die in England wöchentlich warten. "Wenn ich gegen Haaland spielen darf, wäre das schon was richtig Cooles", schwärmte der Abwehrspieler. "Aber step by step - jetzt mal schauen, wie schnell es überhaupt geht."