Bullen fahren mit 300 km/h durch Liga

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Bullen fahren mit 300 km/h durch Liga

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Serienmeister unter Schinkels-Lupe: Mannschaft, Trainer, Management – Salzburg hat die richtige Mischung.

Red Bull Salzburg ist das Bayern München von Österreich. Die "Bullen" sind Serienmeister, dominant, finanzkräftig und wohl immer noch eine Klasse besser als der Rest. Im großen Interview mit ÖSTERREICH-Kolumnist Frenkie Schinkels gibt Salzburg-Trainer Jesse Marsch die (Marsch-)Route vor: Champions-League-Einzug und Meistertitel sind wieder die ganz klaren Ziele.

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ÖSTERREICH-Reporter Philip Sauer und Frenkie Schinkels analysieren Salzburg

ÖSTERREICH-Reporter Philip Sauer und Frenkie Schinkels analysieren Salzburg

× ÖSTERREICH-Reporter Philip Sauer und Frenkie Schinkels analysieren Salzburg

Frenkie Schinkels analysiert Salzburg so:

So, wie die Kinder jedes Jahr auf das Christkind warten, warten viele Fans darauf, dass die Übermacht von Salzburg ein Ende nimmt. Der Unterschied: Das Christkind kommt, die Bullen fahren auch heuer wieder mit 300 km/h durch die Liga, holen das Double. Die große Abgangswelle ist heuer ausgeblieben, Szoboszlai und Daka geblieben. Wenn Salzburg die Dose aufmacht, kommt ein Talent raus. Ganz großes Kino. Mannschaft, Trainer, Management – bei den Bullen stimmt die Mischung. Mittlerweile ist man auch in Europa gefürchtet.

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Das gesamte Interview hier zum Nachlesen:

Herr Marsch, eine umkämpfte Saison liegt hinter Ihnen. Am Ende hat sich Salzburg das Double gesichert. Wie fällt Ihr Resümee aus?

Es war eine sehr lange Saison, aber sehr erfolgreich.  Nachdem wir im Winter drei wichtige Spieler verloren haben und nach einem schwierigen Februar, hat unsere Mannschaft viel gelernt und sehr gut gespielt in der Meisterrunde.  Aber letztes Jahr ist letztes Jahr.  Es ist jetzt Zeit uns auf die neue Saison zu fokussieren und neue Ziele zu erreichen.

Eine besonders kurze Vorbereitung ist auf der Zielgeraden. Mit dem 2:2 gegen Liverpool hat man einen Achtungserfolg gefeiert. Welche Erkenntnisse konnten Sie gewinnen?

Es war sehr gut für das Selbstvertrauen. Gerade in den ersten 60 Minuten waren wir sehr gut bei unseren wichtigsten Eigenschaften – zum Beispiel im Spiel gegen den Ball. Vor allem auch im Hinblick auf so einen hochkarätigen Gegner und nach dem Ajax-Spiel, wo das noch nicht so gut funktioniert hat, war das sehr wichtig. Auch die taktische Ausrichtung und die Intensivität waren gut, aber wir haben immer noch einiges zu tun bis zum Ligastart nächste Woche.

Die ganz große Abgangswelle ist bei Salzburg heuer ausgeblieben: Inwiefern erleichtert das die Arbeit als Trainer?

Ich hatte vor allem einen einigermaßen ruhigen Sommerurlaub. Natürlich erleichtert es auch die Arbeit, wenn die meisten Spieler hier bleiben und man auf die Leistungen der letzten Saison aufbauen kann. Und es zeigt auch, dass die Spieler Vertrauen in den Club und in die Mannschaft haben es auch heuer wieder gemeinsam sehr weit zu bringen.

Die Zuschauer kehren zurück ins Stadion. Wie wichtig sind Fans Ihrer Meinung nach für den Fußball und wie wichtig für Salzburg?

Sehr wichtig. Fußball ist ein Zuschauersport. Es gibt den Jungs zusätzliche Motivation und bringt erst die richtige Atmosphäre in ein Stadion. Gerade in Salzburg haben wir seit mehreren Jahren steigende Zuschauerzahlen und hoffen jetzt, dass die Corona-Situation stabil bleibt und wir bei unseren Spielen zumindest 10.000 Fans begrüßen dürfen.

Wie lauten Ihre sportlichen Ziele für die neue Saison – national und international?

Wir haben wie jedes Jahr große Ziele für Österreich und wollen das Double wieder nach Salzburg holen. Nachdem wir in der letzten Saison gezeigt haben, dass wir auch in der Champions League mit den besten Mannschaften Europas mithalten können ist unser Ziel auch heuer wieder sich für die Champions League zu qualifizieren und dort zu überraschen.

… gibt es auch Ängste im Hinblick auf die kommende Spielzeit – gerade in Zeiten von Corona?

Selbstverständlich ist Corona eine gewisse Herausforderung für die Clubs, ich denke aber, dass wir insgesamt in der Bundesliga gut vorbereitet waren und mit den notwendigen Konzepten auch weiterhin sind, sodass wir und auch die Österreichische Bundesliga diese Krise gut und solidarisch überstehen können. 

Beim Bundesliga-Auftakt muss Salzburg zum WAC – was darf man sich von diesem Spiel erwarten?

WAC hat sehr stark gegen uns in der Meisterrunde gespielt, daher wird es mit Sicherheit ein spannendes und schwieriges erstes Spiel. Wir sind aber bereit und können es nicht erwarten in die neue Saison zu starten.

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